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Ohne Zeit

Als das Leben sich
mit leichter Hand
die Zeit nahm und
mit ihr verschwand,
herrschte Stille

Kein Ticken von Uhren,
im Sand keine Spuren

Spinnenfäden wiegten
sich nicht mehr im Wind

Tag und Nacht
verschmolzen zu Brei.

Diffus wurde das Licht,
nicht finster, nicht hell

Regen erstarrte in stehender
Luft, kein Auto, das fährt und
keiner, der ruft. NICHTS
geschieht ...

Keinen rührt das Entsetzen,
das wie eine breite Schneise
in erstarrten Gesichtern friert.

Reglos steht alles still.

Samstagabend, 3.Sept.2011

erstarrt in der Bewegung
image
(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 9.9.11

Oh ja, das hast Du, lieber Ludwig. LG zu Dir

von bruni am 8.9.11

Danke fürs Verstehen, liebe Gaby. Tut gut!
LG zu Dir

von mono8no8aware am 8.9.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

*lach*
na wenigstens habe ich dich
füsisch und psüchisch doch
wunderbar breit zum lachen
gebracht, wunderbar!
herzlich
ludwig

Liebe Bruni, ich empfinde deine Zeilen nicht als düster, gehen mir doch ähnliche Gedanken selbst durch den Kopf: Wsa wäre, wenn…
Immer wieder fasziniert von deinem Ideenreichtum, liebe Grüße zu dir grin

von bruni am 7.9.11

Nein, liebe Babs, sie wird nicht mehr, die für uns so unfaßbare Zeit, wir versuchen sie zu kontrollieren, indem wir unentwegt nachsehen, wie es um sie steht, bzw. wo der Zeiger gerade steht. Doch sie läßt sich nicht beirren. LG von Bruni

von minibares am 6.9.11 - http://minibares.wordpress.com

Ach, verstehe, so ähnliche Gedanken gingen mir letztens auch durch den Kopf, als ich Uhren für das Projekt aussuchte.
Dass die Zeit nicht zu fassen ist, obwohl wir so viele Uhren im Haus haben, an der Hand, halt überall. Aber dadurch wird sie nicht mehr…

von bruni am 6.9.11

Karin, ja, ich kann darüber lächeln, weil ich keine Realität beschrieben habe. Ich habe von einer Vorstellung gesprochen, was wäre wenn… Ich habe eine Überlegung ausgesponnen, sonst nichts.
Bei Dornröschen stand die Zeit still, Karin, sie verging nicht! Nur ringsherum ging alles weiter seinen gewohnten Gang. Im Schloß selbst war Stillstand, nur im Ringsherum, z.B. bei der Rosenhecke, die stetig weiterwuchs, konnte man erkennen, daß dahinter etwas ANDERS war.
Es ist eine utopische Vorstellung - sonst nichts, die ich beschreibe. Bei einer Vorstellung alleine schon Angst entwickeln? Nein, dazu ist die ZEIT nicht reif. Es hieße, sich den Kopf zerbrechen, noch bevor etwas auch nur ansatzweise soweit ist. Nein, tue ich nicht, sonst könnte ich nicht leben. Ich hätte dann täglich schon Angst vor dem kommenden Tag. Wie sollte ich klarkommen, wenn ich jetzt schon alle Ängste vor Kommendem hätte? Hier weigere ich mich einfach und lebe die Tage, wie sie kommen.

Einen lieben Gruß zu Dir

von karin am 6.9.11

Zeit steht niemals still und auch während Dornröschen schläft, vergeht sie, es gibt keinen Stillstand, es gibt irgendwann eine Auslöschung des eigenen Lebens, dann steht für dieses Leben die Zeit still, aber trotzdem geht sie weiter. Jetzt könnten wir diskutieren, was ist Zeit….philosophieren -:)))aber ich bin doch überrascht, daß den meisten Deiner Leser dieses Gedicht sehr düster vorkam, mir ja auch ...und Du selber lächelst über Deine Zeilen…..

