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Kein Bullerbü

Als ich noch in Bullerbü lebte,
täglich in den Ästen der Bäume
und am Abend an der Schürze
der Mutter hing,

da hatte ich immer das Gefühl,
die Welt sei ringsum in Ordnung


Dann wurde ich älter und
erkannte, so, wie ich damals
dachte, so ist es nicht


Ich sah die Macken an allen
Enden und doch blieben mir
viele bis heute verborgen


Ich sorge mich sehr um das
Morgen und doch liebe ich
meine Erdenwelt mit all ihren
Sorgen, den Alltagsgedanken,
die sich oft um Banales ranken


und meine Gedanken, die mich
über Traumpfade und seltsame
Wege in dornige zornige Täler
tragen, in denen ich Hunger,
Durst und Zerstörung erkenne,
arme Menschenseelen, die sich
nach Landrecht sehnen, nach
einer Heimat,  die Schutz
gewährt


Mein Menschsein erhebt und
empört sich, ruft nach dem
Öffnen von versteinerten
Herzen und dem Öffnen der
Stacheldraht-Grenzen in den
Tälern der Schmerzen


Schritte im Dunkel meines
Denkens, ich erkenne eine Tür,
höre dein leises Klopfen


u n d   i c h   ö f f n e   d i r

 

Mittwoch, 15. April 2015


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 23.7.16

Aber bitte gerne, liebe ULLI.
Müde lächel ich zu Dir, bin schon auf dem Weg in mein Bett…

Liebe Bruni, ich danke dir! Morgen ...
herzlich müdlächelnde Grüsse
Ulli

von bruni am 22.7.16

Liebe GERDA,
ja, das waren meine Worte zu Bullerbü, das es in Astrid Lindgrens Sinne wohl nicht mehr gibt…

von gerda am 22.7.16 - http://gerdakazakou.com

ach, schön!

von bruni am 21.7.16

Klar darfst Du das, liebe ULLI,Du darfst es auch direkt in Deinen Text einsetzen, wenn es Dir lieber ist. Wie Du es machst, es wird richtig sein.
.

Gutenachtgreße an Dich von mir

von bruni am 21.7.16

Liebe ULLI,
wie schön, daß Du meinem Link gefolgt bist. Meist vergesse ich es, Links zu setzen, aber heute hab ich mal dran gedacht *lach*
.

Nun sind meine Worte schon mehr als ein Jahr alt und sie passen besser denn je. Ich glaube eigentlich nicht mehr daran, daß der Mensch sich noch mal ändern wird und doch kann ich die blauäugige Hoffnung darauf einfach nicht aufgeben…
Liebe Grüße an Dich aus der Nacht von Bruni

P.S. darf ich dich in meinem geplanten Artikel mit diesem Gedicht verlinken, es würde sehr gut passen?!

Liebe Bruni, danke für den Link, ich werd grad ganz still und das ist gut so! Es gibt nur einen Weg und das ist der des offenen Herzens, das sehe ich (auch) so!

Herzensgrüsse an dich zum Abend
Ulli

von bruni am 21.4.15

Du hast so recht, liebe Marlis. Ein bisschen Bullerbü im Herzen hilft sehr weiter, wenn alles zu trübe und duster scheint. Die Freude, die wir gespeichert haben, als wir noch in Bullerbü zuhause waren, die ist unser steter Wegbegleiter geblieben, selbst wenn sie sich ab und zu sehr leise benimmt.
Herzliche Grüße von Bruni an Dich

von Marlis Hofmann am 21.4.15 - http://wederwill.wordpress.com

Wer sich ein kleines bisschen Bullerbü im Herzen bewahren kann, dem wird es leichter fallen, mitmenschlich zu handeln und sich nicht den Leiden der anderen zu veschließen. Wer das Glück einer friedlichen Kindheit hatte oder sich Kindlichkeit im herzen bewahren konnte, wird vielleicht etwas von dem Glück abgeben können - leichten Herzens… Und so schön und treffend alles in Worte zu fassen - das gelingt dir außergewöhnlich gut!
Liebe Grüße,
Marlis

