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Sie spielten Verstecken

und hier fand ich sie wieder
schon schmerzlich
vermisst -  die Worte von mir  


Gut unter klafterhohen
hölzernen Stößen versteckt in
verborgenen Ecken in die sie
sich erfolgreich verkrochen
hatten in Schubladen und völlig
alltäglichen Wäschekörben


Die Purzelbaumworte waren
die raffiniertesten von allen
hatten sich an Zeilen und Sätze
gehängt in Wortspiele gedrängt
darüber darunter und wurden
völlig unsichtbar je genauer man
zu ihnen hinüber sah ... 
Doch ihr kaum hörbares Kichern
legte mir eine brauchbare Spur

 

Ich lauerte ihnen auf   -  kauerte
hinter Schränken und Betten
verbarg mich in kleineren und
höheren Bücherstößen und
dann endlich   war es soweit
Ich hatte sie am Wickel und
ließ nicht mehr los


Wie sie zappelten und sich
wehrten sich sträubten und um
sich schlugen doch nichts half
ihnen mehr
Ich bannte sie fest auf das vor
mir liegende schon halb
vergessene und leicht vergilbte
dicke   handgeschöpfte   Papier

 

Ich war Sieger in ihrem
unernsten Versteckspiel mit mir grin

 


Freitag,  der 24.  Januar 2020

 

 


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© Text und Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 5.2.20

Das sollten sie auch, diese Sätze, liebe ULLI grin

Klingt sehr lustig :o)

von bruni am 29.1.20

*lach* ja, wie kleine Kinder,  liebe ANNA-LENA,
da hast Du wirklich Recht. Als ich sie wieder eingefangen hatte, waren sie ganz friedlich und zufrieden. Ich hoffe, nun bleiben sie alle und ich muß nicht wieder auf die Suche nach ihnen gehen grin
Liebste Abendgrüße von Bruni an Dich

Eine zauberhafte Spielerei mit Wörtern, liebe Bruni.
Sie treiben ihren Schabernack mit uns, aber wenn es gelingt, sie wieder einzufangen, ist doch alles gut. Auch kleine Kinder müssen sich mal austoben können grin .

Herzlichst,
Anna-Lena

von bruni am 29.1.20

Hach, ich liebe Deine Kommis, liebe PRISKA.
Sie fehlten mir sehr.
Ganz herzlich, Bruni

von Priska Pittet am 29.1.20 - http://alltagschrott.ch

ein herrliches Bruni-Poem, liebe Bruni. Vor dir ist nichts sicher… schmunzel… weil du fähig bist, spielerisch und neugierig die Umgebung zu sehen.
Liebe Grüße, Priska

von bruni am 26.1.20

*lach*, ja, ich hab sie wieder einfangen können, liebe DIANA. Nun bin ich zufrieden, aber er weiß, wss sie sich noch so alles einfallen lassen *g*
Liebste Abendgrüße von Bruni an Dich

köstlich, liebe bruni!
gut, dass du sie einfangen konntest, schmunzel. purzelbaumworte - herrlich. smile
ganz liebe grüße aus der sonne!
von diana

von bruni am 25.1.20

Danke, liebe BARBARA, für Deine ausführliche Ergänzung!

von Barbara am 25.1.20

Zur Sicherheit habe ich nochmal gegoogelt. Es ist ein Begriff aus der Lernpsychologie.
Die intrinsische Motivation ist die innere, aus sich selbst entstehende Motivation eines jeden Menschen: bestimmte Tätigkeiten macht man einfach gern, weil sie Spaß machen, sinnvoll oder herausfordernd sind oder einen schlicht interessieren. Intrinsisch motivierte Tätigkeiten werden – im Gegensatz zu extrinsischen Motiven – um ihrer selbst Willen durchgeführt und nicht, um eine Belohnung zu erlangen oder eine Bestrafung zu vermeiden. Dabei schließen sich intrinsische und extrinsische Motive nicht zwangsläufig aus. Ein Angestellter kann z.B. seiner Arbeit sowohl aus Spaß an der Arbeit als auch dem Wunsch nach angemessener Bezahlung, Erfolg und Macht nachgehen. Viele Handlungen werden daher durch eine Kombination von intrinsischen und extrinschen Motiven durchgeführt.

Mit höchster Stufe meinte ich, dass es ein Ziel ist, wenn die Motivation aus einem selbst entsteht bspw etwas zu lernen, dann hat es die höchste Erfolgsquote.
LG Barbara

von bruni am 25.1.20

Die höchste Stufe der Motivation! Toll, nun muß ich nicht mehr googeln. Danke, liebe BARBARA grin
Liebe Grüße von mir

von Barbara am 25.1.20

Intrinsisch bedeutet aus sich selbst motiviert. Das wünscht man sich bei Schülern, dass ihr Interesse intrinsisch motiviert ist. Das ist die höchste Stufe der Motivation.
Purzelbaumworte gefiel mir auch besonders gut.
Liebe Grüße, Barbara

von bruni am 25.1.20

intrinsisch? dieses Wort kenne ich gar nicht, GERHARD,
was bedeutet es denn? Der Papiertiger ist eine Metapher für einen, der sich in Papiere, Unterlagen, Statistiken vergräbt und darüber das reale, lebendige Leben verpasst. Einer, der oft nicht ernst genommen wird. So wenigstens wird es in der Lyrik verwendet.
Puzelbaumworte nenne ich persönlich gute gelaunte Worte von mir, welche mit Humor grin

von Gerhard am 25.1.20

Purzelbaumworte?
Sind das solche, die man kennt und dennoch noch nie verwendet hat - wie “intrinsisch”?
Manche Worte kennt man auch nur aus dem Zusammenhang: Etwa “Paiertiger”. Original kann es eine andere Bedeutung haben als memoriert. Immerhin trifft man dann in etwa den Sinn, leicht daneben, aber immer noch akzeptabel.

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!


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