Startseite | Kontakt | Impressum

Blaubeerentage

sind vorüber,
die Beeren geerntet
Kirschen und Pflaumen
waren süß wie nie


Kastanien und Nüsse fielen,
der Herbst stiegt aus den
Nebeln empor


Kerzen und zimtigen Zucker
hoben wir aus den Tiefen
unserer gut gefüllten Laden,
Äpfel brutzelten leise
vor sich hin, Herbstduft
erfüllte die fast noch
sonnengewärmten Räume

 


Doch dann die Bilder von
Menschenmorden… 
Hilflos fühlten wir uns

 


Sprachlos verzehrten wir
die schmackhaften Äpfel,
doch unser Bett war warm,
als das Elend anderer
Menschen nah zu uns kam

 

 

Dienstag, 7. Okt. 2014

 

 

 


<image
© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 12.10.14

Liebe Marlis, ich glaube fast, das ist schon viel, dieses NichtVerschließen, das Erkennen, das Wissen darum, damit wir nicht starr und arrogant werden in unserem “Glück”, das ja oft nur an der Oberfläche echtes Glück zu sein scheint…
LG von mir zu Dir

von Marlis Hofmann am 12.10.14 - http://wederwill.wordpress.com

Liebe Bruni, durch den plötzlichen Wechsel von den wunderschönen Bildern, die du vor unserem geistigen Auge erzeugst, hin zu dem grausamen Elend, das existiert, wird es nur noch eindrucksvoller. Es muss gar nicht detailliert geschildert werden, um mit Wucht nach unseren Gedanken zu greifen und uns den krassen Gegensatz zu verdeutlichen!!! Nicht immer können wir helfen, manchmal können wir gar nicht viel mehr tun, als uns lediglich nur nicht zu verschließen vor der Not der anderen.
Liebe Grüße,
deine Marlis

von bruni am 10.10.14

Lieber Wolfgang. Da hattest Du aber großes Glück, daß Dein Kopf heil geblieben ist. Überraschende Angriffe von oben sind ja nicht immer leicht abzuwehren u. oftmals bleiben häßliche Wunden zurück.
Ich drücke Dir weiterhin die Daumen grin
Herzliche Grüße von Bruni

von bruni am 10.10.14

Ja, lieber Hemut, das glaube ich Dir gerne, daß man früher hätte reagieren können, aber diese Bilder jetzt, die sind wieder mal so grausam, passen nicht zum Bild des Menschen, das in meinem Innern schlummert.
Ich dachte mal, aus Fehlern würde der Mensch lernen, aber die “Kriegsspiele” sind wohl so wundervoll, daß man auf sie nicht verzichten möchte. Klingt ironisch, gemein,  ist es natürlich auch, aber ich kann halt nicht begreifen, daß man anderen Menschen die Schädel einschlägt, ihre Mauern zerstört. Im Namen eines Gottes??? Das kann ja nicht sein. Göttlich ist weise, aufbauend, ordnend, sollte es wenigstens sein, aber doch nicht menschenverachtend…
Herzliche Grüße von Bruni

von Wolfgang am 9.10.14 - http://bubblefortwo.wordpress.com

Die Kastanien purzelten mir neulich auch mitsamt ihren spitzen Mänteln auf den Kopf, der trotz der scharfen Säbel, die zurzeit gerasselt werden, noch dran ist. Hoffen wir mal, dass der Herr da oben sie alsbald in Pflugscharen verwandelt.
Lieben Gruß vom herbstgedankenvollen Wolfgang

von Helmut am 9.10.14 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Hilflosigkeit kommt besonders dann auf, wenn die Medien uns völlig unvorbereitet in die Sensations-Katastrophen laufen lassen, gegen die man viel früher, als es noch möglich war, gewaltlos hätte etwas unternehmen können.

Liebe - gerade genauso hilflose - Andichdenk-Grüße
Helmut

von bruni am 9.10.14

Lieber Finbar, ja, schon immer taten sie es und ich habe es nie begriffen.
Scheinbar gibt es hier eine Leidenschaft, einen Hass auf Andersgläubige, der mir unbegreiflich ist. Was sich da noch alles hinter diesen Glaubensgründen verbergen mag, will ich schon gar nicht mehr wissen.
Zerstören, bis nichts mehr da ist…
Wozu soll das gut sein? Für ewigen Frieden bestimmt nicht.
Und meine schönen Blaubeeren, die verschwanden hinter all diesen Gedanken. Plötzlich waren sie nicht mehr wichtig.
Danke, daß Du gelesen u. gleich kommentiert hast.
Herzliche nachmittägliche Grüße von mir

von bruni am 9.10.14

Wir haben hier großes Glück, liebe Petra, wir sind diesmal nicht betroffen u. ich hoffe, daß wir es nie sein werden. Aber ich wünsche den Menschen überall Frieden und keine unsinnigen Kriege, die niemals Gutes bringen, NIEMALS! Nur lange anhaltendes Elend.
Einen lieben Gruß und Danke für Deine Geduld, meine Zeilen zu lesen

von finbar am 9.10.14

Oh ja,
Was tun sich die Menschen im Namen ihrer Götter immer so vollkommen unsinnig und wahnwitzig an, so dass man ja denken MUSS:
Es ist ihnen einfach nicht mehr zu helfen,
Sie schaufeln sich ihr eigenes Grab,
Vollkommen ohne leckere Blaubeeren…

von petra am 9.10.14

Liebe Bruni, das sind einerseits schöne Zeilen und andererseits sehr nachdenkliche.
Ja, so ist es, wir genießen die Schönheiten dieser Jahreszeit und lassen uns die Früchte schmecken. Und zur gleichen Zeit passieren schlimme Dinge, gar nicht mehr soweit von uns entfernt!
Niemand sollte die Augen davor verschließen.
Nachdenkliche Grüße
Petra

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image