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Was ist das Meer

Was verbirgt sich hinter dem un-
scheinbaren Wort mit den wenigen
Buchstaben?
Ok, nennen wir es Weltmeer, dann
klingt es schon nach so viel mehr
Meer, nach Ozeanen, die Erdteile
trennen und sie sogleich wieder
verbinden


Schiffe, kleine Boote, große Kähne
Lastenträger, die regelmäßig ihre
Routen fahren, Luxusliner, die ge-
langweilte Menschen tragen und
ihnen die Eindrücke bis in ihre
gierigen Münder bringen


Ein gefräßiges Ungeheuer ist das
Meer, ungeheuerlich seine Natur-
gewalt, niemals kraftlos und träge
scheint nur seine Oberfläche, wenn
alle Winde schweigen und sämtliche
Segel erschlaffen


Überschäumend und voller Freude
bis ihm die Ufer Einhalt gebieten
und oftmals fügt es sich nur wider-
willig und braust wild noch in
mancher Nacht.
Manch gebeutelte Klippe kann ihr
Lied von ihm singen


Seine ungebändigte wilde Schönheit
beeindruckt unsere fühlenden Sinne
und wie oft schreiben wir ihm
freudige Gedichte, wenn uns seine
ungestüm hochaufsprühende Gischt
vor Lebenslust mindestens bis zur
Nasenspitze reicht und wie lieben wir
die sandigen oder auch steinigen
Strände, die wir nach Schnecken und
Muscheln absuchen und stundenlang
könnten wir dem Wellengeriesel zu-
sehen, wie es langsam im Sand ver-
sickert, ohne auch nur einen einzigen
Laut von sich zu geben, kein aller-
letztes sattes Schmatzen, kein Seufzen,
kein erneutes Atemholen, nichts mehr,
nur der feuchte Sand zeigt, wohin es
verschwand, ein kleiner Priel bleibt
vielleicht und in ihm landen unsere
Gedanken, die ihm folgen und unsere
Füße tragen uns weiter…


Wieviele Menschen drängt es mit
Macht zum Meer, manch einem reicht
das Land nicht aus, er fordert den
Zweikampf mit den nassen Gewalten
stets aufs Neue heraus…


Das ist das Meer mit den wenigen
Buchstaben und es ist so viel mehr
als nur Meer, es ist Traum und
erfahrbare Realität


Such es dir aus. Mach ein nigel-
nagelneues Meermärchen daraus…

 

Freitag,  der 15. April 2016

Sonnenuntergang in Costa Rica
image
© Corinna Kantz

Kommentare

von bruni am 9.4.18

Liebe GERDA,
und wie schön ist es, Dich hier zu finden, die Du täglich dem Kreislauf des Meeres mit eigenen Augen folgen kannst, seinen Wellenkindern beim übermütigen Spiel zusiehst und erkennst, wie sie am Ende müde im Sand zu Deinen Füßen versickern ...
Lächelnde Grüße von Bruni

von gerda am 9.4.18 - http://gerdakazakou.com

Wie schön, hierher geführt worden zu sein. Wunderbar hast du die vielen Saiten des Meeresgesangs angeschlagen, liebe Bruni, sogar dem Schweigen, wenn das Wasser lautlos versickert,bist du mit deinen Gedanken gefolgt, und so folge auch ich dem großen Kreislauf, der sich mit jeder Welle wieder und wieder eröffnet

von bruni am 8.11.16

Schön, liebe Fee,
wie Du die Zeilen über das Meer mit Deinen Worten ergänzt.
Oh ja, es ist mehr als nur ein Wort mit vier Buchstaben, so viel mehr
Danke für Deinen Kommentar
und liebe Abendgrüße von mir

von Karfunkelfee am 8.11.16

Das Meer ist das, was bereits da war, als es uns noch nicht gab. Es ist der ewige Ozean und wir sind Süchtige seiner Gezeiten und Wellen. Immer wieder zieht uns das Salzige des Meeres zu uns selbst in unseren tiefsten Grund und erinnert uns daran, dass wir, bevor wir Menschen wurden, Kiemenatmer waren. Das Meer ist die Mutter, die Ursuppe des Lebens, die Lebengebärende. Es fordert seinen Respekt ein, wer einmal im Dienst des Meeres stand und es liebte, vergisst es nie mehr. Das Meer.