von bruni am 5.9.11

Liebe Babs, nein, es ist nichts passiert. Ich habe nur darüber nachgedacht, wie es ist, wenn die Zeit plötzlich nicht mehr existiert, wenn nichts mehr weitergeht…
Sei nicht traurig. Ich wollte Dich nicht beunruhigen. LG von Bruni

von bruni am 5.9.11

Liebe Regina, genau an dieses Märchen dachte ich auch und an “tausend Jahre sind wie ein Tag”. So entsteht dann manchmal ein Wortbild ☺ LG von Bruni

von bruni am 5.9.11

Liebe Barbara, denke an steinerne Wesen, an Bewegung, die erstarrt, denke an angehaltene Zeit, an Zeit, die stillsteht, nicht weitergeht,  bewegungslos ruht dann die Welt.
Es ist eine schlimme Vorstellung, aber vielleicht ist es ja auch nur eine Vorstellung, für die uns die nötige Kraft feht. Wir sind es gewohnt, daß alles seinen Gang geht, was ist, wenn plötzlich die Welt stillsteht, wenn die Vögel mitten im Singen verstummen? Was ist dann passiert? Hat sich die vergehende Zeit dann einfach eine Pause genommen? Vielleicht entsteht so eine Zeitfalte? Was weiß der Mensch denn schon? Vieles und das ist doch viel zu wenig, um zu denken, dass er weiß... Manchmal lasse ich meine Gedanken laufen und hier siehst Du ein Ergebnis davon. *lächel* LG von Bruni

von minibar am 5.9.11 - http://minibares.wordpress.com

Oha, das ist so traurig, irgendwie niederschmetternd. Es ist wirklich nur ein Gedicht, und nicht, dass was Schlimmes in deiner Familie passiert ist?
Ich las es schon gestern abend und war ganz traurig. Es musste sich erst in mir entfalten….

Liebe Bruni,
beim Lesen hatte ich das Dornröschenschloss vor augen, in dem alle in einen tiefen, starren Schlaf gefallen sind. Gut, dass es so etwas nur im Märchen gibt - auch wenn wir uns manchmal wünschen, die Zeit anhalten zu können, so hilft uns das nicht wirklich weiter.

Liebe Grüße
REgina

Den Menschen ohn das Leben vorzustellen will mir nicht gelingen.

Liebe Grüße
Barbara

von bruni am 5.9.11

Lieber Ludwig, Du möchtest meine gedichteten Zeilen in Frage stellen? *lach* Du machst Sachen, füsisch und psüchisch… Siehst Du mein Lachen? Meine Mundwinkel reichen bis zu den Ohren… Was haben meine Mundwinkel denn an den Ohren verloren? Einen lieben Gruß an Dich

von mono8no8aware am 5.9.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

das leben stielt sich die zeit?
ist es nicht eher umgekehrt:
die zeit nimmt all die leben mit sich hinfort an einen ort, den wir nicht kennen, von dem wir nicht wirklich etwas wissen ...?
aber klar, ansonsten haben wir ein vakuum, füsisch und psüchisch ...
liebe grüße
vom ludwig

von bruni am 5.9.11

Nein, Karin, ich dachte in keinster Weise an einen depressiven Menschen, ich dachte daran, wie es wäre, wenn sich das Leben einfach die menschliche Zeit nähme und wir hätten ALLE keinen Lebensraum mehr.
Alles würde stillstehen, alles wäre bewegungs- und regungslos. Eine reine Hypothese! LG am Montagmorgen von Bruni

von karin am 5.9.11

Beim Lesen Deiner Zeilen habe ich einen zutiefst von Depressionen heimgesuchten Menschen vor mir, dem alles Leben erstarrt, die Zeit fließt ohne Regung an ihm vorbei, er nimmt sie nicht mehr wahr..ist eigentlich schon gestorben…

wohl dem, der davon verschont bleibt…

von bruni am 4.9.11

Hallo Astrid, ja, es sind nur meine Gedanken, das Leben hat uns die Zeit gelassen und sie geht gleichmäßig und stetig weiter. Du darfst malen und zeichnen und ich bin froh, daß ich schreiben darf… LG von Bruni

von Astrid am 4.9.11 - http://astrid-bergmann.blog.de/

Da bin ich aber froh das es nur ein Gedicht ist.
Viel Zeit wünsche ich mir, für meine Kunst und zum lesen deiner schönen Gedichte.

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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