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Mutter sprach

Mädchen, du träumst
dich durchs Leben,
was wird das mit dir
nur geben

Flausen und Rosinen
werden dir Ärger bringen,
begnüg dich, belüg dich,
bleib auf dem Boden, was
willst du im Blauen da
oben? Sieh doch Horn und
Schwielen, warum willst
du nur spielen?

Verpack diese Flügel,
werd endlich gescheit,
für dich ist der Himmel
doch viel zu weit

Du verbrennst an der
Sonne, blicke zur Erde,
zu deiner Mutter,
hoch droben gibt es
auch Sorgen am Morgen
Das Blau ist so blass
und die wolken sind nass

Sind die Flügel dann
mottenzerfressen,
wirst du Träume und
unnützes Fliegen
bald schon vergessen

Dann wirst du wissen,
ich wollt nur das
Beste für dich,
liebe Tochter

**********************
Da resignierte sie, wurde
folgsam, brav und angepasst,
bis nach vielen Jahren das
Träumen von neuem begann.

Sie holte die fast
vergessenen Flügel vom
Dachboden, packte sie aus
und siehe da, keine einzige
Motte hatte sie zerfressen.

Sie fand die Treppe
zum Himmel, die uralte
Quelle an geheimer
Stelle, den Stern in der
Nacht und ihr Lachen
war wieder erwacht.

Sie traf auf Verstehen
und erkannte, wie Wunder
geschehen, fand Buchstaben-
dörfer, Wörtermeere und
heranrollende Wortgewalt.

Wortbehagen breitete sich
aus. Sie erwachte von Klängen
und Tönen, von Wortmelodien
und fühlte sich wohlig zuhaus.


Freitagnacht, 15. Juni 2012

Falsche Ratschläge können
niederdrücken, viel zu lange
wirst du dich bücken.

HOFFEN sollte zum Förderfach
in den Schulen werden, denn
Hoffen und Träume
geben dem Leben Sinn

 

eine von Brunis Collagen
image
(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 22.6.12

Liebe Babs, meine Mutter war lieb und nett u.sprach nur über Alltagsdinge. Es war eigentlich der Vater, der das Sagen hatte und bei einer Tochter dachte er nicht mal daran, daß sie Träume haben könnte, es interessierte ihn nicht.Er war ausgepowert vom Krieg, das einzige Kind lief ja unauffällig und scheinbar gut genug… Schwierige Geschichten verbergen sich hinter meinen Worten.
Einen lieben Gruß von mir sende ich Dir

von minibar am 22.6.12 - http://minibares.wordpress.com

Liebe Bruni,
das sind wohl Worte, die viele Kinder hören mussten.
Wie wunderbar, dass du nicht aufgegeben hast. Dein Wortbehagen kommt uns zugute.
Dein Blog ist eine Bereicherung meines Alltags.
Von wegen Heidelberg, im Blog kann ich ja schlecht schreiben, dass und wann wir nach Heidelberg fahren…
Das will ich nicht riskieren.
Deshalb hatte ich auch einiges vorgebloggt.
Aber es ist sooo schade, dass wir uns nicht haben treffen können.
Ganz liebe Grüße und träume weiter und schaue in den Himmel ♥
das tu ich auch zu gern wink

von bruni am 21.6.12

*lach*, war nicht übel, dieser humorige Spruch, um nicht zu sagen, er war richtiggehend klasse, liebe Fee und ich mußte kichern, obwohl es gar nicht spaßig war,sonden in Spaß verpackter bitterer Ernst.
Einen lieben Gruß zu Dir

von Karfunkelfee am 21.6.12

Liebe Bruni,
ein tolles Statement für den unverbrüchlichen Glauben, dass das, was man in sich fühlt, das Richtige ist und alle Hoffnung verdient, damit man danach handeln kann.

Und ein etwas humoriger Beitrag zum Thema Mütter:

Mutter zum Kind: “Kind, ich will doch nur dein Bestes!”
Kind: “Nein, Mutter, das behalt ich lieber für mich!”

Gute Nacht, Nachtkind,

Liebe Grüße,
deine Fee

von bruni am 18.6.12

Lieber Jorge, und was ist mit den Vögeln, die träumend fliegen?
LG von Bruni zu Dir

von Jorge D.R. am 18.6.12 - http://traumtuch.blogspot.com

Ein schwieriges Thema. Du sagst es.

ABER:
Die Treppe zum Himmel darf man sich von niemandem verstellen lassen - auch von Mutter und Vater nicht.

Und den eigenen Kinder immer wieder sagen:
Zahme Vögel träumen.
Wilde Vögel fliegen.

von bruni am 17.6.12

Gibt es nicht schon Fragestunden in den Schulen, liebe Barbara? Es freut mich sehr, daß unsere Blogfreundschaft nun schon so lange besteht.
Einen lieben Gruß zum Sonntagsausklang
von Bruni

von ahora am 17.6.12 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

das finde ich klasse!  Hoffen sollte zum Förderfach in der Schule werden.
Du sagst es, liebe Bruni.

Fragenstellen aber genau so.
Ich habe meine Mutter unentwegt genervt mit: Warum?
Das habe ich auch nur für ein paar Jahre aufgegeben, um dann erneut wieder damit anzufangen grin

Ich möchte Dir wieder einmal sagen, wie sehr mich unsere Blogverbindung erfreut, aufbaut und heiter stimmt. Danke Bruni
LG
Barbara

von bruni am 17.6.12

Liebe AnnaLena, oft sind es auch die Väter u.manch ein Vater hat den Lebensweg seines Kindes so stark beeinflusst, dass er anders lief, als er hätte sein sollen.
Es ist ein großes und sehr heikles Thema.

Oft ist es nur zum Weinen und im Nachhinein zu regulieren ist sehr schwierig und manchmal kaum zu bewältigen.
Dir einen lieben Gruß von mir

PS Ich werde gleich mal meine Tante anrufen grin

von bruni am 17.6.12

Dank Dir, liebe Monika
Ich glaube, wir können alle ein Liedchen von den falschen Ratschlägen singen
LG von Bruni

So sind sie die Mütter, wohlmeinend, gepaart mit eigener Lebenserfahrung, geben sie gern ihre Ratschläge weiter.
Egal, wie alt man selber ist, man bleibt das Kind. Den schmalen Grat zwischen Annehmen und den eigenen Erfahrungen gilt es jeden Tag neu zu bewältigen.

Sehr gelungene Zeilen, liebe Bruni. Davon erzähle ich heute meiner Mutter grin...

Liebe Sonntagsgrüße
Anna-Lena

von syntaxia am 16.6.12 - http://webloggia.wordpress.com

Ja, diese RatSCHLÄGE, sie bremsen ungemein aus. Eigene Erfahrungen können einfach nicht übertragen werden und das ist auch gut so.
Fein deine Zeilen, Bruni!!

..grüßt dich Monika

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