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Wo blieb der Zauber

Alle tanzen, nur du
bleibst in der Ecke stehen


Der Zauber deiner Wünsche
verfliegt und du findest ihn
in einem Abfallhaufen wieder


Die Sonne scheint nur noch
grün, nichts fühlt sich mehr
weich und richtig an


Deine frohe Erwartung
zerplatzt wie eine
schillernde Seifenblase
die dir einen Moment
vorgaukelte, du wärst ein
Mensch wie alle…


Alles, was Du hofftest
gerät aus dem
Gleichgewicht


Du fühlst dich wie ein
gefangener Vogel in einer
falschen Welt


So leise es geht schleichst
du dich aus dem Glanz, der
den anderen gilt


Doch die Zeit vergeht und
es kommt wieder ein Tag,
an dem werden es andere
sein, die in den Ecken
stehen…

 


Mittwoch,  24. Febr. 2016

 

 

 

 


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 26.2.16

Liebe MARLIS, wenn du in der Nähe bist, bleibt keiner abseits stehen, das weiß ich ganz gewiss!
Sehr herzlich
Deine Bruni am Freitagnachmittag

von bruni am 26.2.16

Liebe ULLI, ich dachte tatsächlich an ein Mädchen mit Kopftuch, das so gerne mitmachen möchte und keiner tanzt mit ihr, weil sie ja anders ist…
Dabei ist sie wunderschön.
Irgendwann wendet sich das Blatt, oh ja.
Mein ursprünglicher Gedanke war ein anderer, aber den verwarf ich ganz schnell wieder.
Herzliche Grüße von mir an Dich

von Marlis Hofmann am 26.2.16 - http://wederwill.wordpress.com

Berührende Worte, die die große Sehnsucht in mir wecken, dass eines Tages keiner abseits stehen muss. Das zu erreichen, auch wenn es illusorisch klingt, kann ein Ziel sein, an das jeder einzelne Mensch glauben sollte. Denn dann könnte auch jeder einzelne dazu beitragen.
Ganz herzlichen Dank für deine guten Worte,
herzlichst Marlis

Liebe Bruni, Ich kann nicht anders, als an einen Menschen denken, der fliehen musste. Ob dein Gedicht darauf anspielt weiss ich nicht ... und ob jede und jeder, die gerade grosse Schmach und Beschimpfungen erfahren es noch erleben werden, dass die, die heute pöbeln, später in der Ecke stehen?
ich grüsse dich herzlich
Ulli

von bruni am 25.2.16

Liebe BÄRBEL, ja, so kann man es auch lesen.
Eigentlich ist *Mauerblümchen* ein wunderschönes Wort, stelle ich eben fest. Ich habe es schon lange nicht mehr gehört.
Liebe Abendgrüße
von Bruni an Dich

von minibar am 25.2.16 - https://minibares.wordpress.com

Liebe Bruni,
ein tolles Gedicht über Mauerblümchen.
deine Bärbel

von bruni am 25.2.16

Oh, danke, lieber FINBAR,
Deine Worte tun gut.
Sie lassen den Tag leuchten *lächel*.
Sehr herzliche Grüße von mir
an Dich
Mir ging es natürlich auch um das Übertragbare der Situation und es scheint, als hätte ich es geschafft.

von finbar am 25.2.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Ein seeeehr aussagekräftiges Poem von dir, liebe Madame de la Poesie,

ein Meisterwerk,
auf viele Art und Weisen interpretierbar…

Hab einen schönen Tag!!
Herzlich, Finbar

von bruni am 25.2.16

Guten Morgen, liebe ANNA-LENA, genau so ist es, es läßt sich übertragen. Wenn du das in meinen Zeilen erkennst, dann hab ich mein Zeil erreicht, denn darauf wollte ich hinaus!
Deine Erklärung, wie ein solches Gefühl entstehen kann, ist sehr schlüssig und ähnlich waren meine Gedanken beim Schreiben.
Oft sind es tatsächlich *nur* die falschen Menschen um uns herum und wir sind zu leise im Gewühle der Megalauten!
Oder da steht einer, der so gerne dazugehören wollte und erkennt, es gelingt nicht - aber auch da hat er/sie es an der falschen Stelle probiert…
Es läßt sich auf so vieles übertragen und ich bin froh, daß ich es herausarbeiten konnte…
Danke für Deinen guten Kommentar, liebe ANNA-LENA
Herzliche Morgengrüße von Bruni an Dich

Sehr gelungen, liebe Bruni und auf viele Situationen übertragbar.
Manchmal geraten wir aus dem inneren Gleichgewicht, weil unsere Wünsche keinen Anklang finden. Haben wir die falschen Menschen um uns herum? Sind wir nicht laut genug, uns verständlich zu machen?
Aber zu resignieren wäre falsch. Wir sind für uns verantwortlich und haben unsere Wünsche. Und sie bleiben, auch ohne das Zutun anderer. Warten wir also auf die Gelegenheit, wenn wir dran sind.

Nachdenkliche Grüße aus dem frisch gefallenen Schnee,
Anna-Lena

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