Mohnblütenblatt
Mohnblütenblatt,
du leuchtest am Mittag,
bist am Abend schon matt,
lebensgeschädigt
und sonnensatt.
In linden Lüften
tanzt du geschwind.
Wiegende Gräser und
Blüten, die dich behüten.
Vergängliche Grazie
voll Anmut, beschwörend,
betörend im Sonnenschein.
Regen und Sturm,
gewaltig der Schock.
In Fetzen hängt schnell
dein hauchdünner Rock.
Geknickt und hilflos,
frierend, ein Kind.
Ach, wären die Lüfte
doch immer nur lind.
Sonntagabend, 20. Juni 2010
(c) Bruni Kantz
Kommentare
Liebe Bruni,
was für ein schönes Sommergedicht.
Ich wünsche Dir einen lauen Sommerabend
und grüße herzlich
Barbara
Liebe Gaby, da hast Du recht. Sie sind so zart und schnell vergänglich. Deshalb muß man sie immer mal wieder fotografieren ... Im Winter sehen wir sie dann voll Sehnsucht an. ☺ LG von mir
Genau so ist es, liebe Bruni, wunderbar gelungen. Selbst beim Bestaunen dieser Blütenpracht wagt man kaum zu atmen, um die Schönheit nicht zu beeinträchtigen.
Liebe Grüße
Anna-Lena
Guten Morgen, lieber Karl, Alle schreiben von Mohnblüten und fotografiert werden sie auch unentwegt. Es ist nicht die erste Mohnblüte bei mir, aber sie hat mich wieder mal beschäftigt, diese zarte und feine Blüte, die man nicht abschneiden darf. Da ist es dann sofort vorbei mit der Pracht. Sie läßt gleich den Kopf hängen und durch nichts ist sie zu bewegen, sich wieder aufzurichten.
LG von Bruni
sehr schönes Gedicht. Man fühlt es förmlich.
LG
Karl
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