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Das Alter

Sie fühlte sich reduziert
und war doch verstanden
und gut aufgehoben
in ihrer Familie


Was war passiert?
Was war geschehen?


Sie konnte es sich
nicht erklären…


Waren es die Jahre,
die unbemerkt
vorübergezogen waren?


War es der Winter, der
alles in Winterschlaf legte?


Ein Schleier bedeckte
ihre Sicht und verließ 
sie kaum noch…


Oder vermisste sie nur
die Sonne zu sehr?


Die Bücher, die an einem
bestimmten Platz stehen
müßten und plötzlich
unauffindbar waren…
Was war mit ihnen?


Gedanken, die mit den
Jahren kamen und eine
Trübheit speisten aus
längst Vergessenem


War es eine Krankheit, die sie
sich nicht erklären konnte,
weil ihr die Gedanken
entflohen und sich immer
weniger einfangen ließen?


Sie konnte nicht mehr
zurück zu ihren Gedanken
und allem, was ihr
lebenslang wichtig war


Und doch fühlte sie sich
verstanden und gut
aufgehoben…


Sonntag, 8.  März 2015

Heute ist Frauentag habe ich gelesen.
Gibt es denn auch einen Männertag
oder einen Menschentag?

 


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 10.3.15

Trotz ängstlicher Gedanken hin und wieder sollten wir also immer heiter denken, meinst Du,liebe Petra. Oh ja, das sollten wir u. an manchen Tagen ist es einfach. Aber es gibt die anderen, da ist es etwas schwieriger *lächel*
Das kennen wir doch alle. In den dunklen Monaten hadern mir mehr als in den hellen u. die hellen haben wir nun wieder laaange vor uns. Ist das nicht schön?
Herzliche Grüße an Dich von Bruni grin

von petra am 10.3.15

Einfühlsam und sehr nachdenklich stimmend ist dieses Poem, liebe Bruni.
Haben wir nicht alle Angst, ob Frau oder Mann, genau vor dieser Situation.
Trotz der Traurigkeit des Themas sollten wir immer positiv denken und in diesem Sinne einen sonnigen und lieben Gruß aus Dresden
Petra

von bruni am 9.3.15

Liebe Diana, ich denke auch, daß jeder Tag ein Menschentag sein sollte u. daß Frauen wie Männer gleich gut sind, wenn sich auch die Bereiche manchmal teilen, das ist doch eigentlich jedem klar. Männerdomänen sind schlecht u. Frauendomänen sollte es auch nicht geben u. doch sollten wir die guten Unterschiede genießen u. jeder froh sein mit dem Geschlecht, das ihm die Natur mitgegeben hat.
Ja, es ist ein weites Feld, das genau betrachtet werden müßte u. hier diesen Rahmen sprengen würde…
Ich bin sehr froh, daß Du meine Gedanken zum Alzheimer-Thema intensiv gelesen hast. Je älter wir werden, um so öfter gehen uns solche Dinge durch den Kopf u. mir geht es hier nicht anders, wie anderen etwas älteren Menschen.
Herzliche sonnige Grüße an Dich von Bruni

von diana am 9.3.15 - http://versspruenge.wordpress.com

jeder tag sollte menschentag sein, meine ich! und immer noch gibt es zu viele “männertage”, will sagen, die welt ist noch immer zu sehr beherrscht vom männlichen. aber das ist ein weites feld wink
und deine zeilen, die ich wunderbar leise, nachdenklich finde, jedoch gehen ja in eine ganz andere richtung.
schön, wenn ein mensch sich so geborgen fühlen kann.
ja, eine heimtückische krankheit ... und immer mehr menschen wird es im alter treffen.
du hast hier wunderschöne und treffende worte gefunden!
ganz liebe grüße zum wochenstart, liebe bruni,
von diana

von bruni am 9.3.15

Lieber FINBAR, eine Welt nur mit Männern kann ich mir genau so wenig vorstellen, wie eine ohne Frauen.
Ich denke, es ist wichtig, und nicht nur wegen der Fortpflanzung, daß beide Teile die Erde bevölkern.
Ich mag Frauen sehr, ich beobachte sie auch gerne, bewundere oft etwas Besonderes an ihnen und genau so geht es mir mit Männern. Beide sind gleich wichtig. Ein Teil braucht das andere, damit es ein Ganzes wird.
Einen lieben Nachtgruß von Bruni

von bruni am 9.3.15

Ja, liebe BÄRBEL, Alzheimer ist eine heimtückische Krankheit, denn genau darum ging es mir hier, sie kommt so leise, macht sich anfangs kaum bemerkbar. Wir suchen ja alle immer mal wieder nach einem Wort oder der Butter, die an anderer Stelle steht, aber dieses langsame Verschlimmern, das Erlöschen unseres Geistes, nach und nach, bis wir nichts mehr erfassen, bis wir ohne jegliche Orientiierung sind, die ist so entsetzlich mit anzusehen…
Ich habe vor einigen Tagen den Film Still Alice gesehen u. er hat mich in die Welt einer Frau getragen, die früh mit diesér Krankheit konfrontiert wurde.
Eine Professorin, der bei einem Vortrag mal ein Wort nicht mehr einfiel, das war der Beginn u. der Weg ging weiter, immer weiter, bis sie nicht mehr die war, als die sie jeder kannte…
Daran dachte ich, als ich meine Zeilen hier schrieb.
Liebe Grüße von Bruni

von finbar am 8.3.15

Es leben die Frauen
Was wäre die Welt nur
Ohne sie…

von minibar am 8.3.15 - http://minibares.wordpress.com

Ein Männertag? Vatertag? An Christi Himmelfahrt.
Diese Krankheit ist echt eine schlimme.
Aber auch da kann Glutathion helfen.
Liebe Grüße,  Bärbel

von Marlis Hofmann am 8.3.15 - http://wederwill.wordpress.com

Schöne Worte hast du gefunden, für unser Unvermögen, alles zu erklären und dafür, dass manches nicht zu erklären ist und manchmal auch nicht der endgültigen Aufklärung bedarf, sondern ein Verstehen, ein Geborgensein auch ohne das möglich sein kann.
Herzliche Grüße am Sonntagabend sendet dir
Marlis

von bruni am 8.3.15

Liebe Barbara u. was sagst Du zu den Worten im Gedicht?
Eine ältere Frau, die fühlt, daß mit ihr etwas nicht stimmt…

Deine Antwort zur Fußnote gefällt mir gut, denn auch ich würde mich für den Menschentag entscheiden grin
Herzliche Grüße von Bruni

von Worte sind wie Fenster am 8.3.15 - http://floreada2011.wordpress.com

Ich würde einen Menschentag wählen grin

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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