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Eine Romanfigur

Ich stamme
aus deiner Feder.
In deinen Gedanken
bin ich entstanden.

Seitenlang füge ich mich
deinen Wünschen.

Du bist mein Erfinder
und ich
eine Marionette nur.

Ich muß für dich lachen,
kleine und große
Dummheiten machen.
Du lässt mich im Regen
stehen und bei Rot
über die Strasse gehen.

Und schon bin ich tot,
weil du es so wolltest.

Doch nein,
ich wache ja auf.
Du hast eine Überraschung
für den gefrusteten Leser
drauf.

Ich bin sehr verletzt,
doch der verbeulte Wagen,
der mich überfuhr,
steht an meinem Bett
und ich finde ihn nett.

Samstagabend, 27. März 2010




Kommentare

von bruni am 28.3.10

Liebe Iris, danke für Deine Worte. Ich glaube auch, daß wir verschmelzen. Mal ist die Fantasie die Realität und dann wieder wird die Realität zur fantastischen Komödie.
Lieber Gruß von Bruni

von Lilie am 28.3.10 - http://www.lilie-blogautorin.de

Liebe Bruni,
ein tolles Gedicht. Wenn ich Geschichten schreibe, frage ich mich oft, wer jetzt den weiteren Weg bestimmt. Bin ich es wirklich, oder ist es mein Protagonist. Manchmal scheint es mir so, dass meine Figuren gar nicht mehr anders handeln können und ich gar keine Wahl habe, Einfluss zu nehmen. Ist das reale Leben nicht auch manchmal so, dass wir gar nicht anders handeln können, weil unser inneres Ich uns lenkt? Und dann verschmelzen unsere Figuren mit uns selbst. Wunderbare Zeilen, die du geschrieben hast.
Sei lieb gegrüßt
Iris

von bruni am 28.3.10

Lieber Helmut, das war mir sehr wichtig, das gütliche Ende!
Liebe Grüße von Bruni

von bruni am 28.3.10

Liebe Karin, ohne das Nachdenkliche und Traurige könnten wir das Schöne, das Freudige doch gar nicht richtig würdigen ☺
Liebe Sonntagsgrüße von Bruni

von Helmut Maier am 28.3.10 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Tolles Happy End!

Liebe Grüße
Helmut

von bruni am 28.3.10

Liebe Anna-Lena, Gedanken, Gedanken und keiner hat sie je gesehen, auch nicht der Gehirnchirurg, der versucht, in das menschliche Gehirn hineinzusehen, um hoffentlich zu heilen. LG von Bruni, die immer auf die Uhr sieht und nicht recht weiß, ob es schon spät oder noch früh ist ...

von karin am 28.3.10

Ja, wir sind alle Romanfiguren im großen Buch des Lebens und wir entwickeln und erleben Geschichten, die uns zugedacht sind, wie es der Autor mit seinen Figuren in einem fiktiven Geschehen macht, nur er hat es in seiner Hand, welches Schicksal er seinen Figuren angedeihen läßt….wir haben es nicht oder nur zum Teil..
Ich glaube nicht an ein Weiterleben in irgendwelchen himmlischen Gefilden, wünsche mir das auch gar nicht, mir genügt mein Dasein hier auf Erden und die Freude daran, daß ich leben und mich an den Schönheiten dieser Erde erfreuen durfte. Weiterleben werde ich in den Herzen und Köpfen der Menschen, denen ich etwas bedeutet habe…und Ihr Dichter werdet noch länger weiterleben, weil Ihr etwas geschaffen habt, was unsterblich ist…..Poesie….
und das unsere Erde endlich ist….das ist im Schöpfungsgeschehen vorgesehen….nur…wir Menschen beschleunigen ihren Untergang und das ist so schwer zu verstehen…diese Hybris und Anmaßung des angeblich wertvollsten, intelligentesten Geschöpfes….. das macht mich manchmal unendlich traurig….und die Menschen, die darauf hinweisen und warnen…sie werden als Spinner abgetan, denn Geld regiert die Welt und besiegelt den Untergang noch schneller.
Aber fort mit den grauen Gedanken…ich verleibe mir jetzt nochmal die Frühlingssuppe ein….
trotzdem paßt auch das obige Gedicht wieder, liebe Bruni…... habe Dank dafür….auch Nachdenkliches gehört dazu…

Auch unsere Protagonisten wollen gehegt und gepflegt werden, so wie wir und das auch wünschen.
Gelungene Zeilen, liebe Bruni.

Liebe Grüße in eine verkürzte Nacht,
Anna-Lena

von bruni am 27.3.10

Hallo Barbara, da ging mir einiges im Kopf herum ... sind wir real oder nur eine Fiktion? Sind wir nur Figuren in einem Buch? Ist irgendwann die allerletzte Seite geschrieben? Was passiert dann mit uns? Leben wir weiter, wenn sich Leser für diese Geschichte finden, wenn die Seiten immer wieder umgeblättert werden?
Liebe Grüße schicke ich Dir

von ahora am 27.3.10 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

Liebe Bruni, pass nur auf, dass die Romanfigur nicht eines Tages zum Leben erwacht.
Aber eigentlich lebt sie sie ja in den Köpfen der Leser.
Du hast einen interessanten Gedanken verarbeitet.

Liebe Grüße
Barbara

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