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Großstadtnacht

Gespräche, Gelächter,
Flaschen und Gläser
Gier in den Augen
und Finger, die suchen


Nacht in der Stadt


Grelle Lichter,
verzerrte Gesichter
inmitten nacht-
schwarzer Schatten
Stockdunkel und
Grabesstille in
Hinterhöfen und
engeren Gassen


Gedanken, die mit
Fäusten und Klingen
tiefschlitzende Wunden
schlagen und Gemeines
zu armen Seelen tragen

Gefahr in der Stadt

Glänzende Flächen und
bröckelnder Putz
Schmutz und Elend,
verborgen in Hohn


und im dämmernden Morgen
eine klägliche Sonne,
die nachträglich weint
und sich mit nächtlichen
Tränen vereint


Dienstag, 9. April 2013

Die glänzende Fassade ist
nur die polierte Oberfläche
der großen Stadt


image
© bruni kantz

Kommentare

von bruni am 13.4.13

ich liebe meine Städte hier auch, lieber Finbar. Alle haben sie ihre tollen, hellen Wunderseiten und die anderen, die dusteren, die Schattenseiten u. von diesen dunklen mußte ich unbedingt mal schreiben. Sie existieren ja auch u. manchmal schwappen sie ins Helle…

von finbar am 13.4.13 - http://finbarsgift.wordpress.com

du weisst,
dass ich MEINE
große Kesselstadt
LIEBE aber jaaaa
jede Stadt hat auch
ihre nächtlichen auswüchse…
tolles Poem, liebe bruni!

von bruni am 12.4.13

na, da hast Du ja einen kleinen Teil der Schattenseite mitbekommen, liebe Bärbel.
Fröhliche,lustige Gesellschaften sind etwas sehr Schönes, wenn sie gewaltfrei bleiben. Doch oft ist es auch anders.

von minibar am 12.4.13 - http://minibares.wordpress.com

Das erinnert mich an München. Da wohnten wir bei meinem Cousin, mitten in der Stadt.
Gegenüber eine Kneipe. Das saßen sie draußen und lärmten und klirrten mit den Gläsern und lachten und schrien.
Es war wirklich unschön und äußerst störend, verstörend.
Cousin ist inzwischen weggezogen…
Morgens dann sah alles mehr als einfach aus, fast trostlos, genau da gegenüber…
Boah, mein Captcha passt wieder: trouble

von bruni am 11.4.13

in Gedanken bin ich es oft, in der Realität ist der Ruf meines Bettes lauter.
*lächel* Liebe Grüße zu Dir,liebe Barbara

warst Du nachts unterwegs?

Liebe Grüße
Barbara

von bruni am 11.4.13

Liebe Lintschi, ich wollte das Dunkle beleuchten, ein klein wenig, über DAS schreiben, was verborgen liegt, über das hinter dem Licht. Ich selbst wohne auch im Dorf, genau zwischen Heidelberg und Mannheim, also zwischen zwei Extremen. Doch in beiden gibt es auch dieses Elend, in bestimmten Stadtvierteln mehr, in anderen weniger. Überall, wo Menschen wohnen, gibt es Freude und Leid, eben Licht und Schatten. Aber nur weil ich im sogenannten Licht gehe - zur Zeit - , heißt es ja nicht, daß ich um diese andere Seite nicht weiß, sie nicht erkennen will. In der Anonymität kann sich vieles erst mal verstecken, im Dorf wird es schneller bemerkt - so meine ich.
Habe mich lesend mit einer Reclamausgabe der “Großstadtlyrik” beschäftigt.Vom Naturalismus bis in die Gegenwart Gedichte berühmter und weniger berühmter Menschern über dieses Thema:
Großstädte sind Brennpunkte industrieller, technologischer.aber auch sozialer Entwicklungen und Fehlentwicklungen.
Nun siehst Du, was mich hier mit zum Schreiben brachte, liebe Lintschi.

