Startseite | Kontakt | Impressum

Über den eigenen Schatten

Sieh doch selbst,
wie groß und breit mein
Schatten scheint, wenn
das Licht der Laterne
von schräg oben
auf ihn herabfällt


Wie soll ich da über ihn
springen? Ich würde mir
höchstens den Knöchel
verstauchen, könnte ihn
für viele Tage nicht
mehr gebrauchen


und jetzt, als ich mich
ein Stück von der Laterne
entferne, da wird er
kleiner und verschwindet
komplett


Wie soll ich denn über
einen Schatten springen,
der plötzlich nicht mehr
vorhanden ist?


Sag du es mir, denn
mich überfordert diese
höchst schwierige Frage

 

 

Dienstag, 2. September 2014


image
© bruni kantz

Kommentare

von bruni am 30.9.14

Liebe Fee, wie schön, Dich hier bei mir zu finden und mit was für feinen Worten zum Schatten, der uns begleitet und niemals vergißt, der uns so begegnet, wie wir ihm. Ein Teil unserer Person ist er, doch zeigt er sich nur, wenn sich die Nacht über uns senkt und uns die Sonne nicht mehr blendet. Dann zeigt er sich plötzlich, dieser dunkle Schatten, der unsere andere Seite verkörpert.
Herzliche Nachtgrüße sende ich Dir

von Karfunkelfee am 30.9.14

Über den Schatten springen
dieses Körpernegativ
das sich nicht niederringen
nicht überspringen
lassen mag.

Dem Schatten Schattengedanken
erzählen, nicht weil er diese
wegen ihrer Artverwandtheit so gern mag
Denn unser Schatten lässt sich im Gefensatz zu uns Subtantiellen zu nichts zwingen und doch begleitet er uns auf Schritt und Tritt als Antonym, als körperloser Trabant, Tag um Tag und ist, im Gegensatz zu manchen Substantiellen, noch niemals vor uns weggerannt, weil unser Schatten sich uns zugehörig fand, und ganz zueigen, weswegen wir und unser Schatten uns stets respektvoll gleichzeitig voreinander verneigen.

Ein paar schattige Gedanken zum schönen Gedicht von Dir und viele liebe Grüße
von der
Karfunkelfee

von bruni am 12.9.14

*lach*, ja, über Pfützen springen muß ich hier wohl auch, sofern ich mich aus dem Haus traue…, liebe Petra.
Danke für Deine Worte zu meinen Zeilen.
Es ist ja immer nur ein Versuch, ein bißchen Klarheit in die Gedanken zu bringen. Es ist halt ein sehr zwiespältiges Sprichwort u. jeder versteht es auch ein wenig anders u. hat andere Vorstellungen davon, WAS genau das sein kann, wirklich über den eigenen Schatten zu springen…
Ich hab versucht, es locker anzugehen, dieses Phänomen vom Schattenspringen grin
Herzliche Morgengrüße von Bruni

von petra am 12.9.14

Über den eigenen Schatten bringen ...., wie oft habe ich diesen Satz schon ausgesprochen, liebe Bruni, ohne darüber nachzudenken, was er eigentlich bedeutet und dass es ja unmöglich ist, es wirklich zu tun.  Du hast es mit deinen einfühlsamen Zeilen geschafft, dass ich mir dazu einige Gedanken gemacht habe.
Liebe Grüße zu dir
Petra
PS. Bei uns regnet es immer noch, und es scheint heute dunkel zu bleiben, da muss man/frau über Pfützen springen.grin

von bruni am 4.9.14

Er springt mit, wenn du springst…
Wie schön hast du es gesagt, liebe BÄRBEL.
Ja, ein sehr gewegter Schatten, aber in seiner Bewegung sehen wir ihn selten. Wir sind dann mit uns selbst zu sehr beschäftigt, um auch noch auf ihn achtzugeben. Da kann er dann herumtanzen, soviel er will grin
Herzliche Grüße zu Dir von Bruni

von bruni am 4.9.14

tja, es gibt natürlich auch Situationen, da wächst frau über sich hinaus, tut etwas, was sie nie für möglich gehalten hätte, aber wie oft schaffen wir es nicht, über unsere Persönlichkeitsgrenzen hinweg etwas zu tun, was uns zu viel Überwindung abverlangt, liebe DIANA.
Auf keinen Fall sollte man etwas tun, was einem total gegen den Strich geht.
Sich von niemandem überreden lassen, wenn man gleich weiß, DAS kann nicht funktionieren. Jeder hat seine eigene Stärke und mehr geht nicht, das sollte ein Anderer akzeptieren und nicht auf Unmöglichem beharren.
Dir liebe Abendgrüße von Bruni

von minibar am 4.9.14 - http://minibares.wordpress.com

Tja, das ist ein Ansinnen, das keinem gelingt.
Er springt mit, wenn du springst, lach.
Das sieht toll aus, ein sehr bewegter Schatten…
Ich mach das Foto, wenn du springst.
deine Bärbel, die leider nicht mehr springen kann.

von diana am 4.9.14 - http://versspruenge.wordpress.com

ja, liebe bruni, und da es schier unmöglich ist, über den eigenen schatten zu springen im physikalischen sinne, so macht es auch im übertragenen sinne vielleicht gar keinen sinn? wink denn, wenn man es schafft, was dann? was ist dann mit dem schatten? vielleicht macht es mehr sinn, seinen schatten zu akzeptieren, schließlich hat man ihn mal vor, mal neben und auch mal hinter sich. aber er wird wohl immer da sein smile

ich versteh schon, worauf du hier hinaus willst, liebe bruni, und gerade das veranlasst mich zu diesen gedanken, dazu, diese redensart „über seinen eigenen schatten springen“ einfach mal – mit einem augenzwinkern – in frage zu stellen. smile (was du ja selbst in gewisser weise hier tust.)

in jedem fall feine philosophische zeilen!

mit lieben donnerstagsgrüßen auch zu dir,
diana

von bruni am 4.9.14

über die schiere Unmöglichkeit, über den eigenen Schatten zu springen - das wollte ich damit ausdrücken, liebe Diana. Ohne Licht kein Schatten und kein Leben ohne Licht, das setze ich einfach mal voraus, aber unsere Versuche - im übertragenen Sinne - über unseren Schatten zu springen, uns zu überwinden, die scheitern so oft, weil es von zu vielen Dingen abhängig ist. Auf jeden Fall ist es oft sehr sehr schwierig, wir müssen uns dazu selbst überwinden u. das kostet Kraft. Haben wir sie, schaffen wir es evtl., doch nicht immer ist sie in uns vorhanden…
Herzliche Grüße am Donnerstagmorgen
von Bruni

von diana am 3.9.14 - http://versspruenge.wordpress.com

... gäbe es deinen schatten nicht, gäbe es entweder kein licht - oder dich nicht! wink)) ohne licht kein schatten ...
ein höchst nachdenkenswerter text, liebe bruni, sehr schön!
sei lieb gegrüßt von mir smile

von bruni am 3.9.14

Genau das wollte ich, liebe Marlis, ich dachte nicht, daß es einer errät *lächel*

Herzliche Grüße von mir

von Marlis Hofmann am 3.9.14

selbst wenn ich nicht wüsste, dass es ein aussichtsloses Unterfangen wäre, über seinen eigenen Schatten springen zu wollen, dann hätten mir es deine klugen Zeilen gezeigt. Du zeigst deinen Lesern in einer harmlosen Frage die Schwierigkeiten des Lebens! Großartig!
Liebe Grüße,
Marlis

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image