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Kindheit, die uns prägt

Es muß schrecklich sein, als Kind
ständig auf der Hut zu sein, nach
den Stimmungen der Eltern zu
forschen, des Vaters, der Mutter,
nach ihren Launen, wann sie wie
reagieren, wie könnte eine evtl.
Strafe, ein Maßregeln ausfallen
oder wann würden sie verzeihend
und verstehend lächeln und uns
in die Arme nehmen?

 

Wann könnten wir ihnen etwas für
uns sehr Wichtiges anvertrauen,
wann sollten wir besser schweigen,
wie sollten wir uns verhalten, um
ihnen nicht zu mißfallen, zu
welchem Zeitpunkt könnten sie
uns wohlgesonnen sein, wann
könnten wir ihnen von unseren
kleinen und großen Kümmernissen
erzählen?

 

Schrecklich, über all das immer-
zu nachdenken zu müssen


Kann es sein, daß dieses unentwegte
Achtgeben unser gesamtes weiteres
Leben beeinflusst, daß es uns unse-
re kindliche Unbefangenheit nimmt
und wir uns zeitlebens beherrschen,
viel zu oft verkrampft reagieren, weil
wir ein Verhaltensmuster aus der uns
prägenden Kindheit nicht ablegen
können?


Wir wollen nicht anecken, wollen
lieb und nett und angepasst sein,
suchen nach Harmonie und merken
dabei nicht, daß unser eigenes
inneres Selbst in einem Lebenskäfig
steckt, den wir selbst bei weit ge-
öffneter Tür kaum je verlassen, weil
wir den offenen freien Raum fürchten,
der voller versteckter Fallen und
Abgründe steckt…

 

 

Sonntag, der 2. Okt. 2016


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Text u. Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 18.10.16

Liebe PETRA,
oh ja, sie prägt uns und sind die Zwänge zu krass, das Selbstbewußtsein wird ständig untergraben, niemals erfolgt ein Lob, sondern in Erinnerung bleibt nur Tadel, dann reicht das aus, um einen heranwachsenden Menschen für sein ganzes Leben zu verunsichern. Ich spreche jetzt nicht mal von den anderen Demütigungen, denen Kinder ausgesetzt sind, körperliche u. seelische.
Wir haben Glück, wenn wir andere Eltern sein können.
Herzliche Abendgrüße von Bruni

von petra am 18.10.16

Liebe Bruni, aus deinen wahrhaftigen Zeilen erkenne ich mich ein Stück wieder.
Alles,was im Elternhaus passiert, prägt uns. Dabei ist es egal, ob wir behütet oder weniger behütet aufwachsen.
Aber irgendwann ist man alt genug, um seinen eigenen Weg zu gehen und dann ist jeder für sein Handeln selbst verantwortlich. Wir werden mit Sicherheit nicht die gleichen Fehler machen, aber dafür andere.
Sehr liebe Grüße zu dir, liebe Bruni, von Petra

von bruni am 9.10.16

hm, liebe ULLI,
ich habe es jetzt zur Hälfte gelesen u.  bisher erkenne ich noch nichts von einer Opferrolle.
Mal sehen, wie es weitergeht.
Liebe Abendgrüße
von Bruni

Ja bruni, ich hatte mir gedacht, dass es mit Knausgard zu tun hat, nun ... er hatte es nicht leicht mit seinem Vater, es muss wirklich dramatisch gewesen sein, wenn es so war, wie er es schrieb.
Trotzdem dachte ich auch bei ihm mit der Zeit, dass er sich wie das ewige Opfer verhält und das genau stört mich!
Es ist ein grosses Thema und ich glaube eben daran, dass viele wirklich etwas ändern könnten, wenn sie es denn wirklich wollten ...
herzlichste Abendgrüsse an dich
Ulli

von bruni am 9.10.16

Liebe GERDA,
oh ja, dieses Bedürftigsein nach guten und ruhevollen Gefühlen schränkt wirklich ein. Es ist sehr schwierig, sich daraus zu befreien u. zu 100 % wird es sehr selten möglich sein.
Das Grundvertrauen wurde in der Kindheit ständig getreten, zerstört und die Seele wurde dauerhaft krank.
Hier ist keinerlei Transplantation möglich…

von gerda am 9.10.16 - http://gerdakazakou.com

Du hast ein großes Thema schön auf den Punkt gebracht, liebe Bruni. Dies “Nicht-Anecken-Wollen” ist ein Kindheitserbe, das fortwirkt, solange die Bedürftigkeit bestehen bleibt. Bedürftig sein - das ist die eigentliche Falle, in der sich, einmal gefangen, die Freiheit aufzehrt.

von bruni am 7.10.16

Es ist bei jedem anders,
liebe BÄRBEL…. Du hattest Glück als drittes Kind
.

