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So nahe

nahe war ich,
so nahe, doch
nicht nahe genug,

Blaues Licht,
Panik und Not

Drohgebärden,
zuckende Blitze
Weinen zu nahe,
verschleierter Blick
ins Zurück

und doch wird klar,
dass Zurück nur
noch zerbrochene
Krücke war

Freitag,30.März 2012


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 5.7.12

Oh, liebe Astrid, dieses schwierige Gedicht suchst Du Dir zum Zurückkommen aus. Schwierige Situationen, Panik u. Not, das kennen wir alle u.sind froh, wenn es trotz allem dann wieder weitergehen kann - wenn auch oft nur irgendwie… *seufz*
Dir einen sehr lieben Gruß von Bruni

von Astrid Bergmann am 5.7.12 - http://astrid-bergmann.blog.de/

liebe bruni, lange habe ich nicht mehr bei dir reingeschaut, zuviel hatte ich mit Ausstellungen, urlaub und der Familie zutun, jetzt habe ich wieder etwas mehr zeit. smile
“so nahe ” spricht mich sehr an, da ich solche gefühle auch kenne. einfach ist es nicht mit ihnen zu leben. lg
astrid

von bruni am 8.4.12

sprachlos wird man selbst ja auch oft, wenn man mit einer Situation konfrontiert wird, die Entsetzen auslöst. Nein, ich war nicht verwundert, daß niemand kommentierte. Ich mußte mir aber auch so etwas mal von der Seele schreiben. Es gibt neben der Hoffnung eben auch das andere, das Geschehen, das Schmerz bringt und durch nichts mehr rückgängig zu machen ist. Geklebte Krücken, liebe Fee, die halten nicht mehr viel aus… sie brechen so leicht. Einen lieben Gruß zu Dir

von Karfunkelfee am 8.4.12

Liebe Bruni,
dein Gedicht kam mir so nahe…
ass ich eines meiner Wüstenbilder nahm,
eins von denen, die für mich stehen, wenn ich meine Gefühle beschreiben soll oder was davon übrig blieb oder wenn ich Hoffnungslosigkeit beschreiben will, die inneren Tode, die Hilflosigkeiten, denen man sich immer wieder ausgesetzt sieht. Du hast gewaltige Worte gefunden und sie zur Essence absolue verdichtet, das Gedicht berührt sehr, schwer Worte zu finden, die nicht beliebig wären oder Allgemeinplätze, um etwas dazu zu sagen. Viele schreckt es vielleicht auch, denn es beschreibt Gnadenlosigkeit, ganz im Gegensatz zu deinen hoffnungsvollen zarten Blumen- und Frühlingsgedichten. Vielleicht auch deshalb die Sprachlosigkeit der Kommentatoren…sie ist verständlich.
Dein Gedicht fühlte ich als etwas, das ich selbst so gut kenne, nur mit anderen Bildern immer wieder beschreibe, was so schwer nur zu beschreiben, zu wortmalen geht. Alles Liebe von deiner Fee. smile

von bruni am 8.4.12

Wow, ein einziger Kommentar hier, bei diesem scheinbar unergründlichen poetischen Werk, das kurz und klein ankommt, aber so unendlich vieles beinhaltet, was ich in meinen Gedanken hatte und nicht aufschreiben wollte, nur die Quintessenz wurde in die Tastatur gegeben, die durfte “leben”. Und nun bist DU es, der hier antwortet. Das macht mich froh u.Zeile für Zeile bin ich Deinem Kollorar gefolgt und wie gut ist es, kommt kraft- u.gedankenvoll an. Toll, liebes Feechen. Danke dafür

von Karfunkelfee am 8.4.12

Manchmal ist Land verbrannt
da wächst nichts mehr
manchmal steht man dann
im Wüstensand
leidet am Durst - so sehr.
die hohe heiße Sonne
schmerzt in der aufgequollenen Zunge
kein Atem zum Kraftholen
in der staubtrockenen Lunge.
man hat kein Kamel zum Reiten
Düne grenzt an Düne
in den menschenleeren Wüstenweiten
von fern glänzt die Fata Morgana
flirrend und feucht
wie silbriger Schnee
auf den Dächern ferner Städte
und man denkt:
ach, wenn ich doch könnte, wenn ich bloß hätte
ich am Rand meiner Dünenwelt Hoffnung säh
fleht das verweinte Himmelsblau an
schleppt sich müden Schritt um Schritt
voran durch den Sand
denkt an Oasen oder an eine kühlende Wasserwand
will nicht zurück, um keinen Preis
weil man weiß
dass die Wüste im Zurückgehn begann
als man zu lang über die lockende Weite nachsann und losrannte ohne die Vorräte zu prüfen
nur an die Sterne dachte,
die über dem Wüstensand ungreifbar fern in allferner Freiheit schliefen
von Fenjala-Pferden träumten
die den wilden Beduinen vorausliefen,
und träumt verdurstend vom nächsten Brunnen, der nicht vergiftet ist
stolpert fast über ein kärgliches Grün
vor den Füßen
das zu klein und zu pflanzlich ist
um davonzufliehn
nicht vom gedankenlosen Verdurstenden zertreten zu werden
es steht ungefähr eine Handbreit hoch
vor dir in der sandigen Wüstenerde
behauptet seinen Platz
und sagt dir leise:
mich kann es nicht ohne Wasser geben
also grabe!
du saugst seinen Tau von den stachligen Blättern
labst dich am trockenhellen Grün und kaust die Stengel
als wärs die letzte Tat, bald holten dich die Engel!
und furchst tief und tiefer
um des Gewächses Wurzel mit beiden Händen den Sand
bis du Nässe fühlst
du dich noch tiefer wühlst
sich die Feuchte in einer Mulde sammelt
genug um die Zunge zu netzen
genug um noch nicht den letzten Atemzug zu tun,
genug, um weiterzugehn,
Kraft zu finden, den spärlichen Tau von den Blättern zu kratzen
und den Willen wiederzufinden,
das fruchtbarere Land am Ende der Wüste endlich zu sehn.

Liebe Bruni,
zerbrochene Krücken muss man
kleeeeben…:)))
Deine Fee
(auch manchmal gehbehindert)

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