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Der Mensch

Das Spiel ist aus
wir waschen unsre Hände
in Unschuld
schütteln letzte Tränen
mit links aus dem Ärmel

wenden uns ab und Neuem zu
Vorbei ist vorbei
Geschehen geschehen
wir lachen gekünstelt,
wollen nicht hören

fühlen uns nicht schuldig
waren niemals dabei
nicht mal auf der Welt
zucken die Schultern
über das Leid der Welt

Steht es so schlimm?
Es geht uns doch gut.
Wann packt uns die Wut?
Wo ist unser Mut?
Woher kommt das Blut?

Der Krieg ist vorbei
wie lange nun schon
Was soll das Gerede
von Menschen und Recht?

Es geht uns nicht schlecht,
es ist unser Recht
Wir leben und geben
unser letztes Hemd
nicht her, doch wir
spenden einmal im Jahr,

ist doch klar und es ist
wahr, wir wettern und
eifern über das Unrecht,
das damals geschah


Dienstagabend, 13. März 2012

Ich erinnerte mich an die
Friedhofsbesuche, die ich mit meiner
Oma zum kleinen Grab meiner mit
sechs Jahren verstorbenen Tante machte
und dachte plötzlich an die Menschen,
die diesen zweiten Weltkrieg erleben
mußten, weil sie zufällig in dieser Zeit
lebten.
Wären wir anders gewesen?
Haben wir uns in jüngster Zeit geändert?


image
(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 27.3.12

Das Ich im Wir ist leicht zu erkennen, liebe Barbara. Dir einen lieben Gruß von Bruni am späten Abend

von ahora am 27.3.12 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

Du redest von “wir” - keiner kann sich da rausreden.
Ich stelle mir gerade vor Deine worte wären in der “Ich"form gehalten *grusel*
und doch auch irgendwie wahr - oder?

Liebe Grüße
Barbara

von bruni am 18.3.12

Liebe Astrid ,ich glaube, er kann es nicht lernen, denn er ist so festgefügt in seinen eigenen Gesetzen, daß Krieg für ihn immer eine grandiose und praktische Lösung sein wird. Es klingt zynisch, meinst Du? Ja, das ist es wohl, dieses Menschenwesen muß zerstören. Es war ursprünglich der Selbsterhaltungstrieb, der ihn so handeln ließ, doch nun liegen die Gründe wohl in den Profiten und der Machtgeilheit der Auslöser.
Dir einen lieben Gruß von mir

von Astrid Bergmann am 18.3.12 - http://astrid.bergmann.blog.de

so unverständlich und grausam ist krieg.
es darf nicht vergessen werden was geschah, als mahnung,  nur lernt der mensch aus der vergangenheit? es gibt immer noch zuviel krieg auf der welt. lg astrid

von bruni am 14.3.12

Liebe Babs, fast hätte es Dich nicht gegeben? Du siehst, das Leben hatte es anders vorgesehen. Es gibt Dich und das ist sehr gut so. Einen lieben Gruß von Bruni

von bruni am 14.3.12

Lieber Ludwig, wie schön, daß ich nun Dein Poem hier bei mir habe. Es passt! Dir einen lieben Gruß von mir

von bruni am 14.3.12

es kann sein, daß wir so schnell leben, weil wir nicht nachdenken wollen, da, wo es so unangenehm ist, lieber Helmut!
LG von Bruni

von minibar am 14.3.12 - http://minibares.wordpress.com

Meine beiden Großväter starben im 2. Weltkrieg, ich konnte sie nie kennenlernen.
Fast hätte es mich nicht gegeben, da auf meines Vaters Herz in Rußland gezielt wurde. Er bückte sich genau in dem Moment nach seinem Gewehr, so war es “nur” ein Durchschuß durch den linken Oberarm.
Nein, wir dürfen die Toten der Kriege nicht vergessen, erst Recht nicht die Millionen Juden und Behinderten, die so schmählich umkommen mussten.

von mono8no8aware am 14.3.12 - http://mono8no8aware.wordpress.com

Wulffen und Guttenbergen
Das tun nur die Schergen
Die Zwerge der Gerechtigkeit
Die Zwerge der Wahrheit
Denn in Wahrheit sind wir
die Menschen des Volkes
die wahren gerechten Riesen
die in den Himmel sprießen
Denn wir wulffen nicht
Wir guttenbergen nicht
Wir gehen mit uns selbst
stets hart ins Gericht
Und das ist der Punkt:
wir sollten das lassen
wir sollten auch prassen
auf Gedeih und Verderb
Warum denn immer sparen
wenn andere Porsche fahren
und schöne Häuser sich leisten
und das alles auf Pump
Also lasst uns auch pumpen
endlich raus aus den Lumpen
denn wenn die Oberen uns foppen
wir können das doch locker toppen
© mono8no8aware

von Helmut Maier am 14.3.12 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Hat die Schnelllebigkeit unserer Zeit noch mehr dazu beigetragen, dass wir überhaupt nicht mehr dazukommen über all das Unrecht nachzudenken, in das wir verstrickt sind?

Liebe Grüße
Helmut

von bruni am 14.3.12

Wundervolle Worte hast Du gefunden, sie ergänzen das, was ich sagen wollte und sie decken sich mit meiner Meinung über diesen Zerstörungswahn, den wir in uns tragen. Wir zerstören uns selbst und andere immer wieder und sind erstaunt über die Stärke der Wut, die wir erkennen. Einen ganz lieben Gruß zu Dir

von Karfunkelfee am 14.3.12

Zeit zu sterben
für das gute Gewissen
von uns Nachkriegserben?
Zeit zu gehn in das
wellnessverliebte New-Age-Zeitalter
unmäßig wird der Fokus
auf die Äußerlichkeiten gehalten
wir reden uns ein,
die Welt ginge noch lange nicht unter
dabei tobt auf den Straßen
schon längst das jüngste Gericht!
Der Krieg trägt längst
wandlungsfähig wie er nun einmal ist
bloß ein neues schön geschminktes
böses Allerweltsgesicht
Die Alten?
Sie würden weinen, wenn sie es könnten
ihre Erinnerung ist die Flucht
und der Nahkampf
ist das Einstampfen ihres einstmals
geliebten Besitzes
wir haben alles
sind unzufrieden
uns ist ein allzu langes
Leben beschieden
kennen die Angst nicht
fliehen zu müssen
und denken in schönen Worten
nur noch ans Küssen
und sehnsüchtig vermissen müssen
an uns und an uns
ich höre von fern
die Alten erzählen
würden sie unsere Art von Leben
wohl auch für sich gern wählen?
Das Wegsehn, das Danebenstehn?
die Selbstzufriedenheit
in den bereitwilligen
Spendenkleckerbeträgen?
damit man dem Leid der anderen
scheinbar genügt?
Selig die Betroffenen
sie ersoffen längst
in ihrem Selbstmitleid.
Glücklich die,
die friedlich
in sich selbst verliebt
Gut und Böse in Schwarz und Weiß
zersiebt,
es lebe der Weltfrieden
wenn man sich selbst
immer nur
freundlich vergibt!

Liebe Bruni…
ich habe über Afghanistan
und den vielen Abschieden
ordentlich Wut in mir drin
aufgebaut…die hat sich aufgestaut..
deine Wort sind wichtig und richtig!

Ganz liebe Grüße,
deine Fee

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