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Lebensspiel

Wäre das Leben wirklich ein Spiel, ein
Fake, ein Witz, ein Joke, wessen
gerissenes Spiel wäre es dann?
Wäre es unseres, des Menschen Spiel
oder das eines anderen?


Wäre es unser eigenes Spiel, hätten
wir es evtl. in der Hand, es sei
denn, es liefe aus dem Ruder, glitte
uns aus den Händen, aber dann wären
wir nicht Meister darin, sondern
Gehilfe, Lehrling und hätten nach dieser
langen Zeit immer noch keine Meister-
schaft erreicht.
Wir wären Stümper, doch wie unwahr-
scheinlich ist das!

 

Es scheint also das Spiel anderer zu
sein und wir sind die Puppenfiguren darin,
hin- und hergeschoben auf dem Spielbrett
des Lebens, ganz nach Belieben eines uns
unbekannten, nicht sichtbaren
Spielleiters, Marionetten, hängend an
kaum erkennbaren Fäden, die manchmal
reißen unter extremer Belastung, sich
auch mal verknoten oder überdehnt sind.


Nur, wer ist nun der Puppenspieler, der
dieses unwürdige Spiel mit uns treibt
und unsere “Spiel"züge bestimmt ?

An wessen Fäden hängen wir?

 

 


Samstag, 7. Dez. 2013


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© Bruni Kantz

Kommentare

von minibar am 16.12.13 - http://minibares.wordpress.com

Liebe Bruni, der da oben hat die Regie inne, ist doch klar.
Immerhin können wir selbst bestimmen, ob wir ihm immer folgen oder doch mal eigene Ideen umsetzen.

von bruni am 12.12.13

Wir sollten also alle mal den Peter Bieri lesen, diesen klugen Philosophen, dessen Nachtzug nach Lissabon so viele gelesen haben, den er aber unter dem Pseudonym Pascal Mercier schrieb. Eigentlich kann es doch auch nur die Natur sein, in deren Spiel wir mitspielen können, denn nur dieses Spiel ist ein Langzeitspiel, das immer weiter läuft, niemals unterbrochen wird und uns auch jede Menge Raum gibt, immer wieder neue Fehler zu machen. Es ist ein gutes Gefühl, so denken zu können, denn hier gehören wir hin, wir einzelnen Menschlein in der Gemeinschaft der anderen vielen Schilfrohre. Hier können wir uns einigermaßen aufgehoben fühlen u. müssen dann auch nicht mehr nach dem großen Unbekannten suchen, der uns Böses will.
Herzliche Grüße zu Dir, lieber Finbar, und danke für Deine überaus guten Gedanken.

von bruni am 12.12.13

Sehr schöne und sehr ehrliche Gedanken von Dir, lieber Wolfgang. So machen wir alle unsere Erfahrungen mit diesem Spiel, das wir erkennen und nicht einordnen können, weil es uns unentwegt fragend an einer Ecke stehen läßt. Hin- und hergeworfen fühlen wir uns oft u. verstehen nicht, was mit uns geschieht. Wir bemerken nur, DASS etwas geschieht, dass wir mitten im Spiel zu sein scheinen u. wir haben niemals eine Spielanleitung gesehen… Unser Bestes können wir nicht geben, weil wir keinen wirklichen Überblick über das Geschehen haben.

Lieber Gruß von Bruni

von finbar am 12.12.13 - http://finbarsgift.wordpress.com

wenn überhaupt, liebe Bruni, dann hängen wir an den “Fäden” von Mutter Allnatur, vorgegeben durch Geburt und Tod…
dazwischen können wir relatief frei leben, wählen, im Rahmen der von der Gesellschaft vorgegebenen Eckpfeiler, wie Gesetze und ähnliches…

ein sehr gutes Buch hierüber ist vom Filosofen Peter Bieri alias Romanautor Pascal Mercier und heißt Handwerk der Freiheit!

