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Eisiger Wind

Hörst du den Wind,
wie er jammert und
fleht, wenn ihm
Hinderliches
im Wege steht?

Eisig fegt er
durch schmale Gassen,
keinen Strauch kann
er in Ruhe lassen

Zweige peitscht er,
läßt Äste sich biegen,
kreischt und tobt,
will kleinste Reste
von Wohlsein besiegen

Er bläst zur Attacke
wird nun zum Sturm,

pfeift durch Schlitze
und Ritzen,
sieht Wärme in Stuben,
schlägt an die Scheiben,
schreit, was die
Menschen so treiben

heult laut vor Wut
und lacht über Mut,
reißt Bäume in Stücke,
gebraucht sie als
Krücke, verausgabt
sich mächtig, stöhnt
und gähnt, wird heiser
und leiser

ein letztes Wehen
und um den Sturm
ist´s geschehen.


Samstagnacht, 4.Febr.2012


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 11.2.12

hmm. das geht mir doch runter wie Öl, lie Anette. Manchmal ist das gr nicht so einfach, Spannung aufzubauen, langsam stiller werden zu lassen u. dann zum Punkt zu gelangen. LG u.ein schönes WOEnde
für Dich.

von aNette am 11.2.12 - http://www.magic-colors.eu

Atemlos bin ich dem Rhythmus deiner Zeilen gefolgt, gespannt darauf wartend, was der Wind als nächstes anrichten wird. Es ist faszinierend, wie du in so einem Gedicht den Spannungsbogen aufbauen kannst. Danke liebe Künstlerin am Papier grin lg und ein schönes WE, aNette

von bruni am 7.2.12

Liebe Barbara, ich hörte ihn heulen, es war sehr kalt und ich dachte mich zurück in eine Zeit, in der die Menschen dichter an der Natur lebten. Der Wind tobte und heulte wie ein Wehrwolf. Er versetzte die Menschen in Schrecken und verursachte ihnen große Pein. So entstand das Gedicht. Einen lieben Gruß zu Dir von mir

Ich wünsche Dir, dass Du beim Schreiben im Innern nicht erlebst, wie der Wind heult.
Das nenn ich Fantasie!

Liebe Grüße
Barbara

von bruni am 6.2.12

ja, sie lebt. Ich sehe und höre sie in meinen Gedanken. LG von mir

von mono8no8aware am 6.2.12 - http://mono8no8aware.wordpress.com

ich sags ja immer:
winderde lebt!

von bruni am 6.2.12

und ob, liebe Monika. Hörst du ihn nicht manchmal,wenn er pfeift und kreischt, wenn er schreit und sich gegen die armen Bäume empört, die ihm im Wege stehen?
Launisch sind diese Winterstürme. Bist Du ihren Gewalten ausgeliefert, bekommst Du es mit der Angst zu tun, schließt alle Läden und Türen, zündest an allen Ecken Kerzen an, stopfst Dir Watte in die Ohren und hoffst, daß ihm bald wieder die Puste ausgeht,dem fürchterlichen Sturmwind.
Lieber Gruß von Bruni

von syntaxia am 5.2.12 - http://webloggia.wordpress.com

Hua, richtig dramatisch, liebe Bruni!

..grüßt dich Monika

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