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Strumpfband und Schnaps

Eine Kindheitserinnerung


Als ich das eingemottete
Strumpfenband meiner Oma
fand, das sie an manchen
Tagen um Opas Knöchel band,
da lächelte ich und dachte an
längst vergangene Kindheits-
tage,  in denen die Sonne hoch
im Zenit stand und an den
Rändern des Gartenpfades, der
sanft zum Tal hin abfiel, dicht
an dicht gereiht, Opas frisch
angesetzte Schnapsflaschen
standen, bis er sie im späten
Herbst für genügend gereift er-
klärte und sie dann, eine nach
der anderen, im Keller
verschwanden.


Der Wintervorrat!


Manchmal, wenn er bemerkte,
daß wieder einmal eine
Flasche leer geworden war, be-
schuldigte er meine Oma, daß
sie ihm den letzten Schluck
weggetrunken hätte ...


Hatte sie sich genügend
darüber geärgert, konnte es
passieren, daß sie an ihr
wohlverwahrtes
Strumpfenband dachte   grin

 


Mittwoch, 13.  Dez. 2017

 


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© Text und Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 21.12.17

Ja, liebe PRISKA,
ich hab mir erlaubt, sie in meiner Erinnerung ein bißchen zu romantisieren grin Ich mag diese Erinnerungen an mein Elternhaus sehr und an meine Großeltern, mit denen wir da wohnten. Ich kam in diesem Haus auch zur Welt *lächel*
Ganz herzliche Grü0e von Bruni an Dich

von Priska Pittet am 21.12.17 - http://www.alltagschrott.ch

Liebe Bruni
Der Titel allein lädt zum Schmunzeln ein und erinnert mich an das Theaterstück “Arsen und Spitzenhäubchen”...
Berührende Erinnerungen sind mit dem ulkigen “Strumpfband” verbunden und lassen deine Großeltern Gestalt annehmen… ohne Romantisierung, aber mit einem liebevollen Blick .
Ganz liebe Grüße. Priska

von bruni am 20.12.17

Liebe PETRA,
sie hatte kein Strumpfband? Na sowas, wie hielt sie denn den Opa dann aus? grin
Fünf Töchter waren es?  Das wird nicht einfach gewesen sein. Meine Großeltern hatten drei Töchter und zwei Söhne. Eine Tochter starb als kleines Mädchen und ein Sohn war in Russland vermißt. Er kam nie wieder. Eine schlimme Zeit, liebe Petra.
Liebste Grüße an Dich in die Nacht
von Bruni

von petra am 20.12.17

Liebe Bruni, das sind wundervolle Erinnerungen.
Meine Oma hatte kein Strumpfband und ihr stand der Sinn mehr nach sehr praktischen Dingen, denn sie war voll damit beschäftigt, 6 Mäuler zu stopfen. Aber mein Opa hatte Schnaps. Den brauchte er auch bei 5 Mädels im Haus.
Danke,liebe Bruni, durch dein Gedicht musste ich sofort an meine Großeltern denken.
Ganz liebe Grüße zu dir in den späten Abend von Petra

von bruni am 17.12.17

Es ist das Strumpfenband, liebe GERDA, ich weiß *lach*. Aber so passt sich das Strumpfband viel besser dem Poetischen an, drängt das Prosaische energisch zur Seite und macht ein Lächeln draus *g*

von bruni am 17.12.17

Mein etwas ältliches Programm, liebe GERDA,
kennt nur dieses hier grin
Angeblich soll wortbehagen ein neues bekommen, aber irgendetwas blockiert wohl die Arbeit meines Webmasters :-(

von gerda am 17.12.17 - http://gerdakazakou.com

Ich wollte nur ein Zeichen für Lächeln setzen, aber das mag dein Programm nicht.
Wer dächte nicht an Ringelnatz!

von bruni am 15.12.17

ja, lieber FINBAR,
ich bin nun sehr zufrieden damit grin, meine Oma würde lächeln und Opa würde keine Miene verziehen
Liebe Grüße in die Nacht von mir an Dich

von Finbar am 15.12.17

Ein seeeehr schöner Titel nun!!!
Herzliche Grüße vom Finbar 😁

von bruni am 14.12.17

hehe*, lieber FINBAR,
so heißt es doch *lach*. Mir gefiel der Titel auch nicht so recht und ich bin ja lernfähig *g*. Wieviel würde uns fehlen, ohne unsere Erinnerungen an das, was war.
Danke für den Schubs und herzliche Grüße von mir

von finbar am 14.12.17 - https://finbarsgift.wordpress.com/

Was wären wir nur ohne unsere Vergangenheit, ohne unsere Erinnerungen…?!

Strumpfband und Schnaps, so könnte dein Prosapoem (auch ich finde deine Reime fein) auch lauten grin

Herzlich, Finbar

von bruni am 14.12.17

Genau, liebe ANNA-LENA,
ein Wort nur und eine Geschichte entsteht.In diesem Fall eine Geschichte aus meiner Kindheit *lach*. Wie langweilig wäre es ohne unsere Erinnerungen. So vieles würde uns fehlen. An diesen Garten knüpfen sich viele meiner frühen Erinnerungen. Irgendwie begleitet er mich heute noch.
Herzlichst, Bruni, und auch Dir eine gute Nacht

von bruni am 14.12.17

Liebe DIANA,
Sommergedanken, wenns draußen windet und der Regen einem seine Tropfen ins Gesicht schleudert, tun gut. Die Schnapsflaschen meines Opas sehe ich heute noch vor mir, er machte es Jahr für Jahr und ich passte immer genau auf, was er da nach und nach an reifem Obst reintat *lach*. Besoffen habe ich ihn nie erlebt. Den Spruch mit der Oma hörte ich wirklich bei jeder frisch geleerten Flasche. Und wenn ich heute darüber nachdenke, schmunzle ich und bin froh, daß ich die Großeltern so nahe und lange erleben konnte.
Sehr herzliche Grüße an Dich von Bruni

von Anna-Lena am 13.12.17 - https://visitenkartemyblog.wordpress.com/

Ist es nicht erstaunlich, welche Kaskaden von Erinnerungen sich durch ein einziges Wort ergießen können?
Schöne Zeilen, liebe Bruni, die gleich mein Kopfkino in Gang setzen…

Einen lieben Gruß zur Nacht,
Anna-Lena

von diana am 13.12.17 - http://versspruenge.wordpress.com

so schöne, wertvolle erinnerungen, ausgelöst durch ein strumpfenband - das liest sich wunderschön, liebe bruni!
und so feine subtile reime hast du eingebaut am anfang: das klingt! und klingt nach!
ganz liebe herzliche grüße an einem grauen, windigen dezembernachmittag,
von diana

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