Danke für Deine Worte und einen lieben Gruß an die Wienerin,die heute mit Freude im Dorf wohnt - wohl zwischen Weinbergen, so wie ich hier auch.
Lieber Gruß an Dich von Bruni

von lintschi am 11.4.13 - http://filosofium.wordpress.com

liebe bruni,

du hast hier natürlich nur eine seite eingefangen. die aber ganz toll.
die großstadt hat sicher auch sehr schöne seiten. zumindest wien, in der ich lebte ...
ich war immer begeisterte wienerin und konnte mir gar nicht vorstellen, nicht da zu leben.
und nun ... genieße ich es ungemein, in einem kleinen verschlafenen dorf zu sein. die lebensqualität ist eine ganz andere. gerade in vielen der punkte, die du da angeschrieben hast. weil hier nicht alles so anonym abläuft.
es gibt deshalb auch immer wieder ganz andere möglichkeiten, zu helfen ...
und es gibt auch keine prachtstraßen hier wink
aber schatten gibt es überall, wo es licht gibt.

lieben gruß zu dir, meine liebe!

von bruni am 10.4.13

Liebe aNette, ich denke auch nicht daran, daß DIR oder mir hier etwas passiert, sondern ich denke an das, was unter der wunderschönen Oberfläche, die wir alle genießen, noch liegt, an die Menschen, die Du nicht siehst beim Flanieren, an die, die nicht auftauchen, weil sie sich schämen, zurückziehen, vereinsamen, verbittern, schlagen, sich mit Gewalt nehmen, was sie sich nicht leisten können. Ich denke an das, was darunter liegt. An Schlägereien, an Gewalt in der Nacht, an Verletzungen, Vergewaltigungen, Mord. Das alles gibt es wirklich. Es ist keine Bruni-Fantasie, es ist die andere Seite der glänzenden Medaille, die dunkle Seite, liebe aNette.
Das andere, das, was Du kennst, das genieße ich auch.
Liebe Grüße von mir an Dich; gut, daß Du wieder da bist

von aNette am 10.4.13 - http://www.magic-colors.eu/Blog/

Hey Bruni, ich bin wieder online. Natürlich habe ich euch alle vermisst. Jetzt kann ich auch wieder auf eure I-Net’s zugreifen. Die Adressen waren erst mal alle mit dem Blog versunken.
Am Anfang schien es mir, dein Gedicht würde sich dem Alkoholismus widmen. Sicherlich auch ein ergiebiges Thema. Bei den Gesichtern der Großstadt muss ich aber erst mal widersprechen. Jedes Ding hat seine zwei Seiten, so auch die Großstadt. Aber generell wird sie erst mal schöner, wenn sie im abendlichen Licht erstrahlt. Und der Feierabend mit seinen dazugehörigen Gestaltungsmöglichkeiten ist in der Regel etwas Schönes. Essen gehen, tanzen, Konzert, Theater, Kino, sich mit Freunden treffen und auch mal bei einem Gläschen plauschen.
Ich lebe seit fast 40 Jahren in der Großstadt (Dortmund mit 600.000 Einw.) und mir ist noch nie was passiert. Heißt natürlich nicht, dass es das nicht auch gibt. In der Kleinstadt ist es deswegen auch nicht unbedingt sicherer. Na, wie dem auch sei. Wieder mal ein spannendes Gedicht. lg aNette
PS: auch durch NY kann man in der Regel nachts problemlos unterwegs sein grin

von bruni am 10.4.13

jetzt wurde mir zweimal meine Antwort zerschossen, so als ob ich nicht darüber reden sollte… Unter der Oberfläche sieht es nicht gut aus, diese verborgene Armut, heimtückische Kämpfe im Untergrund, Arbeitslosigkeit, Langeweile, enthemmender Alkohol.
Und darüber die Prachtstraßen…, die Schaufenster, die Träume wecken, die unerfüllbar sind für so viele. Neid, Mißgunst… Du siehst es ja noch viel besser als ich, liebe Anna-Lena

Genau das sind die Schattenseiten einer Großstadt, die ich immer mit einem bitteren Beigeschmack empfinde.
Sehr gut eingefangen, liebe Bruni.

LG am Morgen,
Anna-Lena

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