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Traurig

Bist du traurig,
weil dein Liebster geht,

die Erde sich dreht,
während die Zeit sich
nicht halten lässt,

weil du am Morgen
schon das Ende
des Tages siehst,

nur von Trauer
und Grauen liest,

weil dich Leute stören,
die nur reden
und nie hören?

Du bist traurig,
du sagst es,
du wagst es.

Du sprichst es aus
und möchtest
nicht lachen.

Lachen geht nur
über lustige Sachen.

Sei nicht traurig,
dein Liebster dreht um.
Er merkte sehr schnell,
sein Gehen war dumm.

Samstagnacht, 8. Mai 2010

Das Wort TRAURIG
wird selten benutzt.
Es wird im täglichen
Sprachgebrauch sorgfältig
vermieden.




Kommentare

von bruni am 12.5.10

Natürlich ist es so, daß wir die Trauer und die Traurigkeit kennen sollten, um die Freude würdigen zu können.
Beides ist wichtig, Licht und Schatten, beide Seiten der Medaille.
Ganz liebe Grüße zu Dir!

von seelenblume am 11.5.10 - http://estherjohann.beeplog.de

Ohne traurig zu sein, sehen wir doch auch keine Freude oder? Sie gehört in unser Lesben wie das Licht und der Schatten… ich umarme mal die Traurigkeit und stecke sie mit Herzenwärme an… Liebste Grüße an dich liebe Bruni…

von bruni am 10.5.10

Guten Morgen, liebe Anna-Lena, die goldene Mitte zu finden wäre das Beste.
In der Traurigkeit zu tief versinken ist genau so schlecht, wie immer leicht und locker zu scheinen. Genau, wie nach dem Tag der Abend kommt, nach dem Hellen die Nacht, sollten nach dunklen Gedanken auch wieder helle kommen. Wenn es nicht so sein kann, werden wir krank.
LG von Bruni

Traurig sein zu dürfen, heißt innehalten, die Seele zu reinigen und wieder frei werden für heitere Stunden. Zuviel Trauer hüllt die Seele in Schweigen, macht sie krank und erstickt das Leben.
Mögen wir immer die goldene Mitte finden.

Nächtliche Grüße
Anna-Lena

von skryptoria am 9.5.10 - http://skryptoria.wordpress.com

Ich glaube am sichersten ist es, liebe Bruni, wenn man einem Trauernden oder einem traurigen Menschen einfach signalisiert, da zu sein, wenn er sprechen oder sich anlehnen möchte. Mehr geht oftmals nicht.

Ja, Du hast recht: Gerade beim Wort Trauer/Traurigkeit kann es knifflig sein, zu re_agieren.

von bruni am 9.5.10

täglich lernen wir, egal, wie alt wir sind! Ich glaube, liebe Karin, Du hast ein ganz gutes Rezept gefunden, mit dem Leben und den Traurigkeiten umzugehen ...
LG von Bruni

von karin am 9.5.10

...nein, liebe Bruni, der Liebste dreht nicht um…..ich muß meine Traurigkeit beherrschen lernen, sie darf keine Übermacht über mich gewinnen und vor allem…...das Leben bietet soviel Schönes…das muß ich sehen lernen…..nein nicht lernen…..es mit offenen Augen und Armen empfangen…es nicht vom Liebsten abhängig machen… allem ein trotzdem entgegensetzen…...
dann kann mir auch das Fallen in die Traurigkeit nichts anhaben…. ich lasse sie ab und an zu, dann tut sie weh….sie gehört zu meinem Leben wie das Lachen…..sie ist ein Mosaiksteinchen unter vielen…

von bruni am 9.5.10

Skrytoria, es ist mir aufgefallen, daß dieses Wort vermieden wird. Wie soll man sich einem traurigen Menschen gegenüber verhalten, wie einem trauernden? Das ist nicht immer einfach; also vermeidet man ...
Kontrolle hat einen negativen Beiklang, das stimmt. Wir verbinden mit Kontrolle einen Eingriff in Ureigenes. Es will jemand etwas von uns wissen, er will kontrollieren. Neutral sollten wir den Begriff sehen, dann könnten wir auch sachlich damit umgehen.

von skryptoria am 9.5.10 - http://skryptoria.wordpress.com

Besonders Dein Nachsatz beeindruckt mich. Ja, manche Worte werden sehr stiefmütterlich behandelt. Beispielsweise auch das Wort “Kontrolle”: Die meisten Menschen verbinden damit etwas Negatives wie “Herumschnüffeln” etc. Dabei ist es gerade bei kniffligen Aufgaben wichtig, jemanden zu haben, von dem man (tatsächliche = positive) Kontrolle einfordern darf.

Es ist eben - wie so oft - eine Frage des Standpunktes, ob man sich bedroht oder beschützt fühlt.

Mit dem Traurigsein ist es m. E. ebenso. Es ist nicht schlimm, einfach mal traurig zu sein; mehr noch: Ab und zu muss es einfach sein, damit die Seele etwas zur Ruhe kommt.

von bruni am 9.5.10

Liebe Monika, wenn wir nicht trauern und traurig sein können, wissen wir vielleicht auch gar nicht, wie toll die echte, tief empfunde Freude sein kann.
Man muß Höhen und Tiefen kennen. Beides prägt und die Erfahrungen nehmen wir mit auf unserem Weg. LG von Bruni

von bruni am 9.5.10

Liebe Barbara, ja, auch Traurigkeit geht vorbei und das Lächeln ist wieder da!

Lieber Sonntagsgruß an Dich

von syntaxia am 9.5.10 - http://webloggia.wordpress.com

Da hast du Recht, liebe Bruni. Es steht uns auch einmal zu traurig zu sein, warum auch immer und dies auch zu sagen!

..grüßt dich Monika

... Lachen geht nur über lustige Sachen…
doch irgendwann nach dem Verzicht
huscht wieder ein Lächeln übers Gesicht.

Liebe Bruni, ich wünsche Dir einen schönen Sonntag

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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