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Wald der Schatten

Vom Wald der Schatten ging
die Mär, dass es der Wald der
Geister wär. Es rauschte von den
hohen Tannen, die nie vom
Tageslicht gewannen.

Fichten krümmten sich in
Schmerzen, angstgebeutelt
schlugen Äste Moos und
Flechten, Füchse heulten
fürchterlich.

Schritte dröhnten dumpf im
Sumpf. Weicher Boden wölbte
sich vor innerlicher Qual,
weil man ihm die Ruhe stahl.

Aufgehängtes Diebsgelichter,
Ungeheuer, Schlammgesichter,
tanzten hier im Schattenwald,
grölten, grunzten, warfen
Pfützen durch die Luft, pfiffen
schrill und pufften sich.

So stimmte dann wohl diese Mär,
dass hier der Wald der Schatten
wär. Drum hütet Euch, seht mit
Bedacht in dichte dicke
Dornenhecken, ob da nicht auch
noch Geister stecken.

Mittwochabend, 2. Nov. 2011


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 2.2.18

*lach*, den hab ich damals in meiner Sherlock Holmes-Zeit mit genüßlichem Schaudern gelesen. Sir Arthur Conan Doyle mochte ich damals sehr.

von gerda am 2.2.18 - http://gerdakazakou.com

Sehr gelungen! Das wäre ein passendes Ambiente für den Hund von Baskerville. Agatha Christie hätte ihre Freude.

von bruni am 11.11.11

Liebe Anette, ist es wirklich so gruselig? Es sollte eigentlich ein zwar gruseliges, aber nicht ernst zu nehmendes Gruseln erzeugen… ☺ Lieber Gruß von Bruni

von aNette am 8.11.11 - http://www.magic-colors.eu

Oh Bruni, wie gruselig. Das ist sicherlich keine Gute Nacht Geschichte für Kinder. Die kämen vor Angst nicht in den Schlaf. grin Aber sowohl das Gedicht, als auch das Foto passt gut zu Helloween. lg aNette

von bruni am 7.11.11

Ich muß ja zugeben, daß es viel schöner ist, reizende Feen zu sehen, statt des ollen aufgehängten Raubgesindels…
*lach* Sonnige Grüße von mir

von mono8no8aware am 7.11.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

gehe ich allein in den wald
dann sehe ich oft sehr bald
feen sich im kreise drehen
ihre haare im winde wehen…
ja, ich bin ein märchenschattenwaldgänger, liebe bruni, liebe grüße von mir

von bruni am 6.11.11

Lieber Ludwig, da hast Du aber fein gedichtet *lächel*. Du hast also die Feen beobachtet, wie sie sich grazil im Kreise drehen. Tja, da siehst Du mal, was Mann im Schattenwald alles erkennen kann. Einen lieben Gruß von mir zu Dir

von mono8no8aware am 6.11.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

im dunklen wald
seh ich die feen
wie sie mit ihren haaren wehn
dann bleib ich stehn
im dunklen wald
und werde zu einem schatten
einem sehr bedächtig matten
und gegen schattenwaldmitternacht
der feen reigen ist vollbracht…

von ahora am 5.11.11 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

ich gehe sowieso nicht gerne im dunklen Wald spazieren wink

von bruni am 5.11.11

gell, Barbara, da bekommt man fürchterliche Angst und traut sich in keinen Wald mehr rein… *lach* LG von Bruni

von ahora am 5.11.11 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

ganz schön gruselig, Dein Novembergedicht.wink
Liebe Grüße
Barbara

von bruni am 4.11.11

Grinsen wird er vielleicht irgendwann über Omas Gedicht u. cool zu mir sagen,
Du, Oma, Geister gibt es doch gar nicht…
*lächel* Einen lieben Gruß zu Dir, liebe Monika

von syntaxia am 3.11.11 - http://webloggia.wordpress.com

Noch wird dein Enkelkind zu klein sein, aber bald wird es sich über dein Gedicht zum November hin freuen.

..grüßt dich Monika

von bruni am 3.11.11

Liebe Anna-Lena, ich merke es ganz genau, Du nimmst meine Geister nicht ernst *grins** Lieber Gruß zu Dir

von bruni am 3.11.11

ich wollte es tatsächlich zum November noch ein bißchen gruseln lassen. Du hast es gut erkannt. Manchmal muß man eben ein wenig herumalbern. LG von Bruni an Astrid

von Astrid am 3.11.11 - http://astrid-bergmann.blog.de/

ein wenig gruselig darf ja im november sein. wink
gefällt mir gut dein schattenwald-poem.
lg
astrid

Solange die Sonne durch die bunten Blätter leuchtet, haben Schatten und Geister keine Chance. Da macht es Spaß, durch das welke Laub zu rascheln.
Hüten wir uns vor dunklen Gedanken, solange der November uns so freundlich gesonnen ist.

Ich schicke dir einen lächelnden Gruß durch die Nacht, liebe Bruni grin

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