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Schwierige Zeit

Wenn du vergisst,
welcher Tag heute ist,
den Sieg nicht mehr
feierst, weil du an
ihn nicht mehr denkst,
Lebenslang Wichtiges
völlig in der Ver-
senkung verschwindet


deine Socken vergisst
und barfuß in deine
Winterstiefel steigst,
Termine vergeigst,
Bücher verlegst


Die Butter im unteren
Fach der Spülmaschine
gelandet ist und dort
ihre Runden dreht


Wenn dich einer nach
deinen Heckenrosen
fragt und du ihm
statt eines kleinen
Sträußchens einen
Zahnstocher bringst


Dann beginnt eine
schwierige Zeit


Donnerstag, 22. Jan. 2015

 


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 25.1.15

Es gibt aber auch Fälle, liebe ANNA-LENA, da kommt zwar die Vergeßlichkeit u. macht uns sehr verdrießlich, aber es wird nicht sooo schlimmm, daß wir es als echte Altersdemenz bezeichnen könnten.
Darauf hoffe ich grin. Immer mehr, wenn ich es nicht gerade vergesse…
Herzliche Grüße an Dich von mir

von bruni am 25.1.15

Liebe BARBARA, sie rückt schneller in den Vordergrund, als wir es wahr haben wollen. Plötzlich bemerken wir es mehr u. mehr u. dannn denken wir darüber nach, wie es sein könnte, wenn es noch mehr wird…, dieses seltsame Altersgebrechen
Ich vergesse aber nicht, Dir liebe Grüße zu senden
Bruni

bei Deinen Worten, weht es jeden, der ein wenig älter ist als ... kühl an.

Beängstigend ist die Vergesslichkeit auch, wenn sie weniger zugespitzt in den Vordergrund rückt.
Liebe Grüße
Barbara

von Anna-Lena am 24.1.15 - http://visitenkartemyblog.wordpress.com/

Gedanken daran schiebe ich immer gern weg, aber wir können nicht verdrängen, dass es uns mal so gehen wird.
Den Film wollen wir uns unbedingt ansehen.
Liebe Grüße zur Nacht, liebe Bruni grin .

von bruni am 23.1.15

Ich kann es mir sehr gut vorstellen, liebe Astrid. Die lichten Momente werden dann schlimm sein. Das Nachdenken darüber macht mich traurig. Wie schön wäre es, wenn es ein Heilmittel gegen diese verschiedenen Arten von Demenz geben würde. Es ist ein entwürdigender Weg, den so viele Menschen da gehen müssen…Es sollte ihn nicht geben.
Liebe Grüße in die Nacht hinein von Bruni

von Astrid Bergmann am 23.1.15 - http://astrid-bergmann.blog.de

liebe bruni, tolles poem, sehr treffend beschrieben.
es ist nicht lustig für die betreffenden da sie es selbst wahrnehmen, leider nicht nur am anfang, oft auch später wenn sie lichte momente haben, es macht sie traurig oder auch aggressiv. lg astrid

von bruni am 23.1.15

Manchmal denke ich darüber nach, wie es ist, wenn frau/man immer vergeßlicher wird u. dieser neue Film, der gerade in den Kinos läuft “Honig im Kopf” hat ja auch dieses schwierige Thema. Er soll er gut sein, auch sehr (be)rührend *lächel*
Liebe Grüße an Dich von Bruni

von diana am 23.1.15 - http://versspruenge.wordpress.com

bitterwahre zeilen, liebe bruni, sehr (be)rührend.
herzlichst,
diana

von bruni am 23.1.15

Guten Morgen, lieber Finbar, wie gut hast Du meine Zeilen verstanden u. ich freue mich sehr, daß Du sie genau so aufgefasst hast, wie ich sie auch meinte, während ich schrieb, nämlich mit völligem Ernst u. Ängsten u. gleichzeitig doch mit einem verständnisvollen Augenzwinkern
Sehr herzliche liebe Grüße zu Dir von Bruni

von finbar am 23.1.15

Wie rührend, liebe Bruni,
Wie berührend, deine Zeilen…

Wie humorvoll, liebe Bruni,
Wie wundervoll witzig!

Wie genau passend, liebe Bruni…
Was meine Socken angeht, die ich inzwischen fast überall versemmele und wieder finde oder auch nicht *lächeln*

Danke für dieses bezaubernde Poem!
Bonjour, Madame de la Poesie smile

von bruni am 22.1.15

grin na ja, liebe Marlis, die Butter habe ich noch nicht aus Versehen in die Spülmaschine gelegt… und als ich den Vers mit der Heckenrose u. dem Zahnstocher schrieb, da mußte ich beim Schreiben selbst lachen *g*
Herzliche Grüße in die Nacht zu Dir

von Marlis Hofmann am 22.1.15 - http://wederwill.wordpress.com

schwierige Zeiten brechen dann an und man kann nur hoffen, dass dann eine Basis da ist und bleibt, auf der man sich - in gewissen Grenzen natürlich - den einen oder anderen Glücksmoment vom Schicksal ertrotzen kann.
Aber ach, man hat gut reden, solange es einen noch nicht selbst betrifft, persönlich oder als Angehörigen. Deine Worte sind trotz allem liebevoll gewählt, man möchte den Zahnstocher gern annehmen und sich mit einem Lächeln dafür bedanken!
Herzliche Grüße,
Marlis

von bruni am 22.1.15

Liebe Petra, es ist schlimm, mitzuerleben, wie sich jemand verändert, den man immer ganz anders kannte, der quirlig u. lebensfroh war, ein Meister im Denken und im Wissen. Nun verändert er sich, Schrittchen für Schrittchen und wir können es nicht ändern, wir müssen uns an die Veränderung gewöhnen u. irgendwie mit ihr leben… Wirklich eine schwierige Zeit, die dann beginnt.
Liebe Grüße von Bruni

von petra am 22.1.15

Liebe Bruni, dein Gedicht berührt mich zutiefst.
Durchlebe ich das zur Zeit mit meiner Mutter.
Ganz besonders schlimm empfinden es die Betroffenen, denn sie bemerken anfangs, was ihnen nach und nach verloren geht.
Eine schwierige Zeit beginnt für Betroffene und deren Familien.
Liebe Grüße von Petra

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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