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Armer Poet

Er schrieb und schrieb,
als sei er lange schon
im Fieber


Blatt für Blatt riss er
entzwei, fand seine
eignen Verse schlecht
und keins der Worte
war ihm recht


Er glaubte seiner Muse
nicht, sie war zu oft
an seiner Seite, er
schob sie weg, denn
selber ist der Mann,
sprach er


zerriss auch schon das
nächste Blatt, strich
alle neuen Wörter aus,


raufte seine schüttren
Haare, griff nach dem
leeren Tintenfaß und
warf es an die Wand


Es ging entzwei, zerbrach
mit einem schrillen Schrei
und mit der Schreiberei


wars für ne Zeitlang
auch vorbei


Donnerstag, 21. Febr. 2013


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© bruni kantz

Kommentare

von bruni am 19.3.13

hehe, liebe Fee, wie hast Du doch recht. Hegen und plegen muß er sie, sonst kommen sie nie - mehr wieder. Lächelnd Bruni

von Karfunkelfee am 19.3.13

Der Schreiberling,
der manche Muse recht gut kennt,
gar manche beim Vornamen nennt
sie nicht alle gleich gern mag
auch nicht jede jeden Tag
doch gut weiß:
für der Musen Stelldichein
muss man gut zu ihnen sein
und sie hegen und sie pflegen
ihnen Köstlichkeiten bringen
ihnen huldigen, ihnen Liebeslieder singen
selbst wenn man sie nicht bei sich haben mag
und manche auch nicht jeden Tag…
die Musen, die den inständigen Ruf des Schreibers vernommen,
sei gewiss, Du armer Poet -

die werden auch zu dir kommen
frage sie nicht nach ihren Namen
sei jeder von ihnen dankbar-
dass sie ausgerechnet zu dir kamen…

von bruni am 24.2.13

Lieber Jorge, nimm lieber die Natur um Dich herum, dann klappt es mit Sicherheit sofort. Lächelnde Grüße von Bruni
und danke für die schönen Zeilen

von Jorge D.R. am 24.2.13 - http://traumtuch.blogspot.com

Wenn ich traurig bin,
dann nehme ich manchmal
ein Blatt weißes Papier
und meinen Bleistiftstummel.

Aber das ist nicht gut,
denn meist werde ich
dann noch trauriger.

Herzliche Grüße
Jorge D.R.

von bruni am 24.2.13

Da hast Du recht, lieber Finbar, er hätte zwischendurch immer mal wieder den Marc lesen sollen, dann wäre er gelassener gewesen *grins* u.liebe Grüße zu Dir

von finbar am 23.2.13 - http://finbarsgift.wordpress.com

*schmunzel*
erinnerte mich ans hb-männchen:
wer wird denn gleich in die luft gehn,
greife liebe zur hb, oder besser noch zum marc aurel *hehe*
liabs grüßle
finbar

von bruni am 23.2.13

Das finde ich toll, wenn Du meinem Poeten richtig gut folgen konntest. Die schütteren Haare sehe ich auch vor mir, ich hoffe nur, er wäscht sie manchmal *lach*. Dir einen lieben Gruß von mir, liebe Anette

von aNette am 23.2.13 - http://www.magic-colors.eu/Blog/

Besonders schön finde ich es, wenn man genauso wortgewaltig antworten kann, wie das manche hier können. Das ist sicherlich eine gekonnte Steilvorlage für manchen Poeten. Ich bewundere ganz still deinen Schüttelreim und freue mich bei der Vorstellung, wie sich der arme Mann seine schütteren Haare rauft. Es gelingt dir immer wieder, dass ich deinen Zeilen wie einen Film folgen kann. Schööön. Ganz liebe Grüße zum WE, aNette

von klaus am 23.2.13 - http://kowkla123.wordpress.com

danke dir für deinen Besuch und die gute Wertung, ich gebe mir Mühe, auch wenn manchmal nichts gelingen will, wie im Gedicht beschrieben, schönen Samstag, Klaus

