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Dekadent

Röcke, Roben,
Bleichgesichter.

Lippen sind
wie Flammen rot.

Hitze, Schwitzen,
Fräcke sitzen,
Fliege schief

und über allem
liegt ein Mief
von Dekadenz.
Kaum erkennbar,
weil verdeckt.

Blasierte Mienen,
hinter denen
bodenlose Leere
steckt.

Gelächterschwaden
laut und schrill, doch
plötzlich ist der Saal
sehr still.

Was will der Mensch
hier? Er trägt Fetzen,
möchte sich ein wenig
setzen.

Wird entfernt,
er passt nicht her.

Kennt ihn wer?

Mittwochabend, 16. Febr. 2011


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 21.2.11

Natürlich sind wir privilegiert, liebe Anette, natürlich geht es uns gut. Denen “da oben” begegnen wir nie. Wir bewegen uns dort, wo wir “hingehören”.
Es geht um die Arroganz der Menschen die die Armut leugnen, die sie nicht sehen und auch nicht sehen wollen. LG von Bruni

von aNette am 19.2.11 - http://www.magic-colors.eu

Mich erstaunt es auch sehr, was dir so immer im Kopf rumgeht, liebe Bruni wink Abgesehen davon, dass es sie sicherlich gibt, die eine Schicht über uns, die vielleicht die Nase rümpfen würde. Dennoch sollte man nicht vergessen, wie weit an die Spitze wir es gebracht haben, wir, die stinknormalen Durchschnittseuropäer. Wie viele Menschen mehr leben an der Armutsgrenze oder gar nahe am Hungertod. Also ich persönlich empfinde mich schon als ziemlich privilegiert. Nach oben schaue ich selten. lg aNette

von bruni am 19.2.11

Liebe Barbara, freut mich sehr, daß Du es gut findest. Was einem so alles im Kopf herumgeht, erstaunt mich manchmal selbst ...☺  LG zu Dir

von bruni am 19.2.11

Liebe Anna-Lena, eine Merkwürdigkeit mehr, diese Passagen in seiner Doktorarbeit, die wohl einem anderen Gedankengut entstammen, nicht dem eigenen. Keiner hat es gemerkt bisher? Der Titel war wohl sehr, sehr wichtig, die Zeit knapp und Hilfe tat not, also hat man sich die Hilfe geholt ...
LG zu Dir

von ahora am 19.2.11 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

beeindruckend und realistisch.
Ich bin begeistert von Deinen Worten.

Liebe Grüße
Barbara

Das ist für mich übertragbar für alle, die sich jetzt mit unserem Verteidigungsminister und seiner dubiosen Doktorarbeit auseinander setzen.

Das alles stinkt mir gewaltig, liebe Bruni.

Ich schicke dir liebe Grüße in den neuen Tag,
Anna-Lena

von bruni am 18.2.11

Guten Morgen, lieber Wolfgang!
Genau so ist es, wir nicken ab und sie lächeln huldvoll. Schreckliches Bild, das dazu verführt, sofort ein neues Gedicht zu schreiben.  Oder wäre es besser, endlich mit dem Nicken aufzuhören??
Lieber Gruß zu Dir

von bruni am 18.2.11

ich denke z.B. an den Wiener Opernball, liebe Karin. Es trifft sich die H.S. Käme dann ein ganz “normaler” Mensch daher, der natürlich nicht in den illustren Rahmen passt, dann würde er mit Sicherheit dezent entfernt, ob er nun Fetzen trägt oder Alltägliches.
Auch sie, die geladenen Gäste, sind in einem Käfig und er läßt nicht locker, sitzt straff.
Ich meine tatsächlich, daß SIE und nicht wir zu bedauern sind. LG von mir

von Wolfgang am 18.2.11 - http://waushh2.wordpress.com

Der Mief scheint manchen Zaren in die hohe Nase vorzudringen,
so dass sie kurzerhand mit langem Arm den Fächer schneller schwingen.
Die dekadenten Macher amüsieren sich mit allen Mitteln -
wenn wir wie Wackeldackel mit den Köpfen nicken (oder schütteln).
—-
LG - Wolfgang

von karin am 17.2.11

ja…es sind Du, wir, ich….die ganz normalen Mitmenschen,zwar nicht in Fetzen, aber nicht künstlich aufgestylt, geschickimickt,geliftet die gewisse Gesellschaftsschichten, vor allem die auf dem roten Teppich, nur zu gern ausgrenzen…
nur ....wer ist zu bedauern sie oder wir?....ich meine sie…

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