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Lindenblatt

Zerzaust,
als hätt ein Sturm
mich mitgerissen
seh ich mich um,
erkenne, daß ich
fliege


Ich bin ein Blatt
vom Lindenbaum,
träume meinen
Sommertraum
von süßem Duft
rings um mich her


und frage mich,
war dieser Duft
zu süß und schwer?


Trieb er mich fort
vom linden Ort?
Vergeh ich deshalb,
werd zu Erde?


Das Denken fällt mir
ach so schwer,
ich lass mich fallen,
kann nicht mehr…


Dienstagabend, 25.Sept.2012


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 1.10.12

und doch, lieber Finbar, kommt nach diesem unausweichlcihen Ende ein unglaublicher Anfang *lächel*.
Es war tatsächlich schön, mich selbst mal als Blatt zu sehen, denn ich konnte fliegen, wenn auch nur für eine kurze Zeit und nicht aus eigenem Willen,
das Leben nahm mich in die Arme und trug mich zum Anfang…

von finbarsgift am 1.10.12

es ist immer wieder zauberhaft schön
sich zb auch mal als blatt zu sehn
im winde dann hurtig dahinzuwirbeln
bis der grund dem ein ende macht
aus vorbei schade…

von bruni am 28.9.12

Na ja, lieber Helmut, die “Auferstehung” in der Natur erleben wir Jahr für Jahr.
Daran zweifeln wir nicht. *lächel*
LG von Bruni

von Helmut Maier am 28.9.12 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Es ist oft schwer, an so etwas wie Auferstehung zu glauben - obwohl man eine Station davon zu kennen meint.

Liebe Grüße
Helmut

von bruni am 27.9.12

wie oft schreiben oder denken wir an diese Vergänglichkeit, liebe Astrid - immer wieder. Sie läßt uns nicht los.
Einen lieben Gruß zu Dir

von bruni am 27.9.12

Ach ja, das Lindenblatt, lieber Wolfgang, das verwundbar macht… Der stärkste Mann, die kräftigste Frau, alle haben sie solche Stellen u. wir verbergen sie möglichst gut vor bösen Blicken.
Schön hast Du es bedichtet, das kleine gefallene Lindenblatt.
LG in den Norden. Demnächst müssen wir uns alle warm anziehen, damit wir nicht frieren. Die Linde wird sich in ein unsichtbares Ruhemäntelchen hüllen u. selig schlafen, bis sie in sich neues Leben spürt. *lächel*

von bruni am 27.9.12

traurig schon irgendwie, liebe Monika, doch auch hoffnungsvoll, denn wir wissen, nun fallen sie zwar, aber nur für eine Ruhezeit. Dann erwacht ja ringsherum neues Leben u. auch die Linde wird wieder eine wunderfeine funkelnagelneue Blätterkone erhalten u. süße Blütendüfte wird sie uns wieder bescheren… Darauf freuen wir uns jetzt schon. Den Winter und die Trauer über die Vergänglichkeit werden wir aushalten bis zur neuen Jshreszeit, da bin ich mir sicher.
Alles Liebe von Bruni

von bruni am 27.9.12

Liebe Bärbel, seltsam, die fallenden Blätter, immer wiedser regen sie zum Nachdenken an. Schön, Deine Worte, die Du dazu gefunden hast. Dir einen lieben Gruß zurück von mir

von Astrid Bergmann am 27.9.12 - http://astrid-bergmann-3.blog.de

schönes poem über die Vergänglichkeit.
lg
astrid

von Wolfgang am 27.9.12 - http://waushh2.wordpress.com

Wir wissen, was es mit dem Lindenblatt
der Sage nach so auf sich hat.
Es zählt zu eines Blattes Widrigkeiten,
dass es - wie alles - hat zwei Seiten.
<br>
Oft fällt es uns, anstatt uns zu beglücken,
gemeinerweise in den Rücken,
an eine Stelle trägt’s im Herbst der Wind,
wo wir alsdann verwundbar sind.
<br>
Es bleibt, wenn wir mit Drachenblut bedeckt,
die kleine Stelle unbefleckt.
In jedem Kampf, bevor sonst unser Leben endet,
erhoffen wir, dass sich das Blatt noch wendet.
<br>
Einen lieben Gruß aus dem Norden. Ich hoffe, die Linde ist noch nicht ganz entblättert, denn sonst steht die Ärmste ja frierend vor dem Tor. wink

von syntaxia am 27.9.12 - http://webloggia.wordpress.com

Traurig schön!

..grüßt dich Monika

von minibar am 26.9.12 - http://minibares.wordpress.com

Wenn sie so langsam niederfallen, ist es wie von Elfen geführt.
So langsam und sacht fallen die Blätter zur Erde. Es ist manchmal wie ein Tanzen, wie Freude.
Sie haben nicht mehr wirklich Kraft, aber zu einem kleinen Tänzchen reicht es oft noch, wenn der Wind hilft…
Ganz liebe Grüße an dich, liebe Bruni ♥
deine Bärbel

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