Liebe Grüße zum Wochenende an Dich

von minibares am 7.10.16 - https://minibares.wordpress.com

sowas kannte ich nicht.
meine Geschwister (5 und 10 Jahre älter)
hatten vorgearbeitet.

von bruni am 6.10.16

Eine so wundervolle Begrüßung braucht ein erfülltes und reiches Leben, lieber HELMUT. Schöner kann man einen kleinen neuen Menschen nicht begrüßen.
Danke für Deine Worte, lieber HELMUT!
Herzlichst
Bruni

von bruni am 6.10.16

Liebe ULLI,
hier war alles anders…
Die Gedanken kamen mir bei Knausgards *Sterben* Seine unterschwellige ständige Angst vor dem Vater.
Bei mir zuhause war da meine Oma, zu der ich immer gehen konnte, wenn auch meine Mutter nichts verstand…
Mein Käfig ist weit offen *lächel*. Auch wenn ich um ihn weiß.
Nie Liebe zu erfahren in der Kindheit ist eine böse Geschichte, die kaum je wirklich zu Ende gehen wird.
Liebe Abendgrüße
von mir an Dich

von Helmut am 6.10.16 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Ist es anders möglich? Vielleicht, wenn man Neugeborene so begrüßt wie wir es von einer indianischen Schamanin gehört haben: “Schön Dich willkommen heißen zu dürfen. Zeige mir (uns) wer Du bist.”

Liebe Bruni, ja, die Kindheit ist prägend, aber sie ist kein Käfig für immer, man kann all das wandeln! Und was gerne vergessen wird, ist erstens, dass daraus Ressourcen wachsen und zweitens, dass es mehr als nur die prägenden Eltern gibt, da gibt es vielleicht eine Grossmutter oder einen Grossvater oder eine Tante, einen Onkel oder ..., die das Kind geliebt haben. Was mit Menschen wird, die keinerlei Liebe erfahren haben, das steht auf einem ganz anderen Blatt und das kann dann meistens nicht gewandelt werden.
Mal so in Kürze ...
herzliche Grüsse
Ulli

von bruni am 5.10.16

Ja, das finde ich auch, lieber FINBAR! grin
.


Herzliche Grüße von Bruni
an Dich

von finbar am 5.10.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Und WAS für ein großer,
körperlich, wie geistig!

von bruni am 4.10.16

Lieber FINBAR,
ohne dieses Buch wären mir meine Worte nicht eingefallen und ich dachte es mir, daß Du Parallelen ziehst.
Ich wäre sehr verwundert gewesen, hätte ich mich hier geirrt…
Sehr herzliche Grüße an Dich
von mir
PS Aus dem kleinen Karl wurde ein großer Mann ...

von finbar am 4.10.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Klasse Norwegen-Melancholie, liebe Bruni,
ja, so wie dem kleinen Karl,
erging es auch mir,
seeeeehr gut den Ton der Kindheit getroffen!
Herzliche Oktobergrüße
vom Finbar

von bruni am 3.10.16

Liebe BARBARA,
Du kannst es Dir also auch vorstellen…
In dieser Weise erlebte ich es nicht und doch weiß ich, da war etwas, was mir meine ursprüngliche Unbefangenheit nahm.

So gesehen, war die Kindheit schrecklich - ein Glück, dass diese ganzen Überlegungen, die wir anstellen mussten, weit in die hinterste Ecke gedrängt wurden.

von bruni am 3.10.16

Einiges können wir abschütteln, aber nicht alles und damit zu leben ist oft nicht so ohne, liebe ANNA-LENA. Es ist uns selbst meist kaum bewußt u. wir grübeln,  was uns diese unklaren Probleme bereiten könnte.
Mir wurde es beim Lesen kürzlich mal wieder bewußt…
Auch Dir liebe Grüße
in den Tag der Einheit, von der ich glaube, daß sie keine echte ist.
Bruni am trüben Morgen

Ich bin sicher, wie tragen solche Fesseln ein ganzes Leben lang mit uns. Manchmal gelingt es uns, uns daraus zu befreien, doch manche geben wir sogar weiter…
Ein nachdenkenswerter Text, liebe Bruni.

Liebe Grüße in den Einheitstag,
Anna-Lena

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