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Auf meinem Wege nach innen2

Auf meinem Wege nach innen begegne ich
der Frau schlechthin
Sie ist tief verankert in meinen Sinn


Ich begegne der Mutter der Erde und der
Frau, die bei den Sternen wacht


Anmut und Sanftmut -  Demut und Wehmut
Sehende, heilende Frauen von Anbeginn


Geschunden, gefoltert, geblendet, verkannt
Nieder mit ihnen!
Vorsichtshalber auf vielen -  fast noch
glimmenden -  Scheiterhaufen verbrannt


Frauen sind böse, gemein und nicht dumm
Reizen den Mann und führen ihn fort an
heimlichen, ekligen, teuflischen Ort


Eva -  die Schlange - dem Mann war recht
bange
Drum nahm er die Zange und quälte das
Weib - das ihm gar zu lieblich erscheint


Er nannte sie Hexen - Geschöpfe des
Teufels - Eiterbeulen und übles Gezücht


Ein paar ließ er übrig - der Kirchenfürst


Er braucht sie zum Hegen - Pflegen und
Handauflegen - zum Kochen und Backen
und anderen ähnlich unwichtigen Sachen


Auf meinem Wege nach innen begegne ich
auch der Geliebten
Der Schaumgeborenen -  Auserkorenen


Der Frau, die in großer Zärtlichkeit über das
männliche Wunderwesen weint und ihm
tröstend über die weichen Haare streicht

 


Der erste Mai 2017 - der Maienfeiertag

Diese Worte stammen vom 5.  Mai 2007
Zehn Jahre ist es her, daß ich sie geschrieben habe.
Sie waren viel zu lange im Dunkel.

Zum Zehnjährigen präsentiere ich sie heute neu

 




Kommentare

von bruni am 7.6.17

Genau, liebe EMILY!
Und trotz alledem kann das Weibliche lieben! Diese wundervolle Gabe kam ihm niemals wirklich abhanden ...
Alles Liebe auch Dir und wie schön, daß Du vorbeigeschaut hast
Bruni

von Emily am 6.6.17 - http://www.emily221.wordpress.com

Das Weibliche ist ein Wunder und schließlich lange Zeit als göttlich verehrt. Unterdrückt. Gejagt. Sich wieder erober(n)d/t. Und wir können immer noch lieben.
Alles Liebe, Emily

von bruni am 4.5.17

Liebe GABRIELE,
bitte nicht widersprechen. Lies nochmal, da begebe ich mich sehr sarkastisch ins Denken der *Kirchenfürsten hinein. MEINE Gedanken sind genau wie Deine! Dieser Vers trieft vor Ironie u. eigentlich auch vor Hilflosigkeit und Mitleid mit den Frauen vor dieser entsetzlichen Geschichte des weiblichen Menschenkindes ...
Liebste Grüße zu Dir von Bruni

von gabriele pflug am 4.5.17 - http://zichoriezauber.blogspot.com

schreibend machst du einen streifzug durch die “geschichte” der frau und in vielen passagen ist immer noch gegenwart. leider!
sehr gern gelesen, auch wenn ich bei zeile 23 ganz leise widerspreche. kochen und backen hat was mit sinnlichem sein zu tun. zumindest für mich!
ganz liebe grüße an dich
gabriele

von bruni am 3.5.17

Danke, liebe DIANA,
es gibt so viel zu sagen über die Frau schlechthin *lächel*, aber irgendwie mußte ich mich ja beschränken.
Ganz herzlich Bruni zu Dir

von diana am 3.5.17 - http://versspruenge.wordpress.com

die zeilen haben es wahrlich verdient, noch mal ans licht geholt zu werden, liebe bruni! welch ein farbiges, reiches gedicht, beeindruckend!
herzliche maigrüße
von diana

von bruni am 2.5.17

Klar ist es die Frühjahrsmüdigkeit, liebe BARBARA. Wir bemerken sie alle!

von bruni am 2.5.17

Mir ging es hier mehr um die Frau über die Jahrhunderte hinweg, liebe BARBARA, wie sie mißhandelt, gefoltert und im Feuer getötet wurde. Ihre Stellung in der *christlichen* Welt als Hexe und Heilige, als listige Schlange, die umgarnt, der man mißtraute u. die gleichzeitig wie mit Zauberkräften anzog.
Liebe Grüße von Bruni an Dich

von bruni am 2.5.17

Wie schön sind Deine Worte hierzu, liebe PRISKA.
Ja, es ist ein schneller Gang durch die Geschichte. Natürlich gibt es über die Frauen noch viel mehr zu sagen, aber ich hatte so stark auch die Eindrücke über die zahllosen Hexenverbrennungen im Kopf, daß man es vermutlich in meinen Worten gut erkennen kann. Das Otterngezücht habe ich noch weggelassen *g*
Ganz herzlich Bruni

