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Anteilnahme

Die Frau gegenüber
ich weiß daß sie starb
Ich fühlte es nicht
Ich kannte sie kaum

 

Sie wohnte hier lange
in der Nähe der Kinder
Ich weiß daß sie starb
Ich fühlte es nicht

 

Ich seh sie am Morgen
weiß um keine der Sorgen
seh´ sie nur stehen
und sehe sie gehen ...

 

Sie steigt in ihr Auto
Wann kommt sie wieder?
Ich weiß daß sie starb
Doch ich fühlte es nicht

 

Ich schrieb eine Karte
Weiß um die Kinder
Worte die trösten -
Doch ich fühle sie nicht

 

 

Freitag, der 30.Sept.2016

 

 

 

 


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Text u. Foto Bruni Kantz

Kommentare

von Natur aus wohl so eingerichtet. Diese Be-grenzung behütet uns auch.
Sagen wir ja zu uns selbst.
Ich grüße Dich ganz herzlich

von bruni am 2.10.16

So sind wir, liebe ULLI,
es ist nicht einfach, zu genau darüber nachzudenken, denn jede Antwort wirft eine neue Frage auf… und wir erkennen wohl nur, so ist es, kann gar nicht anders sein, weil wir sind wie wir sind…und kennen bedeutet nicht unbedingt mitfühlen. Es bedeutet auch Abstand.
Liebe Sonntagsgrüße
von Bruni an Dich

Liebe Bruni, diese Zeilen gehen mir nah- was fühlen wir, was nicht und warum, dabei lasse ich es mal bewenden.
Liebe Grüße
Ulli

von bruni am 1.10.16

Ja, so muß es sein, liebe DIANA.
So gelingt es uns, klar zu kommen mit dem so Unerklärlichen… Ist ja schwierig genug. Das Abgrenzen hilft.
Liebe Samstagsgrüße
von Bruni an Dich

von diana am 1.10.16 - http://versspruenge.wordpress.com

beeindruckende worte, liebe bruni, und ja, ich glaube, es ist ein schutzmechanismus. stell dir vor, wir würden uns jeden tod zu herzen nehmen… ich glaube, wir würden verrückt.
das hast du wirklich gut in worte gebracht, liebe bruni!
sei lieb gegrüßt,
diana

von bruni am 1.10.16

So ist es, liebe GERDA, nur der eigene Verlust schmerzt so sehr.
Ist es ein Schutzmechanismus, der uns das Sterben der Anderen nie in diesem Maße erkennen/fühlen läßt? Ein Abstand dazu, der automatisch funktioniert?

von gerda am 1.10.16 - http://gerdakazakou.com

wahr! Bei anderen nehmen wir das Sterben als das hin, was unausweichlich ist. Es geschieht. was soll ich trauern? Nur der eigene Verlust schmerzt über die Maßen. Wir sind weit davon entfernt,den Schmerz der gesamten Kreatur zu spüren. Nur manchmal rührt er uns an, tief innen.

von bruni am 30.9.16

Ich denke seit einigen Tagen über dieses Phänomen nach, lieber FINBAR. Dieses Sterben in unserer Nähe und es bewegt nichts in uns, wenn wir den Menschen eigentlich nicht bez. nur vom Sehen kannten.
Unsere Gefühle halten sich zurück…
.

Liebe Grüße zu Dir

von finbar am 30.9.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Traurig, aber wohl wahr…

Ein Poem, das Worte findet,
die tief beeindrucken!

Liebe Septembergrüße vom Finbar

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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