von bruni am 16.4.15

Lieber Helmut, ich frage mich immer, was sie so hat versteinern lassen und alles, was mir einfällt, verwerfe ich wieder.
Es können viele und sehr unterschiedliche Dinge sein oder aber aber die Menschenherzen haben diese Anlage zum Versteinern so stark in sich, daß es nur noch eines äußeren Anlasses bedarf u. die Versteinerung beginnt.
Dir liebe Grüße von Bruni

von bruni am 16.4.15

Da hast Du sehr recht, liebe Diana, wir machen genau das nach Möglichkeit, was uns das Leben lebenswert macht und das ist sehr wichtig, damit wir uns unsere Kraft/Energie erhalten.
Herzliche Abendgrüße von Bruni zu Dir

von Helmut am 16.4.15 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Ach, wie sehr wünschte ich mir, dass unsere Empörung zum Öffnen von versteinerten Herzen führen möge!

Liebe Grüße
Helmut

von diana am 16.4.15 - http://versspruenge.wordpress.com

nein, die welt ist leider kein bullerbü, und doch liegt es in unserer hand, sie ein klein wenig zumindest dazu zu machen, für uns selbst.
feine nachdenkliche zeilen wieder, liebe bruni!
sei ganz lieb gegrüßt
von diana

von bruni am 16.4.15

Liebe ANNA-LENA, ich glaube, da denken wir sehr ähnlich. Wir wissen um beides, das eine haben wir in guter und besinnlicher Erinnerung (bei mir gab es tatsächlich einen großen Kirschbaum, in dem ich ausgesprochen gerne herumkletterte u.direkt davor eine Bank zum Ausruhen danach, die ich aber nicht brauchte, nur die anderen, die Großen) und das andere erfahren wir täglich aus Presse und TV, wenn wir nicht das eine oder andere sogar in unserer Nähe selbst erfahren müssen…
Wir bewegen uns in einem kleinen Kreis, aus dem wir aber auch sehr gut hinausssehen können u. vieles von den aktuellen Dingen ist so dramatisch, daß es uns Angst macht u.doch gibt es da eine stärkernde Erinnerung in uns.
Dir liebe Morgengrüße von mir

von bruni am 16.4.15

*strahl*, lieber FINBAR, was für feine Worten erfreuen da mein Bruni-Herz. Tja, manchmal muß sie raus, diese Mischung in mir, die mir manchmal Kopfzerbrechen macht.  Sie bricht sich Bahn und äußert sich Zeile für Zeile, bis sie dann wieder ein beruhigendes Ende findet. In dieserm Falle gab es eine Notiz von mir auf dem Block, der an meinem beliebtesten Schreibplatz liegt, direkt vor meiner Nase *Als ich noch in Bullerbü lebte*. Solche Gedanken schreibe ich oft auf u. zu einem späteren Zeitpunkt rede ich mit ihnen u. sie antworten mir
Lächelnde Gutenmorgengrüße von Bruni an Dich

von finbar am 16.4.15 - http://finbarsgift.wordpress.com

Ja, liebe Madame de la Poésie,
da ist sie wieder deine spezielle Lyrik,
die verzaubert mit unüblichen Versen,
Weltschmerz und Weltkritik und deiner
groooßen Liebe zu den Menschen auf
der Erde, die du niemals aufgibst…
liebe Morgengrüße
Finbar

von Anna-Lena am 16.4.15 - http://visitenkartemyblog.wordpress.com/

Ein bisschen Bullerbü wünsche ich mir auch oft und daneben steht die große weite Welt, die in vielen Dingen gerettet werden muss. Weder das Eine noch das Andere liegt in unserer macht. Doch wenn wir unsere eigene kleine Welt um uns herum hüten und pflegen, leisten wir schon ganz viel.

Nachdenkliche Grüße
Anna-Lena

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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