von bruni am 2.5.17

Liebe PETRA,
und selbst in zehn Jahren werden wir sehen, daß es Menschen ohne Rechte geben wird und meist trifft es Frauen noch mehr als Männer. Ich genieße es,in einem Raum zu leben, in dem die Rechte der Frauen wenigstens ziemlich klar definiert sind ...
Eine Welt ohne Frauen würde es nicht mehr lange geben, liebe Petra *lächel*
Es ist schon gut, daß es männliche und weibliche Erdenwesen gibt. Beide sind wichtig für einander.
Herzlichst Bruni zu Dir nach Dresden oder bist Du zur Zeit noch in Berlin?

Wort für Wort folge ich Dir in Deine Gedankenwelt, liebe Bruni.

Den meisten Männern ist die Liebe, wie wir sie verstehen, suspekt.
Sie folgen eine Weile, bis sie dich erobert haben,dann wandern sie weiter.

Es sei denn sie haben das weibliche Element, das tief in ihnen schlummert, entdeckt und leben es voller Mitgefühl.
Das zu verstehen ist eines der großen Geheimnisse.

Schön, dass Du Deine Gedichte ans Tageslicht beförderst.

Gruß
Barbara

Liebe Bruni, ich frage mich, ob es nur Frühjahrsmüdigkeit ist, die mich momentan überfällt ???

von bruni am 2.5.17

Liebe ANNA-LENA,
Du sagst es, es gibt viele Frauen, die immer noch rechtlos sind und es sollte schon so lange nicht mehr sein, es hätte nie so sein dürfen ...und doch ist es tatsächlich so. Eines der vielen schlimmen Dinge, die nicht sein dürften in unserer Welt.
Liebe Grüße an Dich, in der Hoffnung, da wir einen wunderschönen Mai haben werden.

von Priska Pittet am 2.5.17 - http://www.alltagschrott.ch

Liebe Bruni
Du zeigst das ganze Spektrum der Frau und wie die Frau gesehen wird. Von der Hexe bis zur Heilige. Wieder weckst Du mit Deinen Worten unglaublich starke Bilder- wie “Eiterbeulen” - und spielst mit diesen Bildern… ganz tolles Gedicht!
Herzlich. Priska

von petra am 2.5.17

Liebe Bruni, deine wunderbaren Zeilen werden auch noch in 10 Jahren Aufmerksamkeit finden.
Was wäre diese Welt ohne uns Frauen…
Liebe Grüße zum Wochenbeginn,
Petra

Ich lese diese fantastischen Worte zum ersten Mal, liebe Bruni.
Was hat man uns Frauen seit den Tagen von Adam und Eva angetan, wie hat man uns betrachtet, angesehen und behandelt. Und obwohl wir schon ein gutes Stück in unserem Kulturraum gegangen sind, so gibt es noch genug Frauen, für die das Wort Recht ein Fremdwort ist.

Liebe Grüße zum Maianfang,
Anna-Lena

von bruni am 1.5.17

Es freut mich sehr, das auch heute noch von Dir zu hören, lieber FINBAR.
Du kanntest es ja schon.
Liebe Grüße zum Feiertagabend von mir

von Finbar am 1.5.17

Immer wieder seeehr beeindruckend!

von bruni am 1.5.17

ja, da ist viel in unserem weiblichen Inneren, was uns verbindet mit der Vergangenheit, den Frauen, die vor uns lebten und es so viel schwerer hatten als wir heute, liebe GERDA. Wie frei sind wir gegen sie. Vielleicht liegen hier sogar die Gründe für meine Aversion gegen das Feuer

von bruni am 1.5.17

Liebe ULLI,
ich wollte mal alle Jahre den MAI in wortbehagen ansehen. Da fand ich diesen Eintrag.
Ein sehr lieber Freund hatte ihn entdeckt, sonst niemand *lächel*. Ich bin gespannt, ob er sie jetzt hier wiederfindet *g* ...
Schön, daß Du nachgesehen hast.
Lieber Gruß zu Dir

von gerda am 1.5.17 - http://gerdakazakou.com

schön, dass du die weiblichen Gestalten, die in deinem Inneren leben, ans Tageslicht gezogen hast! Zehn Jahre ist nichts angesichts der langen Zeit, auf die du dich beziehst. Ich denke, so manche von uns wird so manche Verwandte entdecken.

Ich bin beeindruckt, liebe Bruni, du hast recht, diese Zeilen lagen zu lange im Verborgenem, danke, dass du sie mit uns teilst!
herzliche Maigrüsse
Ulli

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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