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Ein Schwan

Im Dämmerlicht verborgen,
ein unscheinbarer Weiher.

Hier lag vor langen Zeiten
ein sonnenlichter See.
Es trafen sich sechs Schwäne,
die ich noch vor mir seh.

Als sie im Nichts verschwanden,
erhoben sich die Gräser und
wuchsen in die Fluten,
eroberten den See.
Sie wiegten sich sehr leise
und traurig klang ihr Lied.

Die Zeit verging, es wurde
Tag und auf ihn folgte stets
die Nacht, so wie sichs die
Natur gedacht.

Da plötzlich brausten Schwingen,
in Aufruhr war der Himmel.
Es kam ein Schwan geflogen,
zerzaust vom langem Flug.
Ein Flügel hing, er schien
verletzt. Der Teich hielt
seinen Atem an. Er litt mit
diesem Schwanenmann.

Leichte Nebel stiegen,
verbargen Schwan und Teich
und aus der Not geboren
entstand ein stilles Wunder,
des Schwanen Schattenreich.

Im stillen Wasserspiegel
versank er in Gedanken, sah
Böses unter Algen schwimmen
und mit dem hellen Lichte
ringen.

Die Ferne sah er hell und klar
und wußte, wem viel Leid geschah
Er sah auch Glück und gute
Stunden und konnte doch nie
selbst gesunden.


Freitag, 29., Juni 2012

Es handelt sich hier um eine
mystische Schwanenfigur aus
einem ganz besonderen Buch


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 11.6.14

Liebe Marlis, bis heute hat er etwas Mystisches und Geheimnisvolles für mich und trotzdem wurde er mir vertraut, als hätte ich ihn immer gekannt
Lieben Dank fürs Lesen einer besonderen Geschichte und herzliche Grüße von mir

von Marlis Hofmann am 11.6.14

Liebe Bruni, der schöne schwermütige Schwanenmann, ach! Man hält beim Lesen fast den Atem an, so geheimnisvoll, so schön und ... so traurig!
Liebe Grüße,
Marlis

von Karfunkelfee am 2.7.12

Was so ein rechter Schreiberling ist, der muss auch viele Worte haben und macht, damit es auch schön fließt,
seine Märchenhausaufgaben! smile

Gruss vom See,
deine Fee

von bruni am 2.7.12

Wie gut erinnere ich mich an die sechs Schwäne, liebe Fee…Eine wunderbare Basis für eine darauf aufbauende Geschichte.
Wir kennen unsere Märchen ganz gut, gell?
Einen lächelnden Gruß von mir an Dich

von Karfunkelfee am 2.7.12

Da kommt mir doch gleich das Märchen der Gebrüder Grimm in den Sinn!
Die sechs Schwäne…erinnerst du dich?
Die Prinzessin, die den verzauberten Schwänen, ihren Brüdern, aus Brennesseln ein Hemd strickte, damit der Bann von ihnen fiel. Nur für den jüngsten und liebsten Bruder reichten die Nesseln nicht mehr aus, der linke Arm blieb ein Flügel.
Ein wunderschönes Gedicht, wehmütig…

LG,
dein feechen

von bruni am 1.7.12

Du hast recht, ich war eingetaucht, sehr tief und was ich fand, war so gut, daß ich es kaum fassen konnte.
Dir auch einen lieben sonntäglichen Gruß von Bruni

Da bist du aber ganz tief eingetaucht in die Welt der Schwäne, liebe Bruni.
Wunderbar grin
findet Anna-Lena,
die Schwäne als besonders geheimnisvolle Tiere mag.

LG in den Sonntag!

von bruni am 30.6.12

Liebe Barbara, das ist sie auch, diese Geschichte, aber sie ist wunderschön und der “Schwan” war ein Mensch, der lange Jahre in einem Zauber leben mußte. Ein Schwanenflügel blieb ihm u. hielt ihn zwischen den Welten. Dir einen lieben Gruß von Bruni

von ahora am 30.6.12 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

Ja, die Geschichte mutet schon sehr mythisch an.
Der arme Schwan!

LG
Barbara

von bruni am 29.6.12

Lieber Ludwig, es kann gut sein, daß Du dieses Buch auch kennst. Ich glaube, ein Zauber liegt über den Zeilen, Seite für Seite und wie gebannt habe ich das Geschehen verfolgt, habe mit allen gelitten, gelächelt und sehr oft gebangt…  Über eine der wichigsten Figuren der Geschichte habe ich nun mein Gedicht verfasst, weil es mir ein sehr großes Bedürfnis war. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt!
Dir einen lieben Gruß in die Nacht
von Bruni

von ludwig am 29.6.12

kantz bezaubernde verse
in eine wundervolle atmosphäre gesetzt
ich glaube ich kenne das buch
und die geschichte von den schwänen
hier wie dort an jenem mystischen ort
glitzern die worte diamanten

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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