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Gegensätze

Husten und Schnupfen,
tränende Augen


Über Häusern und Gärten
sich senkender Nebel,
bleiern und schwer


In Gartenhäusern
einsame, ausgegrenzte
Menschen, die in
dunkle Ecken stieren
und nach eisigen
Nächten schön langsam
erfrieren


Erdbeerbaumfalter,
die mit dem Sommer
verschwanden
Pilzgeruch zwischen
gefallenen Blättern,
seit Wochen verduftet,
Nächte, in denen
Gespenster nach
Opfern suchen


Und doch auch die Zeit
von Kerzenlichtern
mit Feengesichtern,
Silberkugeln und
Tannenspitzen,
in denen winzige
gläserne Vögel sitzen

 

Mittwoch, 3. Dez. 2014

 


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 23.12.14

*lächel*, Das wispern in der dunklen Nacht hat die Fee leibhaftig hierhergebracht
Herzliche Freugrüße zu Dir

von Karfunkelfee am 23.12.14

Ich deucht’, mich fleucht’ ich hörte was wispern in der dunklen Nacht, hielt ein einsam Menschenfrau zwischen den Erdbeerbaumfaltern stille Andacht, ganz für sich allein und beschwor in Zeilen in Weihnachtslichtern Feengesichter und fürwahr, wie es den flüchtigen Feen zu eigen ist, beugen sie sich ausschliesslich herzgeborenen Wünschen, fein und schlicht spricht die Fee in Dein Wünschelicht:
Nun bin ich da.
Ganz klar.
😊

von Petra am 11.12.14

Liebe Bruni, sehr berührend und nachdenklich stimmend ist dein Gedicht.
Groß sind die Gegensätze in unserer Gesellschaft, und wir sollten die Augen nicht davor verschließen, weil jeder seinen Beitrag leisten kann, auch wenn es nicht immer große “Taten” sein können.
Herzliche Grüße
Petra

von bruni am 7.12.14

Liebe Marlis, jedes Deiner Worte kann ich dick und fett unterstreichen, jedes einzelne stimmt. Wenn ich Gefühlskälte lese, wird mir sofort eiskalt u. ich beginne im warmen Zimmer in meinen dicken Klamotten zu frieren, so krass ist schon das Wort an sich…
Herzliche Adventsgrüße zu Dir nach Jena von Bruni

von Marlis Hofmann am 7.12.14 - http://wederwill.wordpress.com

Liebe Bruni, ein schönes, nachdenkliches Gedicht über die Gegensätze, vor denen wir die Augen nie verschließen dürfen, leider aber oft einfach weggucken, uns dann vor uns selbst entschuldigen mit unzureichender Zeit oder Ohnmacht. Aber die Kleinigkeiten sind es, die uns möglich sind zu tun, und die manchmal Größeres bewirken, denn erfrieren kann man nicht nur unter Brücken, sondern auch an Gefühlskälte.
Einen schönen Adventsabend wünscht dir deine Marlis

von bruni am 5.12.14

ja, wir Menschen sind seltsam, komisch sind wir auch u. wir lassen uns beeinflussen, manipulieren von denen, die wir oft als die da oben bezeichnen *lächel*. Götter sind sie keine, die müssten auch nicht zwangsläufig “da oben” sein, aber wenn ich beim Götterbild bleibe, dann sage ich mal, vielleicht ist es der da unten, der in der eisigen Hölle, der nach Schwefel u.Rauch stinkende, der uns das Falsche eingibt, der denen da oben, den Reichen, Mächtigen u. oftmals so
Häßlichen im Innern, gute Vorlagen gibt, auf die wir viel zu schnell reinfallen.
Ich habe Deinen Kommentar nicht sofort verstanden, lieber FINBAR, aber dann dämmerte mir doch noch die Erkenntnis u. das Wissen darüber, was Du meinst u. wie recht Du damit hast.
Herzliche Grüße von Bruni

von bruni am 4.12.14

Liebe Diana, das wäre gut, wenn wir das Leuchten so verteilen könnten, daß alle etwas davon hätten.
Aber wie sollte das gelingen? Vielleicht müssen wir unsere Mitmenschlichkeit aktivieren… Im kleinen funktioniert es manchmal, ja, das stimmt, u. auch diese kleinen Schritte sind sehr wichtig, vielleicht sind sie ja die wichtigsten überhaupt.
Liebe Abendgrüße von mir

von diana am 4.12.14 - http://versspruenge.wordpress.com

tja, gerade in dieser zeit sollten sie eigentlich nicht sein, diese gegensätze. aber nur zu deutlich treten sie gerade dann hervor.
könnte man nur etwas vom leuchten abgeben, an all diejenigen, die es brauchen. (vielleicht gelingt es ja zuweilen im kleinen ...)
ein nachdenklich stimmender text, liebe bruni, sehr gut!
herzlich,
diana

von finbar am 4.12.14

Ganz zauberhaft poetisch, deine Zeilen über die sogenannten underdogs unserer Gesellschaft…

Und ja, sie sind seeeehr komisch und seltsam, voll mit Neid, Eifersucht, Missgunst, von den Reichen und Mächtigen und
Schönen vollkommen kontrolliert… Ja, furchtbar!

Herzliche Grüße vom Finbar smile

von bruni am 3.12.14

Liebe Bärbel, wir sind eine seltsame Wohlstandsgesellschaft. Wir sehen gerne das Schöne, das Leuchten u. das, was anders aussieht, was uns zum Nachdenken zwingt, das versuchen wir zu übersehen - wir sehen daran vorbei…
Heute war ich einfach zu schüchtern, um spontan jemand das fehlende Geld in die Hand zu drücken. Ich dachte zu lange nach. Dann war die Situation vorbei… Es wird mir SO nicht mehr passieren.
Liebe abendliche Grüße von Bruni

von bruni am 3.12.14

So ist es, liebe Anna-Lena, oft bemerken wir sie kaum, diese Gegensätze u. dann wieder fallen sie uns sehr auf. Mir fallen sie immer mehr auf und ich weiß nicht recht, was ich tun könnte, um etwas zu verändern. Also schreibe ich es mir wenigstens von der Seele und hoffe, daß wir alle aufmerksamer werden, denn das ist doch wohl die erste Voraussetzung zu tätiger Hilfe.
Herzliche Grüße von Bruni zu Dir ♥

von minibar am 3.12.14 - http://minibares.wordpress.com

Ja, genau, die Gegensätze, die sind es, die uns bewegen.
Einsame Menschen, die sich nicht raus trauen oder es nicht mehr können. Sie vereinsamen in ihren Wohnungen.
Aber draußen das Glitzern und Leuchten überall, das für Wohlstand und gute Laune, für Erwartungen und Freude steht.
Dankbar bin ich, dass ich warm wohnen kann.
deine Bärbel

von Anna-Lena am 3.12.14 - http://visitenkartemyblog.wordpress.com/

Das ist unsere Gesellschaft,
getrennt in Arm und Reich,
Gesunde und Kranke,
in der warmen Stube und unter kalten Brücken…
eine unendliche Vielfalt von Gegensätzen…

Liebe Grüße von mir ♥

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