Herzliche Grüße
vom Finbar

von Wolfgang am 11.12.13 - http://waushh3.wordpress.com

So, liebe Bruni, Du hast also auch manchmal das Gefühl, dass Dein Leben inszeniert ist? Mit kommt das ab und zu auch so vor, etwa, wenn jede Ampel für mich auf Rot zu springen scheint, oder wenn es an „meiner“ Supermarktkasse mal wieder am längsten dauert. Ich nenne es die „Wolfgang Show“ und laufe dabei ständig Gefahr, in der Psychiatrie zu landen. Dieses Spiel, wenn es denn eines ist, muss noch viel komplizierter sein, als das Schachspiel, und die Spielzüge scheinen manchmal ein oder zwei Leben vorausgedacht zu sein. Aber, selbst wenn es so ist, was nützt es uns, zu wissen, wer der Spielleiter ist? Manche nennen ihn Gott und manche Christof (wie in der „Truman Show“). Wenn wir unser Leben als ein Spiel betrachten, das von anderen geleitet wird, so sollten wir trotzdem das Beste daraus machen. Die Welt ist unsere Bühne, und wenn der große Regisseur uns manchmal andere Figuren in den Weg stellt, den Spielplan ändert oder mit fehlenden oder kaputten Requisiten versucht, uns aus dem Konzept zu bringen, dann müssen wir eben ein bisschen improvisieren, alles nicht so ernst nehmen und versuchen, das Beste draus zu machen, damit wir nach der Vorstellung zufrieden nach Hause gehen können.
Liebe Grüße von Wolfgang

von bruni am 10.12.13

Lieber Helmut, da muß ich also über das ästhetische Spiel nachlesen…
Es klingt interessant, was Du da schreibst und sehr bedenkenswert.

Schön, daß Du mal wieder vorbeigeschaut hast und liebe Grüße von Bruni

von Helmut Maier am 10.12.13 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Schiller “protestiert gegen das Zwangsdiktat der Vernunft der Aufklärung ebenso wie gegen die Willkür der Sinne bzw. Natur” - Deines Strippenziehers? Er setzt dagegen den Spieltrieb des ästhetischen Spiels, der Glückseligkeit bringen kann. “Das ästhetische Spiel macht den Menschen erst zum humanen Menschen” (Wikipedia).  Im ästhetischen Zustand ist es dem Menschen ein Leichtes, von „Ruhe zur Bewegung“, vom „Ernst zum Spiele“, von „Nachgiebigkeit zum Widerstand“, von „abstraktem Denken“ zur „Anschauung“ zu wechseln, da er im Zustand „Null“ weder vom einen noch vom anderen eingenommen ist. (Wikipedia).

Herzlich
Helmut

von bruni am 9.12.13

beklemmend ist sie schon, diese Frage, aber ich finde es auch sehr spannend,darüber nachzudenken, liebe Diana. Wer weiß, vielleicht findet die Wissenschaft bei geheimen Forschungen die Lösung *lächel*.
Liebe montägliche Grüße von mir

von diana am 8.12.13 - http://versspruenge.wordpress.com

interessante gedanken, liebe bruni… etwas beklemmend. die zum nach- und weiterdenken verleiten.
tja, nach wessen regeln spielen wir?
gute frage, nächste frage. wink
liebe grüße zum 2. advent,
diana

von bruni am 8.12.13

sie haben wirklich einen tiefen Sinn, liebe Anna-Lena. Es ist schon ein seltsames Gefühl, sich in diese Gedanken zu begeben u. zu überlegen, wer dieser oder diese Strippenzieher sein könnten, die uns unentwegt manipulieren und uns nur scheinbar einen gewissen Spielraum zugestehen…
Trotzdem oder gerade deswegen bewegliche Grüße von mir zu Dir ♥

Das sind tiefsinnige Überlegungen, liebe Bruni. Scheinbar sollen wir nicht wissen, wer für uns die Strippen zieht. Wir tanzen, wie die Puppen, mal hierhin und dorthin, selbstbestimmt jedoch nicht.

Danke für diese Gedanken, sie bewegen mich.
Herzlich,
Anna-Lena

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