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Hineingewachsen

In sich selbst hineinwachsen,

sich anfangs klein fühlen,
winzig und hilflos, ein Baby
im neuen Menschenleben, aus
der Mutterhöhle geworfen und
all ihre Schmerzen mitgelitten


Endlich mit dem Wachsen
begonnen, sich oftmals
besonnen, über sich selbst
Gedanken gemacht


Zwei verschiedene Geschlechter
erkannt, mit Namen benannt,
gefühlt, begehrt und sich
oftmals gegen alles gewehrt


Dem eigenen Willen beim
Wachsen zugesehen, um ihm
endlich einzugestehen, wie
schwer man sich tut,
wie oft ohne Mut


In sich selbst verrannt,
Gedanken verbrannt, abgewandt
dort, wo Wehtun begann, doch
letztendlich, fast süchtig
schon, nach Leid gesucht und
zur gleichen Zeit einen Platz
auf der Fähre nach himmlischem
Glück gebucht


Nun füllst du dich aus, bist
in dich selbst hineingewachsen,
kein Gefühl ist dir fremd,
manchmal bist du auch sehr gehemmt,
machst dich ganz klein, hoffst
von Herzen, es fände dich keiner,
doch dann weitest du dich,
entfaltest und breitest deine
Schwingen, um dir selbst
Ausgefülltsein und Leben
zu bringen

 

Donnerstag, der 1. August 2013


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© Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 4.8.13

Danke, liebe Anna-Lena, manchmal drängen sich auch solche Worte auf. Dagegen kann frau sich gar nicht wehren, selbst wenn sie es wollte. Aber ich wollte das ja nicht *lach* Liebe Grüße zu Dir

Genial - liebe Bruni, so flüssig geschrieben und doch mit einem deutlichen Tiefgang.
Ich bin schwer beeindruckt!!

Liebe Grüße von mir.

von bruni am 4.8.13

Schöne Gedanken von Dir, liebe Maren.
Es ist nicht einfach, diesen Zustand von Ausgefülltsein zu erreichen. Den muß man immer wieder neu erobern. Manchmal verschwindet ein Teilchen u.Du gehst auf sie Suche nach ihm…
Lächelnde Grüße in den Norden zu Dir

von bruni am 4.8.13

es ist nur ein Teil von Verarbeitung, liebe Monika. Es gehören ja immer viele Teile dazu, Worte alleine sind nicht alles, doch sie müssen kommen, bevor durch sie neue Gedanken entstehen können.
Liebe Sonntagsgrüße an Dich

von Maren Brüning am 3.8.13

...DAS kann ich nachfühlen—sooo genial in Worte verpackt!!
Freud und Leid liegen sooo nah beieinander, dass es manchmal kaum zum Aushalten ist. Und genau diese Gefühle lassen uns das LEBEN spüren und uns auf den Wellen der Auf- und Ab´s tanzen, dass uns ganz schwindelig wird…
Das Erkennen dieses Wachsens lässt uns `erwachsen`, und doch dabei dieses reine Gefühl spüren, was man als Kind manchmal hatte, als das Leben noch sooo neu und unerforscht war…Sich selber ausprobieren und erfahren und dann wissen, was gut tut, das ist doch eigentlich das Ziel, was JEDE/R anstreben sollte, aber nur ganz wenige Menschen erreichen oder erfahren dürfen…
Heiße Grüße aus dem Norden von Maren

von syntaxia am 3.8.13 - http://webloggia.wordpress.com

Siehst du, wie du die Tiefe auf deine Art verarbeitest, meine liebe Bruni?!

Feine Worte!

..grüßt dich Monika

von bruni am 3.8.13

so ist es, lieber Karl, ungepflegt lebt es sich eigentlich nur schlecht, vielleicht noch recht, aber bei etwas Nachdenken kommt man dahinter, daß man sich so nicht ausfüllen kann, es liegt das vernachlässigt herum, was so fein und klein aufs Entdecken wartete. Irgendwann wird es verkümmert sein, wenn sich keiner kümmert u. es pflegt.
Liebe Grüße von Bruni

sehr schönes Gedicht, nur wer sein Ich pflegt wird auch hineinwachsen und gedeihen
lg
karl

von bruni am 2.8.13

Jetzt strahle ich aber, lieber Finbar. Das ist ja ein wundervolles Kompliment von Dir. Ich dachte schon, es sei zu schwierig für mein kleines wortbehagen. Dieses Hineinwachsen in sich selbst ist ja schon schwierig genug… Es freut mich sehr, daß Du meine Worte nicht nur gefunden, sondern auch für gut befunden hast.
Herzliche Grüße an Dich von mir

von finbar am 2.8.13

was für ein reifes poem,
lebensklug, voller erfahrung,
nichts ist dir fremd,
alles ist bekannt,
inwändig, auswändig,
kein sich-klein-machen
mehr notwendig, glaub mir,
leben so unendlich groß
wie das weite weite meer,
ein ozean an gedachten zeilen
inmitten dieser zeilen hier
zum immer wieder darinnen verweilen…

ganz ganz großartige,
moderne, evolutionäre poesie,
bewundernswert, liebe bruni!
tolle arbeit…

herzliche we-grüße
vom finbar

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