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Überflutet

Es war der Tag, an dem
die Wasser stiegen, sich
aus ihrem Bett erhoben,


trutzig, kraftvoll,
unermüdlich über alte
Mauern flossen in die
Gassen, die die hohen
Wasser hassen,


drängten in die tiefen
Keller, wüteten und
wurden schneller,
dröhnten dumpf und
schrien sich heiser


wurden in den Kellern
leiser, gluckerten nach
allen Seiten, sickerten
in Bodenritzen,
schwangen sich an
Wänden hoch, griffen
grausam gnadenlos,
ließen manches nicht
mehr los, waren gierig
und gefrässig


eine Urgewalt, die lacht
über alle Menschenpracht


Sonntag, 2. Juni 2013

So sah es in Heidelberg
am Samstag aus.

In der Nacht regnete es aber
nicht mehr und heute scheint
endlich wieder die Sonne!
Vielleicht steigt der Neckar
nun nicht mehr an…

 

 


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 12.6.13

Lieber Helmut, wichtig ist mir immer dieses Fließen der Sätze und da reimen sie sich auch meist - aber nicht immer. *lächel*
Dankesehr für die “kraftvolle Sprache”.
Ein tolles Kompliment.
LG von Bruni

von Helmut Maier am 12.6.13 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Ich bewundere immer wieder Deine kraftvolle Sprache, liebe Bruni.

Und Deine Reime versteckst Du, als käme es nicht auf sie an - was ja irgendwie stimmt grin

Herzlich
Helmut

Herzlich
Helmut

von bruni am 4.6.13

Ja, es war schlimm, liebe Bärbel, doch in Passau z.B. war es wohl noch viel schlimmer als hier in Heidelberg. Ich war gestern nicht dort, ich glaube aber, der Pegel ist nach meinem Samstagsbesuch noch unwesentlich gestiegen und danach GottseiDank gefallen. Aber auch so waren die Feuerwehren und die Hochwasserwacht unentwegt auf den Beinen. Es sind ja immer viele Keller, die es schnell trifft, weil die Altstadt erst mal tief liegt zum Fluß hin u.dann erst leicht ansteigt.
So breit wie jetzt ist der Necksar eigentlich wirklich nicht. Sein Bett liegt, wie Du weißt, schön im Tal, aber er hatte mal wieder Lust, die Menschen zu ärgern u. zeigte, was er kann… Lächelnde Grüße von Bruni

von minibar am 4.6.13 - http://minibares.wordpress.com

Das hast du sagenhaft im Worte gekleidet, was so viele bedrückt.
So viele schier verzweifeln lässt.
Welche Verluste so viele erleiden, dann noch die immense Arbeit, die auf sie zukommt.
Für mich irgendwie unvorstellbar.
Aber ich ahne, dass es schrecklich wehtut, große Verluste an persönlichen Erinnerungen, Hab und Gut…
Wie gut, dass es wenigstens bei euch aufgehört hat zu regnen, das gibt Hoffnung, dass es nicht ganz so arg ist.
Ganz liebe Grüße
deine Bärbel, die im Trockenen wohnt.

von bruni am 3.6.13

*lächel*, ja, genau wie heute, aber wärmer, kann es weitergehen, liebe Mathilda. Liebe Grüße von Bruni

von Mathilda am 3.6.13 - http://einfachtilda.wordpress.com

Das ist schon ganz schön arg mit den Wassermassen und wieviel Schaden das wieder bringt.
Bei uns ist das zum Glück nicht so, ein paar kleine Flüsse, aber mehr auch nicht.
Heute scheint die Sonne, der Himmel blau und so darf es gerne weitergehen.

Liebe Grüße von Mathilda ♥

von bruni am 3.6.13

Danke, liebe Barbara, dieses Hochwasser hat mich sehr beeindruckt. Ich mußte es beschreiben
Liebe Grüße an Dich

Liebe Bruni, Deine worte zeigen auf wunderschöne Weise auf, wie klein der Mensch vor den Naturgewalten ist.
Das hast Du, wieder einmal gut hinbekommen grin

von bruni am 3.6.13

da triffst Du meinen schwachen Punkt, lieber Wolfgang! Ich sammele bestimmte alte Dinge u. an vielen hänge ich sehr. Ich hätte da große Probleme…
Gut, daß ich nicht in der Nähe eines wilden Flusses lebe. Ich fahre einige KM, bis ich hinkomme *lächel*
Liebe Grüße nach HH. Wie gehts denn der Elbe?

von Wolfgang am 3.6.13 - http://waushh2.wordpress.com

Wenn sie Dir auch oftmals Freude bringen:
Hänge nicht zu sehr an alten Dingen,
könnte sie ein wilder Fluss verschlingen
und Dich so zum schweren Abschied zwingen.
Sollte es beizeiten Dir gelingen,
Dich zu einer Trennung durchzuringen,
brauchst Du dann nicht hinterherzuspringen
und begrüßt den Fluss mit “Berlichingen”.

Liebe Bruni, Wasser kann sehr brutal sein und uns den Boden unter den Füßen wegspülen, daher sollten wir das, was wichtig ist, im Oberstübchen haben.
Dein sehr bewegtes Wasser-Gedicht ist Dir wirklich vortrefflich gelungen.
Einen lieben und sonnigen Gruß aus HH

von bruni am 2.6.13

nein, lieber Klaus, ich wohne entfernt vom Neckar. Normalerweise hätte ich ihn immer gerne näher, aber gestern war ich froh, nicht in Heidelbergs Altstadt zu wohnen. LG von Bruni

von bruni am 2.6.13

Bei Dir regnet es heute, liebe Anna-Lena?
Wir haben endlich Sonne und es ist gaaanz trocken, wie gut ist das. Dir liebe Grüße von mir

von bruni am 2.6.13

ich wohne - gottlob - auch nicht in seiner Nähe. So ein wild gewordener Fluß ist schon etwas Schauriges, lieber Finbar
Normalerweise sieht er doch so lieb und traulich aus, aber gestern kannte ich meinen freundlichen Fluß  nicht mehr.
Danke für Dein Lob, freut mich total ♥

von finbar am 2.6.13 - http://finbarsgift.wordpress.com

hier bei mir, liebe Bruni, fliesst der Neckar auch ausser Rand und Band; er macht mir Angst! Gottlob wohne ich weit oben am Rande seines selbst gegrabenen Tals…
tolle, aufwühlende Zeilen von dir!
Herzliche Grüße
vom Finbar

Beängstigend, was in einigen Teilen Deutschland gerade passiert. Hoffentlich breitet sich die Sonne schnell über das ganze Land aus und drückt das Wasser zurück.
Hier regnet es zwar den ganzen Tag, aber wir sind noch ohne jegliche Überflutungsgefahr.

Liebe Grüße aus einem verregneten Sonntag,
Anna-Lena

von klaus am 2.6.13 - http://kowkla123.wordpress.com

ich hoffe, es trifft nicht auf dein zu Hause zu, wünsche einen schönen Sonntag, KLaus

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