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Leck im Rumpf

kurz und dumpf
ein Schlag in den Rumpf

qualvolles Stöhnen,

noch kaum zu hören,
schreiende Maschinen
sind es, die stören

Es wankte der Riese
und beugte sich leicht

Heimlich stieg Wasser.
In festlichen Hallen
ertönte hämisches Lachen.

Schreie, Gepolter,
Panik im Schiff

Das Meer stieg noch höher,
erspähte die Reling,
erreichte sein Ziel

vorbei wars mit Feiern
und nettem Spiel

Der Riese seufzte
und neigte sich mehr

Menschen ertranken,
versanken im Meer,

doch in seinem
riesigen Bauch
verschwanden sie auch


Donnerstagnacht,20.Jan.2012

wenn ein Riese stirbt…


image
(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 27.1.12

Ja, Barbara, ich verstehe es auch nicht.
Ist es der wunsch, in einer möglichst großen Masse unterzugehen?? LG von Bruni

von ahora am 26.1.12 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

die Ausmaße dieses Schiffes ist fast unvorstellbar - über 4000 Leute hatten dort Platz.
Was treibt uns Menschen immer wieder dazu in solche gigantischen Hotels oder Schiffe
zu gehen?

LG
Barbara

von bruni am 24.1.12

Liebe Fee, es ist toll, Dein Korollargedicht. Natürlich solltest Du es in Deinen Blog einstellen. Es würde mich total freuen! Dir einen lieben Gruß in die Nacht von Bruni

von bruni am 24.1.12

Liebe Monika, gruselig ist es tatsächlich, geschehen ist es auch tatsächlich und GottseiDank haben wir niemand, um den wir da bangen müssen. LG von Bruni

von Die Fee am 23.1.12

Hallo liebe Bruni,
Dichter sind auch Chronisten.
Klasse, wie du das Unglück verdichtet hast und mich inspiriert, selbiges auch mal zu tun und nicht immer nur von dieser blöden Liebe zu schreiben.
Danke für dein tolles Gedicht!
Hier kommt ein Korollar, das ich gern auch bei mir bloggen würde, auch wenn ich es jetzt hier bei dir als Komm poste, sag mal, ob du das in Ordnung fändest.

Wrackphilosophie
Am Grund ist es dunkel und kalt
das geborstene Metall
bildet seltsame Strukturen
alle Uhren schweigen
weil sie keine Zeit mehr haben
für die Menschen die oben
ihre Menschlichkeit anklagen
ihre Entschuldigungen loben

Das Wrack schweigt
in bleierngraublauen Tiefen
als wäre klar, dass es nur schliefe
am Meeresgrund sucht eine Kamera
die Wahrheit der Toten
das Leben wich längst
aus ihren blutroten Lungen
die wie das Schiff barsten
und sanken, Salzwasser tranken
erstickten an der Eitelkeit
gesehen werden zu wollen

ihre Körper rollen sanft
in der Dünung
hin und her schwanken
Gräser um sie
und die Hoffnung
einen Verantwortlichen
für das Unglück zu finden
ist menschlich
sie stirbt nie.

von syntaxia am 22.1.12 - http://webloggia.wordpress.com

Es ist gruselig, wenn solch ein Unglück passiert. Ich kann nicht schwimmen, will es auch nicht, weil ich Wasser nicht mag, würde nie auf ein solches Schiff gehen….

..grüßt dich Monika (mit dem Spamschutzwort feeling)

von bruni am 22.1.12

Liebe Anna-Lena, Danke Dir sehr für Deine Wort u. sende Dir einen lieben sonntäglichen Gruß

von bruni am 22.1.12

Liebe Astrid, ich war wirklich mal auf so einem Schiff. Es ist über 30 Jahre her,so daß ich kaum mal daran denke. Es war eine riesige Auto-u.Personenfähre von Griechenland nach Italien, die sehr verrottet war. Einige Wochen später ging sie unter mit mehreren 100 Mekka-Pilgern darauf. Ich weiß nicht mehr, wieviele gerettet wurden. Sie war total überladen. Einen lieben Gruß zu Dir von Bruni

von Astrid am 22.1.12 - http://astrid-bergmann.blog.de/

dieser tragische und vermeidbare unfall, hat dich zu diesen gedicht veranlasst, als ob du schon mal auf so einem großen schiff warst. schrecklich gut. lg astrid

von Anna-Lena am 21.1.12 - http://visitenkartemyblog.wordpress.com

Liebe Bruni,

es ist dir wieder gelungen, das schreckliche Umglück lyrisch in Szene zu setzen, sehr gelungen!!

LG Anna-Lena

von bruni am 21.1.12

mit dem Untergang der Titanic ist er wirklich in keinster Weise vergleichbar, dieser merkwürdige neue Riesentod, ich stimme Dir hier voll und ganz zu.
Rasiermesserscharf ist haargenau das richtige Wort für den damaligen Schiffsuntergang. Zu dem heutigen fallen mir ganz andere Worte ein, lieber Ludwig.
Ich danke Dir für Deinen tollen Kommentar *freu*

von mono8no8aware am 21.1.12 - http://mono8no8aware.wordpress.com

in einer verbalen nussschale
hervorragend zusammengefasst:
den tod eines schiffsriesen…
toll gemacht, bruni, echt!
wenn viele leute diesen riesentod
aber derzeit manchmal vergleichen
mit dem des titanischen riesen
dann haben sie keine ahnung,
denn jener tod war ungleich
mörderischer, rasiermesserscharf
und eisbergkalt!
alles liebe
ludwig

von bruni am 21.1.12

Liebe Babs, Du weißt ja viel mehr,als ich bisher gelesen habe. Das ist ja höchst interessant, was Du da berichtest. Na ja, wir werden noch viel darüber zu lesen bekommen. Dir einen lieben Gruß in die Nacht von Bruni

von bruni am 21.1.12

Liebe Anette, Kreuzfahrten hatten bisher für mich immer etwas ganz Besonderes. Jetzt haben sie besonders Schreckliches dazu bekommen. LG von Bruni

von minibar am 20.1.12 - http://minibares.wordpress.com

Und den Kapitän und die Besatzung wird wohl niemand belangen können…
Sie haben sogar Leute mit Schwimmwesten zurück in die Kabinen geschickt.
Bis erst Alarm ausgelöst wurde, war es eigentlich schon viel zu spät.
40 Minuten vorher hätten sie schon beginnen können-sollen-müssen.
Und im Vorjahr waren sie auch schonmal ziemlich nah, nicht ganz so nah, an dieser Insel vorbeigefahren. Da ging es noch gut. Diese Route ist nicht in den offiziellen Unterlagen nachzulesen.
Eine Sondergenehmigung war es gewesen…
Boah, da kann einem kotzelend werden.
Und die, die es nicht geschafft haben, um die weine ich bittere Tränen…

von aNette am 20.1.12 - http://www.magic-colors.eu

Dass es erst ein derartiges Unglück geben musste, war sicherlich nicht vorgesehen. Dennoch fasst dein Gedicht die Situation besser zusammen, als es mancher Reporter vor geschafft hätte. Eine Gedenkminute mehr für die Opfer. Mögen sie im Himmel ihren Frieden finden. lg aNette

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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