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Wenn das Herz erblindet

und nicht mehr sieht keinen
Funken Fühlen mehr spürt


schlagen dir die Organe dein
Leben um die Ohren Frust kriecht
klebrig aus deinen Poren


Du vergisst dich zu freuen
Lachen zu streuen und
Purzelbäume zu schlagen


mit dem Winde zu reisen
die Lust zu preisen


Am Stock wirst du gehen


Du wirst das Leben nicht
mehr verstehen
So kann es nicht weitergehen


Du wirst ein Schatten ein
Schemen ein flaches Geschöpf


Wunschlos, wehrlos, ohne Kontur
Von deinem Wesen fehlt bald
jegliche Spur


Nimm dein Herz in die Hand
trage es über Berge und Klippen
über grausige Abgründe hinweg


in das Land hinter dem Wind
in dem Träume und Wünsche
immer willkommen sind


Donnerstag, der 25. April 2019

Ich blätterte zurück in den April
2009 und da fand ich diese
Zeilen. In diesem Jahr war ein
guter Freund an Darmkrebs
gestorben, der keine 50 Jahre
alt geworden war ...

 


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© Text und Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 1.5.19

Ich denke es mir so, liebe BARBARA
Liebe Grüße zum 1. Mai von Bruni

ein guter Schluss und im Land hinter dem Wind lässt es sich dann erstaunlich gut leben - trotz allem.

von bruni am 30.4.19

Ja, liebe ANNA-LENA,
es passiert und wir wissen nie, kommt ein solches Ereignis nicht auch zu uns. Sich dann nicht aufgeben, erfordert Kraft.
Aber haben wir nicht viel mehr Kraft als wir glauben?
Liebe Grüße in die Nacht zum ersten Mai
von Bruni an Dich

Manchmal stehen wir vor Abgründen, die nur Fragezeichen aufwerfen und die wir uns nicht erklären, geschweige beantworten können.

Nachdenklich,
Anna-Lena

von bruni am 29.4.19

Es ist fürchterlich, wenn ein Herz *erblindet* (eine Metapher). Es erkennt keine Freude mehr, liebe ULLI.
Es vergißt das Freuen, das Lebendigseinkönnen. Kein guter Zustand, der pfeilgerade in die Depression führt.
Liebe Morgengrüße von mir

Gut, dass du mal wieder gegraben hast, auch wenn ich mich frage, ob denn ein Herz wirklich erblinden kann? Wahrscheinlich schon, aber es ist wohl das Ungesündeste überhaupt.
Liebe Grüße
Ulli

von bruni am 28.4.19

Ich fand es wieder, weil ich mir immer wieder die Poeme von vor 10 Jahren durchlese, lieber FINBAR,
und als ich dieses hier las, wußte ich, ich muß es aus seiner Versenkung erlösen. Es passte, als hätte ich es vor 10 Jahren schon für heute geschrieben…
Einen Sonntag voller Freude und guter Gedanken wünsche ich Dir

von Finbar am 27.4.19

Ein mich tief berührendes Poem, liebe Bruni ...
Liebe Grüße zur Nacht vom Finbar

von bruni am 27.4.19

Der einzige Weg, der uns am Ende zufrieden macht, liebe DIANA…
Ich weiß, anfangs klingt es schwer, aber ein Zuckerschlecken ist wirklich nicht alles, was wir erleben und drum mag ich meine eigenen Zeilen zum Ende auch sehr, sie klingen versöhnt und zufrieden, vielleicht nach neuem Beginn…?
Ganz herzliche Grüße von Bruni

fein “ausgegraben”, liebe bruni. manchmal ist es so, da ist dann der weg “in das land hinter dem wind” der einzige, der bleibt, aber auch der einzige, der hell ist und sinnvoll erscheint… bewegend!
die letzten zeilen mag ich sehr, sie versöhnen irgendwie und machen ruhig.
liebe grüße von diana

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