Startseite | Kontakt | Impressum

Traumtänzer

Auf hohem Seil
bist du allein.

Tief unter dir
offene Münder.

Atemlos,
stöhnend die Menge,
die gebannt
deinen zierlichen
Schritten folgt.

Ein Aufschrei
und Schweigen.

Du mußt dich
verneigen,
Traumtänzer.

Wink aus der
Wolke, die leicht
wie eine Feder
soeben vorüberzog.

Mit ihr
ziehst du fort
zum Ort hinter
wolkigen Bergen

und dem Luftschloß
in deinen Träumen.

Sonntagabend, 5. Dez. 2010


image
(c) Bruni Kantz

Kommentare

von bruni am 7.12.10

Liebe Barbara, diese Abstürze tun uns sehr weh. Trotzdem raffen wir uns immer wieder auf und fangen wieder an ... mit dem Griff nach den Wolken. LG zu Dir

von bruni am 7.12.10

Liebe Anna-Lena, die Sensationsgier ist entsetzlich und ich frage mich immer wieder, warum der Mensch so ist, wie er ist. Genau das wollte ich mit den “offenen Mündern” auch ausdrücken, liebe Gaby. Du glaubst, es ändert sich irgend etwas? Ich nicht. Auch dieser Unfall wird nichts ändern. LG zu Dir

von ahora am 7.12.10 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

und immer wieder stürzen wir aus den Wolken in die Tiefe ... und trotzdem versuchen wir es immer wieder.

Und wenn der Traumtänzer fällt, zerreißen sich die offenen Münder das Maul und die Presse gleich mit…
Vielleicht lässt ein Unglück, wie am Samstag passiert, innehalten und die Gefahr nicht weiterhin unnütz hinauf beschwören.

Lande sanft am heutigen Tag, wenn du aus dem Reich der Träume erwachst, liebe Bruni.

von bruni am 7.12.10

auf dem Seile zu tanzen,
der Welt entrückt,
dem Himmel so nahe,
ist ein schwieriges Stück.

Liebe skrytoria, Träume haben und sie auch leben können, ist nicht das Alltägliche, es ist das Besondere. Manchmal gelingt es jemandem ...

von skryptoria am 6.12.10 - http://skryptoria.wordpress.com

Wohl dem, der noch Träume hat UND sie leben kann.

Ein sehr schöner, harmonischer Text!

von karin am 6.12.10

Bruni, ich wünsche ihm, daß er… wieder erdverbunden… ganz viele Augenblicke träumt….aber oben in der Luft darf er es wirklich nicht….ich habe 1994 den spektakulären Lauf des Philippe Petit zwischen Paulskirche und Römer miterlebt…., was hatte ich eine Angst um ihn und die Zerbrechlichkeit seines Lebens auf dem schwankenden Seil. Seiltänzer sind voller Träume geborene Menschen….wie anders könnten sie so oft dieses Wagnis und Spiel mit dem Leben eingehen.
Schau doch mal, ob der Petit, er lebt ja noch, eine web-site hat und überrasche ihn und schicke ihm Dein Gedicht. Oder sende es an den Tigerpalast an den Johnny Klinke zur Weiterleitung…. http://www.tigerpalast.de/service-und-kontakt/
er würde sich wahrscheinlich sehr darüber freuen…
Morgengruß am Nikolaus von der Karin

von bruni am 5.12.10

Karin, vielleicht hat er einen Augenblick geträumt? Schlaf gut. LG von Bruni

von karin am 5.12.10

ich stelle es mir als wunderbares Gefühl vor, auf einem Seil, entbunden der Erde, zu laufen…alles unter sich zu lassen, zu schweben….. aber der reale Seiltänzer darf nicht träumen, nicht eine Sekunde…er muß ganz bei sich sein….. aber wieder erdverbunden, dann darf er traumtanzen….Luftschlösser bauen….
Bruni, dann tanzt er Dein Gedicht….
schööööön -:))))
ich nehme Dein Gedicht jetz mit in meine Träume….Gute Nacht…..

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image