von bruni am 18.4.16

Liebe PETRA,
das glaube ich Dir gerne, daß Du Dich schon in Deinen nächsten Meeresurlaub hineinträumst. Wenn der Alltag uns sehr niederdrückt, dann träumen wir uns dorthin, wo wir Entspannung sehen und das Meer bietet sich an, es ruft nach uns…
Liebe Grüße zu Dir nach Dresden
von Bruni

von bruni am 18.4.16

Liebe MARLIS,
tja, die Sehnsucht nach dem Meer…
Sie bedeutet wohl Freiheit. Freiheit von so vielem kann es sein, vom Alltag auf alle Fälle, von der Eintönigkeit der Tage, von Alltagsgedanken…
Das Meer, das so grenzenlos scheint und am Horizont immer noch nicht zu Ende ist. Manchmal würde uns ein kleines Meer schon reichen, eines, in dessen Tiefe wir nach Belieben versinken und wieder auftauchen. Vielleicht schreiben wir aus genau diesen Gründen auch Gedichte - Du und ich auch…
Liebe Grüße an Dich von mir

von petra am 18.4.16

Warum das Meer so eine Faszination auf uns ausübt, liebe Bruni, ist nicht in einem Satz zu sagen. Aber das ist auch nicht notwendig, denn du hast es in deinem einzigartigen Meeres-Poem wundervoll zum Ausdruck gebracht.
Ich träume mich ans Meer und freue mich auf meinen nächsten Urlaub.
Liebe Grüße zum Abend,
Petra

Wie schön deine Worte fließen und das Meer beschreiben. Und bei mir Sehnsucht wecken, nach Urlaub und auch irgendwie nach etwas Unbestimmtem…
Ganz herzliche Sonntagabendgrüße an dich von
Marlis

von bruni am 17.4.16

Ach,Du hast es gehört,
liebe GABRIELE, das ist schön.
.

Es hat so viele Stimmen, das Meer. Sein Rauschen ist die eine und die vielen anderen setzt es nach Laune ein. Bei wildem Aufbrausen sollte man sich in acht nehmen, dann ist es wütend und überrollt, was sich ihm in den Weg stellt.
Herzlichst Bruni am Sonntagabend zu Dir

von pflug gabriele am 17.4.16 - http://zichoriezauber.blogspot.co/

während ich hier las, begann in meinem ohr das meer zu rauschen!
schöne zeilen, liebe bruni

mit lieben abendgrüßen
gabriele

von bruni am 17.4.16

Liebe DIANA,
es gibt tatsächlich so viel über das Meer zu sagen und alles stimmt, Dusteres, Schlimmes, die Sturmfluten und dann das andere, das Befreiende, Sehnsuchtsvolle, das Meer als Heilmittel für uns.
LG von mir an Dich am Sonntagmittag

von diana am 17.4.16 - http://versspruenge.wordpress.com

oh, wie schön vor allem die letzten zeilen: such es dir aus… JA, das meer ist so so vieles in einem. schillernd, geheimnisvoll, gefährlich - aber auch sehnsuchtstillend (oder weckend?) und innere ruhe schenkend.
eine feine hommage an das meer, liebe bruni!
meer (oder mehr) grüße :D
von diana

von bruni am 16.4.16

Lieber FINBAR,
eine kleine Ode, die ja noch so viel mehr vom Meer enthalten könnte, aber sooo viele Worte wollte ich ja nicht machen.
Oft Freund und manches Mal Feind, oh ja. Wenn es wütend ist, kennt es keine Gnade und keinen Halt, es fegt weg, was sich ihm in den Weg stellt. Masten und Schiffsrümpfe brechen und so kam ja auch Robinson in seine Inselwelt…
Vielen Dank für Deine tollen Kommentarworte. Ich freue mich sehr darüber.
Corinna hat damals viele besondere Fotos gemacht und gestern bei meiner Suche nach einem Meeresbild kam es mir so freundlich entgegen und passte so gut. Da konnte ich gar kein anderes mehr nehmen…
Herzlichst
Bruni, mitten in der Nacht

von finbar am 16.4.16 - http://finbarsgift.wordpress.com

Ein traumhaftes Poem
Eine Ode aufs Meer
Eine Welt für sich
Oft Freund
Manchmal Feind
Mir lieber
Als das Feuer…

Toll, liebe Bruni
Und ein famoses Foto
Von Corinna!
Herzlich, Finbar

von bruni am 16.4.16

Oh ja, das alles ist das Meer,
liebe ULLI,
und immer fällt einem noch etwas ein, was zu einem Meerestext unbedingt dazu gehört. Eigentlich schreibe ich eher weniger, versuche mich möglichst kurz zu fassen, aber in diesem Fall mußten es einfach mehr Worte sein und immer noch sind es viel zu wenige.
Danke für Deine tolle Ergänzung, die ich voll und ganz unterschreiben kann.
LG von Bruni an Dich

Das Meer, Sehnsuchtsort für Viele, aber auch Herausforderung, ein dunkles Grab, ich denke an die wartenden Frauen über die ich letztens schrieb und an die Figur, die ich in Spanien entdeckte, du hast sie ja gesehen. Meer ist Reichtum und jetzt leider zu einer Müllkippe mutiert. Meer ist Melancholie und Jauchzen, jenachdem ...
liebe Feierabendgrüsse
Ulli

von bruni am 16.4.16

Liebe BÄRBEL,
einfach ein kleiner Text über dieses Element, das in uns so viele Emotionen auslöst…
Liebe Samstagsgrüße an Dich

von minibar am 16.4.16 - https://minibares.wordpress.com

Liebe Bruni,
dein Gedicht ist wunderbar.
Es deckt vieles ab, was man am Meer tun kann.
so geht mein Mann gern bis ans Wasser.
deine Bärbel

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