Startseite | Kontakt | Impressum

Mittendrin

Ich kann mich
nicht wehren -
es kommt wie es muß


Rasende Räder,
silbrige Schatten,
hoch erwärmte Meere,
von Bäumen Gerippe,
hier war sie schon,
die grausige Hippe
Doch hohe Gräser, die
sich in Ehrfurcht vor
der Mutter verneigen


Gedrungene Hütten
neben schlanken
Gebilden, die zum
Himmel ragen,
den Sprung für mich
in die Wolken wagen
Orte, die blaue und
weiße Farben tragen


Sandige Hügel,
die Wellen schlagen
Sonne, die ungehemmt
Leben und Wachstum
verbrennt


Obskure Objekte
ohne Turbinen,
unbeirrbare
Himmelskörper,
die sich niemals
genieren
Menschliche Ungeheuer,
denen kein Unheil
zu teuer


Forschendes Wissen,
Hoffnung trägt Frucht,
Heilung tut not, nimmt
Natur mit ins Boot


Doch Verzweiflung
kommt näher,
füllt ihre Speicher.
Warum wird immer der
Reiche noch reicher?


Ich kann mich nicht
wehren, ich bin
m i t t e n d r i n
ein biegsames Schilfrohr,
vom Sturm der Gedanken
lange verbogen und
seltsam geknickt

 

 

Montag, 22. Dez. 2014

Gedankensammelsurium
über das Chaos,
das uns umgibt…
Gutes und Schlechtes
scheinen sich manchmal
die Hände zu reichen


image
© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 29.12.14

Anspruchsvoll, ja, kann schon sein, liebe Petra. Auf jeden Fall ging mir sehr viel im Kopf herum u. ich habe versucht, es in möglichst kurze Worte zu fassen
Denkend zu bleiben, in einer Masse, die sich nach einer einzigen Richtung biegen muß, ist schwierig. Masse reißt mit. Da braucht es viel Kraft, um sich dagegenstemmen zu können…
Danke für Deine guten Worte. Der Schnee kam nun auch zu uns und er hat uns total zugerieselt. Gestern Abend sah es noch nicht so aus, doch in der Nacht passierte es dann wohl. Ich war sehr überrascht am Morgen.
Herzliche Grüße von Bruni

von Petra am 29.12.14

Liebe Bruni, das ist ein sehr anspruchsvolles Poem, welches unbedingt öfter gelesen werden sollte.
Wenn wir Menschen auch wiegendes Schilfrohr in der Natur sind, so sind wird doch denkendes Schilfrohr.
Ich habe sehr oft das Gefühl, dass die, die für das Chaos um uns herum verantwortlich sind, nicht mehr genügend denken, vielleicht an sich selbst.
Und wenn sich Gutes und Schlechtes die Hand reichen, wäre das meiner Meinung nach schon ein Anfang.
Aus dem tief verschneiten Dresden schicke ich dir liebe Grüße,
Petra
PS. bei uns sieht es jetzt so aus, wie auf den Weihnachtskarten smile

von bruni am 28.12.14

Lieber Finbar,
Du hast es genau verstanden, Du wußtest genau, was ich hier umschrieben habe.
Du hast Pascals wiegendes Schilfrohr sofort erkannt. Ich danke Dir sehr u. ich bin erleichtert…
Herzliche Grüße an Dich von mir

von finbar am 28.12.14

Ein großartiges Poem
Über den Zustand der Welt!

Ich könnte es
LESEN LESEN LESEN,
Es ist absolut genial!

Versehen mit einer
Neuen eigenen Collage?!

Alles in allem ein
Fantastisch gut gelungenes
Poemkorollar zum
Pascalschen Schilfrohrmenschen!

von bruni am 26.12.14

*grins*, und ich dachte schon, hier wird keiner kommentieren. Wie schwierig ist doch zu verstehen, was ich hier tue.
Du hast es gut erkannt, liebe Marlis u. ich danke Dir sehr für´s genaue Lesen.
Herzliche Grüße von mir

von Marlis Hofmann am 26.12.14 - http://wederwill.wordpress.com

Gut hast du es ausgedrückt, das manchmal Verrückte um uns herum, das Chaos, das auf den ersten Blick ordentlich scheint und doch oft Wahnsinn ist, vor dem wir die Augen zu gern verschließen. Danke, dass du es einem als ziemlich ordentliches Sammelsurium vor Augen führst!
herzlichst Marlis

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image