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Vom Konjunktiv

Als ich dem Konjunktiv wieder begegnete,
war ich erstaunt, wie groß und stark er
geworden war in all den Jahren, in denen
ich ihn aus den Augen verloren hatte

 

Als unscheinbare graue Maus kannte ich
die Möglichkeitsform von früher.
Inzwischen hatte sie wohl eine
Geschlechtsumwandlung hinter sich und
mit dem Künstlernamen


D E R   K O N J U N K T I V


große Berühmtheit erreicht

 

Alle Welt kannte ihn, er war bei allen
Sendern begehrt -  in jeder Talkshow
fühlte er sich zuhause.
Er hatte sich einen Namen gemacht,
war bekannt wie ein bunter Hund und
alle wollten von ihm hören, lesen und
ihn sehen

 

Er war der Herr, der´s möglich macht,
aber zum Leidwesen seiner Fans gab er
niemals Autogramme grin

 

 

Donnerstag, 18. Aug. 2016


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Text u. Foto Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 22.8.16

Liebe BARBARA,
oh ja, damit ist gut verstecken *g* und doch ist er auch die Wunschform, das, was möglich sein könnte, wenn alles anders wäre *lach*. Ich mag ihn, aber möglichst im privaten Bereich, zum Träumen
.

Herzlichst Bruni

von was bleibt am 22.8.16 - http://hellaverde.wordpress.com

Liebe Bruni,
Der Konjunktiv ist ein fauler Geselle. Er schwafelt nur. Sein Bruder ist das   “man”, das genau so in den grauen Nebeln der Politik zuhause ist wie der obengenannte. Außerdem sind beide ein bequemer Rückzugsort für alle Bequemen, die sich ein Hintertürchen offen lassen wollen.

von bruni am 21.8.16

Liebe DIANA,
Du meinst, wenn er die Steuern senken würde, wenn es absolut nicht feststehst, daß er es tut u. trotzdem
wird es nicht durch den Konjunktiv kenntlich gemacht.
Finde ich seltsam, um nicht zu sagen, ich fände es falsch, wenn es so wäre grin
Liebe Grüße an Dich von mir
PS Ich glaube Dir natürlich, daß es so ist!

von diana am 21.8.16 - http://versspruenge.wordpress.com

liebe bruni, ein beispiel… hm, ok: “der präsident sagte, dass er die steuern senken wird.”, ist falsch: hier muss auf jeden fall der konjunktiv “werde” stehen. und das wird im alltäglichen sprachgebrauch mehr und mehr vernachlässigt. vermutlich ist es aber sogar schon “erlaubt”. wink
liebe grüße!
diana

von bruni am 19.8.16

Liebe DIANA,
kannst Du mir ein Beispiel nennen? Ich weiß nicht ganz genau wie und was Du meinst.
Die schriftliche Rede, so wie wir jetzt miteinander reden, die ändert sich sehr im täglichen mündlichen Sprachgebrauch, vor allem bei den jungen Leuten u. doch müßte der Konjunktiv doch unersetzlich sein, oder nicht?

Lieber ruß von Bruni an Dich

von diana am 19.8.16 - http://versspruenge.de

sehr gut, liebe bruni!
im übertragenden sinne wohl sehr zutreffend…
(wobei der konjunktiv im ganz konkreten sinne ja mehr und mehr aus der sprache verschwindet… die indirekte rede bspw., die eigentlich den konjunktiv benötigt, wird immer häufiger ohne verwendet.)
fein-sinniger text!
herzlichst,
diana

von bruni am 19.8.16

Dürfte es es bissel weniger sein, hab ich tatsächlich noch nie gehört, lieber FINBAR, oder ich erinnere mich nicht grin
.

Und trotzdem bin ich dem Morgen zufrieden *g* u. einen guten u. sonnigen Morgen wünsche ich Dir

von finbar am 19.8.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Die Menschen träumen halt gerne, und am liebsten immer von dem, das sie nicht haben…
Sie neigen bei allem zur UNZUFRIEDENHEIT…

von bruni am 18.8.16

Tja, ich wünschte, ich hätte und wäre es möglich gewesen, hätte ich die Möglichkeiten anders genutzt…
In aller Munde ist er, der Herr Konjunktiv.
Und die Fahrradkette ist immer wieder ein feines Beispiel, liebe ULLI
.

Liebe Grüßle von mir

Hätte, hätte Fahrradkette ist ein oft auf den Konjunktiv bezogene Redewendung.

Eine fein ironische Sichtweise schenkst du uns hier, danke, liebe Bruni und von Herzen gegrüsst
Ulli

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