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Auf der Brücke

Einfach und schlicht
seine Kleidung,
gerade sein Rücken
oder doch schon schief?

Ein Mensch, der nach
anderen Menschen rief.
Leise und brüchig die
Stimme, in der kratzig
unterdrücktes Räuspern
schwang.

Die Brüstung der
Brücke umklammert
als Krücke,
ein letzter Halt,
steinern und alt.

Niemand sah hin und
verhielt seinen Schritt.
Kein Zögern, nur Eilen,
kein kleinstes Verweilen.

Dämmerung,
bleiern und schwer.
Maskengesichter,
starre Blicke, die
nicht sehen.

Da sprang er und
die Brücke war leer.

Dienstag, 9.August 2011


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(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 16.8.11

Liebe Regina, was sagt denn der Traum? Daß Du helfen möchtest, aber Dich nicht traust? Weil Du zu zurückhaltend bist? Es gibt viele Menschen, die unsere Hilfe benötigen würden. Ich glaube, daß wir manchmal schon durch Gespräche, wenn wir uns einfach Zeit nehmen, helfen. Manchmal bemerken wir nicht mal, wie wir dadurch helfen konnten.
Als einzige Frau (nur noch eine junge Kollegin) zwischen ca. 40 männlichen Kollegen bin ich unentwegt am Fragen, Beobachten, Erklären, Zurechtweisen auch und ich weiß, daß es ein Teil meiner täglichen Arbeit ist, auch wenn es nirgendwo in meiner Arbeitsbeschreibung genannt wird. Manchmal reicht sogar ein Lächeln, weil es Verständnis zeigt.
LG von Bruni

Liebe Bruni,
ein sehr ernstes Gedicht. Und wahr ... wir sehen einfach nicht hin und wundern uns dann, wenn uns niemand beachtet, wenn es uns schlecht geht. Diese Brückensituation habe ich schon sehr oft geträumt - in meinem Traum möchte ich dann immer helfen und kann nicht. Die tiefere Bedeutung dieses Traumes ist mir bewusst und ich versuche, an mir zu arbeiten - immer wieder aufs Neue.

Liebe Grüße
Regina

von bruni am 12.8.11

Liebe Anette, seit einigen Tagen denke ich schon, ich muß mal nachsehen, ob sie schon wieder in Urlaub geflogen ist… Das hat sich ja jetzt geklärt. Schön, daß Du hier warst. Tja, ich war eben traurig, weil Du so lange nicht hier warst…, deshalb das ernste Gedicht!!!!!! LG von Bruni

von bruni am 12.8.11

Liebe Astrid, ja Du hast recht mit der herbstlichen Stimmung, wenn die Tage verhangen sind, kurz werden, es früh dunkel wird, das Graue die Sonne vedeckt. Es würde ein tolles Bild. Wie wär´s denn? Lieber Gruß von Bruni

von bruni am 12.8.11

Lieber Ludwig, danke für Deine Worte, sie freuen mich natürlich sehr! Die alte Brücke in HD oder auch eine in London z.B., Nebelschwaden, grauer,sehr tief hängender Himmel, Verzweiflung. Ich sehe es vor mir.
Ich sehe auch eine Laterne vor sich hinglimmen,sehen kann ich es kaum, der Nebel ist stark… und schon bin ich mitten drin, in der Geschichte, die leider allzu oft wahr ist.
Liebe Grüße an Dich

von aNette am 12.8.11 - http://www.magic-colors.eu

Irgendwie habe ich dich in der letzten Zeit etwas vernachlässigt. Warum, ich weiß es nicht. Kam wohl immer etwas dazwischen…sorry. Ich hätte mir gewünscht, mit einem etwas fröhlicherem Gedicht empfangen zu werden. Dennoch, die Thematik und die Wortwahl ist sehr ergreifend. Ich hoffe nur, dass es nicht ein Tatsachenbericht ist. lg aNette

von Astid am 12.8.11 - http://astrid-bergmann.blog.de/

Ein sehr ernstes Gedicht, mit viel Atmosphäre.
Herbstlich wirkt es auf mich. Könnte es mir auch als bild vorstellen. smile
LG
Astrid

von mono8no8aware am 12.8.11 - http://mono8no8aware.wordpress.com

eine unglaubliche stimmung hast du erzeugt mit deinen sehr gekonnt gesetzten worten in diesem gedicht
und seine ernstheit gefällt mir sehr
und warum nicht auch dieses bekannte brückenthema einmal so gekonnt und virtuos lyrisch in szene setzen?
du kannst das, bei dir klingen die
brückenzeilen authentisch
faszinierend ...
liebe grüße
vom ludwig

von bruni am 10.8.11

Liebe Karin, es stimmt, eigentlich ist es leicht und doch bauen wir nicht immer an unseren Brücken oder wir tun es zu spät.
Manchmal erkennen wir auch nicht, daß eine Brücke einsturzgefährdet ist. LG zu Dir

von bruni am 10.8.11

Liebe Babs,nein, ich habe es nicht erlebt. Ich denke,da hätte ich eingegriffen und nicht überlegt. Ich dachte an die alte Brücke in Heidelberg, draußen war es duster und grau, das Wort bleiern ging mir im Kopf herum und da hast Du das Ergebnis…
LG von Bruni

von karin am 10.8.11

eine Brücke von Mensch zu Mensch bauen….es ist so leicht….wir müssen es nur wollen…aber wie oft werden die Menschen in ihrer Verzweifelung allein gelassen…
liebe Bruni…ernste Worte hast Du dafür gefunden….uns aufgerüttelt, achtsam zu sein und hinzuschauen…

von minibar am 10.8.11 - http://minibares.wordpress.com

Sag nur, du hast sowas erlebt?
Mir läuft es gerade kalt den Rücken runter.
Brücken können verdammt gefährlich sein, wo sie doch als Hilfe konzipiert wurden.
Wie soll man aber erkennen, ob einer nur traurig ins Wasser schaut, oder ob er ganz Schlimmes vorhat??

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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