von bruni am 22.2.13

ich denke, irgendwann klappt es auch bei meinem Poeten hier im Gedicht wieder. Er sollte seine Muse vielleicht ein weniger sorgfältiger behandeln, auf sie hören u.nicht denken, er könne alles aus sich selbst heraus. Er ist selbst schuld an seiner Zwangspause. Ich habe kein Mitleid mit ihm *lächel* LG an Dich, liebe Mathilda

von bruni am 22.2.13

Hallo Klaus, wie recht Du doch hast, erzwingen läßt sie sich wirklich nicht. Entweder will sie, dann strömt es, oder sie will partout nicht, dann kannst Du Dich auf den Kopf stellen, es nutzt nichts… *lach*, ja, Deine kreativen Schokoladensorten haben mir gut gefallen. Einen lieben Gruß von mir

von bruni am 22.2.13

den Tintenklecks von Luther erneuern sie dort immer wieder. Verblasst er, wird flux nachgebessert, liebe Bärbel.
Tja, wenn so einen Dichterling die Wut packt, dann schmeißt er halt mit dem, was er gerade in den Händen hält… grin

von bruni am 22.2.13

Lieber Wolfgang, ich glaube, es gibt niemanden, dem bei diesen Zeilen nicht der tolle SpitzwegPoet einfällt, aber ich las Arno Holz, ER inspirierte mich dazu…
Ein toller Dichter war er u.doch ist sein Name lange nicht so bekannt wie andere seiner Zeit.
Danke für Deine tollen Zeilen zu den meinen grin Dir einen lieben Gruß von mir

von Mathilda am 22.2.13 - http://einfachtilda.wordpress.com

Das geht vielen Poeten so….irgendwann wird das wieder.
Ein schönes Wochenende wünsche ich dir ♥

von klaus am 22.2.13 - http://kowkla123.wordpress.com

Hallo, gut Ding will Weile haben, Kreativität lässt sich nicht erzwingen.
Danke für deinen Besuch und schönen Kommentar, mit der Opiatmilka passe aber auf, schönen Freitag, Klaus

von minibar am 22.2.13 - http://minibares.wordpress.com

Meine liebe Bruni, was für Zeilen!
Dass Not so aggressiv machen kann.
Das erinnert mich an Luthers Schreibstube in der Wartburg. Dort hat er doch sein Tintenfass nach dem Teufel geschmissen.
Der schwarze Fleck an der Wand wird wohlgehütet….
das gibts nicht, Captcha ist: centruy
und Luther ist ja auch ein paar Century vorbei

von Wolfgang am 22.2.13 - http://waushh2.wordpress.com

Liebe Bruni, bei diesen Worten kam mir das berühmte Bild von Carl Spitzweg in den Sinn, und dazu fielen mir ein paar Worte ein:

Der arme Dichter liegt in einer Zimmerecke,
sinniert verbissen unter seiner warmen Decke,
versteckt sich vor dem Sonnenschein,
und irgendwie fällt ihm partout nichts ein.

Hoch oben über seinem Bette, fest und firm,
hängt ein zerzauster, ausgedienter Schirm,
der seinen Kopf beschützt vor tropfenden Kaskaden,
kam doch im Lauf der Zeit sein Dach zu Schaden.

Den Federkiel im Mund, die Brille falsch herum, erwartet
er den Kuss der Muse, doch sie bleibt stumm
so bleibt er liegen, hinter seinen kargen Mauern
und zieht es vor, hier zu versauern.

Doch würde der Poet an solchen schönen Tagen,
sein Bett verlassen, sich nach draußen wagen,
beim ersten Vogelzwitschern käm’ ihm sicher schon
die lang ersehnte Inspiration.

Einen lieben Gruß von Wolfgang aus dem heute sehr sonnigen Norden

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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