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Monster u.Mondscheinfrau2

Sieh hin und schau dabei genau, denn es
treffen sich Monster und Mondscheinfrau


Hinkend und stöhnend, schleimig
scheinend schwammigverschwommen
bucklig verbogen und schauderhaft
scheußlich von Angesicht


Schleicht sich in dunkler Nacht
gnädig verborgen in den riesigen Schatten
des vollkommenen Nichts das liebende
Monster, beugend gebückt durch nebliges
Grauen und den Abgrund der Nacht


Bis es von Ferne die lichthellen Bogen
und flackenden Feuer der trutzigen
Festung über den sturmgepeitschten
dusteren Klippen erblickt


Da wohnt die wunderlich zarte und ach
so ätherisch hold scheinende Mondscheinfrau
Aus reinster Mondseide die dunklen, lang-
fließenden Flechten gesponnen


Die Maid, die dem Monster gefällt,für die es
sein armseliges Monsterleben gäbe mit
Riesenfreude und Monsterbegehr


Sie steht auf der Brüstung und späht in
die Ferne, sieht den schwärzesten Himmel
und das Meer voller Sterne - Sehnt sich
nach Liebe und hofft auf ein Wunder in
dieser Nacht.


Da schleicht sich das Monster um das tief
schlafende Schloß


Erreicht voller Kraft das erste Geschoss
sieht im vollen Mondenschein die von ihm
innig geliebte Mondscheinfrau und traut
sich endlich zu ihr auf den Söller


Es fällt ihm schwer - hinkend und stöhnend
über die uralten steinernen Stiegen zu steigen


Bei all seiner Lust überfällt ihn nun doch fast
ein Frust -  doch ein Monster gibt niemals auf
und weiter steigt es beherzt zur allerschönsten
der Mondscheinfrauen hinauf ...


Sie reckt ihre Arme - hat den Mann den
geliebten schon lange erkannt den ein Zauber
vor sehr langer Zeit in das schleimig und
scheußlich scheinende Monster gebannt


Er hinkt immer schneller - wirft sein hinderlich
und über die Jahrhunderte völlig zerfetztes
Gewand über die Brüstung hinab in den Graben
worauf sich dort unten die Raben dran laben


Sie treffen sich genau in der Mitte der Zinnen
beide sind nun fast nicht mehr bei Sinnen
Die Turmuhr schlägt zwölf - der Spuk ist vorbei


Monster und Mondscheinfrau umfangen sich
sacht und lieben sich ewig seit dieser Nacht


Ostermontag, der 17.  April 2017

Bei Monster und Mondscheinfrau handelt es sich
um eine Geschichte, die ich im Dezember 2006
geschrieben habe.

Heute tue ich mal so, als sei sie eine Ballade

 

 

 

 

Balladenwochenende bei Christiane
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Kommentare

von bruni am 19.4.17

Lieber FINBAR,
Du warst vermutlich der einzige, der sie außer mir kannte, weil er sie beim Stöbern entdeckt hatte.
Herzliche Grüße an Dich und danke, daß Du reingeschaut hast *lächel*

von Finbar am 19.4.17

Tolle Ballade!

von bruni am 18.4.17

oh, danke sehr, liebe ANNA-LENA,
da werd ich jetzt fast rot bei Deinen Worten. Sie schlummerte so lange im Verborgenen und Christianes Balladenwochenende war ein feiner Anlaß, ihr einen aktuellen Platz zu geben.
Ganz herzliche Grüße von Bruni an Dich ♥

Das nenne ich eine gelungene Ballade, liebe Bruni - gratuliere!!!
Das ist wirklich brilliante Kunst, liebe Bruni.

Herzliche Grüße
Anna-Lena

von bruni am 18.4.17

*lächel*, schön, daß Dir diese Wandlung gefallen hat, liebe GERDA.
Für mich stand dieser Verlauf schon vor dem Schreiben fest. Schließlich bin ich bis heute hoffnungs*voll* romantisch und schon in Äußerlichkeiten muß ich leisen inneren Humor erkennen, sonst habe ich Probleme mit den Menschen.
Bruni am Morgen nach Ostern

von gerda am 17.4.17 - http://gerdakazakou.com

o das ist eine schöne Wendung: “hat den Mann den geliebten schon lange erkannt”. na also, das Äußere ist nur Schein, Täuschung und Maja. Eine schöne Ballade ist dir da gelungen.

von bruni am 17.4.17

Juchhu, ich habe eine Ballade geschrieben und wußte es nicht *lach*
Liebe CHRISTIANE, nun muß nur noch Dein Link bei mir funktionieren. Dann ist alles gut.
Ich schlafe mal drüber, bevor ich einen neuen Versuch starte!
Liebe Grüße von mir an Dich

von Christiane am 17.4.17 - https://365tageasatzaday.wordpress.com/

Liebe Bruni, das ist ja eine gelungene Umsetzung/Verwandlung von der Schönen und dem Biest! Wie Karin schon schreibt, auch ich wünsche ihnen ewiges Leben und einen Sack voller Mondmonsterchen.
Na klar ist das eine Ballade, schließlich kann man sie bestimmt singen! *lach*
Liebe Grüße
Christiane

von bruni am 17.4.17

Liebe KARIN,
ich glaube, es war eher die Muse, damals in 2006, sie war frisch, unverbraucht und oft sehr ungestüm, und sie besuchte mich immer häufiger in dieser Zeit. Ja, ich glaube auch, die beiden haben inzwischen eine Schar Kinderchen, die sie von Herzen lieben und die überall im Schloß über den Klippen unterwegs sind und viele lustige Streiche aushecken. Der Vater ist besonderrs besorgt um sie, die Mama Mondscheinfrau ist da erheblich gelassener grin
Du meinst, sie kann als Ballade durchgehen? Das freut mich jetzt
Sehr herzlich Bruni

von Karin am 17.4.17

In weiser Voraussicht hat die Muse - oder war es eher ein Muserich - Dich schon so früh geküsst und die beiden Liebenden haben inzwischen sicherlich schon eine ganz Schar an Mondmonsterchen in die Welt gesetzt -:)))

Dir einen lieben Gruß und es ist eine Ballade!

* jetzt klappt es -:)))

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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