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Mit Haut und Haaren

Du reisst mir die Worte
von den Lippen und
stippst sie in süßen Brei,

versenkst meine
Gedanken in deiner
eigenen Hitze,

fängst meine
Bedenken
in nächtlicher Glut.

Du meinst,
nur Du tust mir gut?

Meine Lippen zittern,
zögern beim Sagen,

wie soll ich in dir
meinen Abstand wahren?

Ich suche mein Ich
und finde nur Dich.

Ich wurde geboren,
habe gefroren.

Nun hab ich auch noch
meine Freiheit verloren.

Und das nennst du Liebe?

Freitagabend, 7. Jan. 2011


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 21.10.15

Ganz genau, lieber Freund, hier erkannte eine Frau, daß sie sich selbst vergessen hatte in einer scheinbaren Liebe, daß sie sich selbst verlor, ihre persönliche Freiheit und sie weiß, sie liebt diesenur in ihm aufgehende Liebe, diese Situation absolut nicht mehr, denn Freiheit hat hier keinen Raum! Falsch ist dann das, was hier mal als Liebe bezeichnet wurde! Es war nur eine Vereinnahmung der anderen Person, u. zwar mit Haut und Haaren. Besitzgieriges Denken…
Echte Liebe sollte immer die Freiheit des Anderen achten. Meist funktioniert es so nicht, ich weiß.
Lieber Finbar, herzliche Grüße zum neuen Tag
Deine Bruni

von finbar am 21.10.15 - http://finbarsgift.wordpress.com

Tja, liebe Madame de la Poesie, sich in leidenschaftlicher Liebe auszutoben, und dabei alle Freiheiten zu wahren,
das ist für mich ein Widerspruch,
Entweder—- Oder!

Liebe Morgengrüße
vom Finbar

von bruni am 12.1.11

Ich denke auch, lieber Michael. Schließlich können zwei Buchstaben die Welt verändern ☺

von Michael am 11.1.11 - http://weilwirunslieben.wordpress.com

Liebe Bruni,

bitte lass Deinem Gedicht seinen Titel. Da er zwei Buchstaben mehr hat als der von Ulla Hahn, unterscheiden sich beide ja ganz eindeutig. grin

von bruni am 11.1.11

Als Anklage habe ich es noch gar nicht gesehen; es sind Gedanken zu einer Beziehung, in der einer viel stärker ist als der oder die andere und dies in überschäumender, machtvoller “Liebe” so ausnutzt, daß sich der oder die andere nicht mehr geborgen, sondern total erdrückt fühlt.
Aber eine Anklage? Meinst Du wirklich, es wäre eine?
Morgendliche Grüße an Dich, lieber Helmut

von Helmut am 10.1.11 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Ob die Anklage wirklich zu etwas Positivem führt? Deutlich genug ist sie ja.

Liebe Grüße
Helmut

von bruni am 10.1.11

Bevor ich flüchte, muß allerhand passieren, liebe Anna-Lena! Ich bin ein Durchhaltetyp, der immer neue Wege findet ☺ LG von Bruni

Deine Zeilen erinnern mich spontan an eine große Krake, die sich auf dich stürzt und dich mit Haut und Haaren verschlingen will.
Von Liebe finde ich keine Spur, nur die Gefahr, sich selbst völlig zu verlieren. Da hilft nur eines: Flucht!

Liebe grüße in deinen Tag,
Anna-Lena

von bruni am 10.1.11

Lieber Michael, an dieses wunderschöne Gedicht habe ich Dich erinnert? Ich kenne es und habe es sogar auf CD in einer Gedichtesammlung, hatte es aber gar nicht im Kopf beim Schreiben. Lieber Gruß von Bruni
PS Sollte ich den Titel ändern?

von bruni am 9.1.11

Liebe Anette, Liebe sollte ein gutes und selbstverständliches Gefühl sein. Wenn man jemandem die Luft zum Atmen nimmt und ihn mit Haut und Haaren sein Eigen nennen will, dann ist es wahrhaftig keine Liebe mehr, dann ist es Ausübung von Macht und einer der beiden bleibt auf der Strecke. Der oder die Schwächere (der oder die Geliebte) wird erdrückt und alles Eigene stirbt.
Das ist keine Liebe!
LG von Bruni

von bruni am 9.1.11

Liebe Barbara, Ausgeliefertsein bedeutet aber auch, nicht mehr Herr oder Frau über die eigenen Sinne zu sein und da kommen mir Bedenken. Ich sein ist so wichtig!
Liweber Gruß zu Dir

von bruni am 9.1.11

Liebe Monika, es freut mich sehr, daß Dir meine Worte gefallen und ich grüße Dich am späten Sonntagabend. Bruni

Liebe Bruni,

ich bin davon überzeugt, dass es Deine eigenen Gedanken sind.
Der Vergleich mit Ulla Hahn ist mir spontan rausgerutscht, auch wegen des Titels. Allerdings ist ihr Gedicht (nachzulesen z.B: hier: http://www.arlindo-correia.com/060301.html#MIT HAUT UND HAAR) wesntlich trauriger als Deins.

LG Michael

von aNette am 9.1.11 - http://www.magic-colors.eu

Ach ja, so was stimmt nachdenklich. Wer hat das nicht schon mal erlebt. Da sollte man aber doch ganz schnell das Weite suchen. Im Gegensatz zu Barbara denke ich, man kann Liebe nicht einfordern, sie wird verschenkt. Schwieriges Thema, aber stimme zu, mal wieder geniale Formulierungen deinerseits. lg aNette

ein tolles Gedicht!
naturhaft wird hier die Liebe eingefordert.
Es nützt nichts, wenn wir uns wehren.
Ausgeliefert sind wir.

Liebe Grüße
Barbara

von syntaxia am 9.1.11 - http://webloggia.wordpress.com

“Du reisst mir die Worte
von den Lippen und
stippst sie in süßen Brei”

Das ist eine ganz tolle Formulierung, liebe Bruni!!
Deine Zeilen gefallen mir gut!

..grüßt dich Monika herzlich

von bruni am 9.1.11

Sanfte Worte, liebe skryptoria, schreibe ich oft genug ... LG von Bruni

von skryptoria am 8.1.11 - http://skryptoria.wordpress.com

Mitunter scharfe Worte. Aber doch oftmals sooo wahr!

von bruni am 8.1.11

Ich schwöre, daß es meine eigenen Gedanken sind und nix sonst, lieber Michael! ☺ Liebe Grüße von Bruni und Danke für das tolle Kompliment

Wow!
Das ist ja fast wie bei Ulla Hahn!

LG MIchael

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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