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Narbenmale

Ist es die Hitze, die
sie träge vor sich
hin dösen läßt ?


Abgedunkelt ist das
Zimmer - halb
geschlossen die Läden


Eben noch besah sie
versonnen die strich-
feinen Linien auf
ihren Armen - manche
kleinen Dreiecken
gleich als wären sie vor
Zeiten winkelige Risse
gewesen


Zu sehen sind nur
noch gut verheilte

wie Schnee weiße

N a r b e n m a l e

 

Samstag, der 24. Aug. 2019

Sie möche nicht, daß ich ihre Arme fotografiere
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© Text und Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 23.9.19

Liebe PRISKA,
es hört sich nach einer Geschichte an, die ich mir auch vorstellen würde, wenn ich es nicht selbst geschrieben hätte…
Aber es ist sehr anders und ich nahm mir die dichterische Freiheit, diese Worte zu wählen, um genau der Fiktion Raum zu geben, die beim Lesen in Deinem Kopf entstanden ist…
Liebste Grüße an Dich von Bruni, die einige dieser feinen Narben an den Armen hat, und nichts anderes sind sie, als verheilte kleine Wunden, die ich mir durch meine Unachtsamkeit im Laufe der letzen Jashre beim Beschneiden dorniger Rosen und anderer Sträucher zugezogren habe.

von Priska Pittet am 22.9.19 - http://www.alltagsxgrott.ch

Liebe Bruni, versöhnliche Worte zu schwierigen Momenten .... “gut verheilt” lässt einem einen milden Blick zurück gewähren. Und doch scheinen die Narben tief zu gehen…
Herzlich, Priska

von bruni am 26.8.19

Es hört sich geheimnisvoll an, ich weiß, GERHARD, aber ich wollte nicht gleich alles verraten.
Wir haben alle unsere Marotten und wundern uns dann über uns selbst grin

von bruni am 26.8.19

Lieber FINBAR,
Ja, es sind Narben des Lebens, aber tatsächlich sichtbar auf der Haut, die seelischen Narben heilen anders… Du hast nun eine große Narbe, oh ja, und bis sie verheilt ist, wirklich ganz und gar bis in die Tiefe, das dauert und ist nur wenige Monate danach noch lange nicht abgehakt und vergessen.
Herzliche Grüße zum Abend von Bruni an Dich

von Gerhard am 26.8.19

Ein geheimnisvolles Gedicht.

Das mit dem Ritzen und Kratzen, das hat auch mit mir zu tun. Kratzen tue ich mich gerne auf der Handinnenfläche, wo sich wieder mal ein Schorf gebildet hatte.

von Finbar am 26.8.19

Feine aber auch starke Zeilen…
Oh ja, Narben des Lebens!
Eine große habe ich nun auch…
Herzliche Morgengrüße vom Finbar

von bruni am 26.8.19

Liebe ANNA-LENA,
es sind echte kleine und kleinste Narben auf ihrer Haut, aber geritzt hat sie nie…
Übermorgen müßte bei Dir die Reise losgehen. Stimmts?
Ganz herzlich am Montagmorgen, Bruni, auf dem Sprung zum Enkelchen

Das Ritzen war auch mein erster Gedanke, liebe Bruni, aber sehen wir es als positives Spiel mit dem Licht. Vielleicht auch ein verirrter Sonnenstrahl, der seinen Schabernack auf der Haut spielt und den die Hitze als kleine Fata Morgana erzeugt?

Liebe Grüße Anna-Lena, schon wieder am Koffer packen ...

von bruni am 25.8.19

Oh, danke, liebe ULLI,
Dein Kommentar freut mich sehr. Man kann vieles daraus lesen, das stimmt.
Es geht auf jeden Fall um eine dünnhäutige Person, so viel kann ich schon sagen.
Ganz herzliche Grüße in die Nacht von Bruni an Dich

Tief und wunderbar geschrieben, liebe Bruni und wie Diana schon schrieb, da bleiben mehrere Assoziationen offen*
herzlichst, Ulli

von bruni am 25.8.19

Danke für Deine guten passenden Worte, liebe DIANA.
Du hast es gut gelesen, mit dem feinen Gespür der Dichterin. Ich lasse die Auflösung vorerst noch im Dunkel, aber mit ihrer Dünnhäutigkeit hat es auf jeden Fall zu tun.
Herzelich, Bruni, in der Nacht zum Sonntag

von diana am 24.8.19

oh, ein so zartes und zugleich tiefes gedicht. sofort denke ich an ein junges mädel, das sich geritzt hat… bzw an die frau, die sich erinnert.
narben auf der seele… wenngleich die narben hier im gedicht auch andere ursachen haben können, das lässt du ja fein subtil offen.
ganz herzlich,
diana

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