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menschsein

Was du ablehnst
was du zuläßt, hat dir
das leben diktiert


doch aus der freude
geborene lust am leben
gab es zu allen zeiten
für dich


du lebst mit
erinnerungen, die dein
menschsein prägten und
einer ständig gegen-
wärtigen gegenwart, die
mit unentwegt neuen
eindrücken nicht spart


nun mischt sich aber
die vergänglichkeit ein
in welchem maße, das
weißt du allein


sie bringt dir sorgen,
wirft dich aus deiner
gewohnten alltäglichen
bahn, nimmt der Sonne
den glanz und füllt
dich ganz


und doch kommt der herbst
mit goldenem licht
mit dem zauber der ruhe
die von neuem erwachen
und trostspendenden
wundern spricht

 


Sonntagabend, 14. juni 2015


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 18.6.15

Wie freue ich mich jetzt über Deinen Kommentar, liebe Marlis. Es war ein sehr intensives Schreiben, es mußte unbedingt genau so heraus,wie Du es nun liest.
Und zum Dürrenmatt ergänze ich noch u.hoffe, er ist nicht beleidigt…
*...und manchmal schlecht*
So ist es eben, dieses Menschsein
Herzliche Grüße an Dich
von Bruni

von Marlis Hofmann am 18.6.15 - http://wederwill.wordpress.com

Liebe Bruni, mir gefallen alle deine Gedichte - das weißt du schon lange, aber dieses “Menschsein” ist mit eines meiner liebsten und berührt mich sehr! Und wieder fällt mir der Dürrenmatt ein dazu “Was geschieht, bist du. Es geschieht dir recht.”
Herzliche Grüße,
Marlis

von bruni am 16.6.15

ja, der erste große buchstabe, aber dann schmerzt die linke schulter wieder u. mit kleinen geht es weiter, liebe barbara…
genieße deinen erdbeerkuchen mit schlagsahne, ich tue es auch, obwohl die vergänglichkeit uns über die schulter linst grin eigentlich sieht sie doch ganz nett aus, findest du nicht?

von minibar am 16.6.15 - https://minibares.wordpress.com

Hey, der erste große Buchstabe, liebe Bruni!
Oh ja, die Vergänglichkeit, die wird mir jeden Tag mehr bewußt.
Trotzdem genieße ich die Schönheiten da draußen, schlecke mir die Lippen nach Erdbeerkuchen oder anderen Sorten - mit viel Sahne, lach.
Also ich gebe nicht auf, deine Bärbel
Weißt du, dass Barbara die Fremde heißt?
So ist mein captcha und genau mit meinem Alter.

von bruni am 16.6.15

Lieber Finbar, ich wußte genau, daß Du es so lesen würdest und die Bestätigung freut mich jetzt über die Maßen. Es ist nicht einfach, Melancholisches zu fühlen, aufzuschreiben und dann am Ende das Hoffen nicht aufzugeben. Aber es muß gelingen, weil es ein (lebenswertes erhaltender) wichtiger Faktor ist.
und die herzlichsten morgengrüße send ich nun auch an dich, lieber Finbar

von finbar am 16.6.15 - http://finbarsgift.wordpress.com

...ein zauberschönes mono no Aware Poem von dir, liebe Bruni,
trotz des “versöhnlichen, letzten Abschnittes”, den die anderen Kommentatoren so herausheben…

herzliche Morgengrüße
Finbar

von bruni am 15.6.15

Gutes und anderes passiert uns, liebe EMILY, und ohne Gelassenheit ist es manchmal kaum auszuhalten. Aber das Schöne um uns herum, das entschädigt und im sommer ist so vieles zu genießen. Davon zehren wir dann in der kalten Jahreszeit…
Liebe späte Grüße - kurz vor Mitternacht - an Dich von Bruni

von bruni am 15.6.15

Liebe ANNA-LENA, melancholisch ist bei mir vieles, ich weiß es ja, aber es gibt so vieles zu verarbeiten, und da muß das auch mal sein. Versöhnendes ist aber dann auch sehr notwendig u. ich hätte nicht ohne diesen letzten Vers abgeschlossen, wirklich nicht *lächel*. Der war mir sehr wichtig.
Liebste Grüße an Dich von Bruni

Auch mich hat die letzte Strophe versöhnt, es wäre mir sonst zu melancholisch gewesen und so gar nicht passend zum Sommer.

Liebe Grüße
Anna-Lena

von Emily am 15.6.15 - http://www.emily221.wordpress.com

Manchmal frage ich mich, wer da “oben” am Steuer sitzt und diese ganze Feinmechanik steuert, die du so passend in Worte gekleidet hast ☼
Ganz liebe Grüße zu dir!

von bruni am 15.6.15

Der letzte Vers ist der hoffnungsvolle, der aufbauende, der zeigt, es geht weiter, es kommt Wohltuendes, Gutes, das wärmt und tröstet, wenn Trost vonnöten ist und jubelt, wenn er mit der Freude zusammentrifft.
Liebe Barbara, ich grüße Dich zum sonnigen Abend
Deine Bruni

von wortwesen-du/bmh am 15.6.15 - http://wortwesen2014.wordpress.com

Die letzte Strophe hat es mir angetan.
Wunderschön. LG

von bruni am 15.6.15

Liebe Diana, Deine Worte zu meinen Zeilen freuen mich sehr.  Sie entstanden am Samstagmorgen. Hängt wohl mit dem Buch zusammen, das ich im Moment lese, in dem es um eine sehr liebenswerte ältere Frau geht, die aus dem Seniorenheim verschwindet, um sich selbst eine letzte Reise in ihre vergangene sorglose Kindheit zu gönnen u. die nun angstvoll vom Enkelsohn gesucht wird…
Dir liebe Grüße in die beginnende Woche
von Bruni

von diana am 15.6.15 - http://versspruenge.wordpress.com

wie wahr, liebe bruni, und wie tröstlich die letzte strophe!
sie ist wie balsam für das vorhergehende, das uns wohl umtreibt, den einen mehr, den anderen weniger.
deine zeilen klingen sehr erfahren, haben tiefe, ganz wunderbar.
sommersonnige grüße dir
von diana

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