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Birken und Weiden

Drei schlanke Birken
schritten den Bach entlang.
Aufrecht und biegsam,
granziös war ihr Gang.

Sie blickten zum Himmel
und kämmten ihr Haar.
Der Bach war ihr Spiegel,
sein Plätschern Gesang,

sehr flach noch die Wurzeln,
zierlich und klein ihre Füßchen,
die Kleidchen verspielt,
schwebend ihr Gang.

Sie trafen auf Weiden,
die immer hier wohnten,
mit windschiefen Stämmen
und Ästen, die sich in
Ehrfurcht zur Erde neigten.

Im Wind spielten
zauberhaft Geigen,
luden Birken und Weiden
zum gemeinsamen Tanz.

Mittwochnacht, 4. Aug. 2010

Jung und Alt haben oft Probleme
im Zusammenleben.
Hier ist viel Toleranz gefragt.


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Kommentare

von bruni am 7.9.10

Na ja, ganz so intensiv habe ich auch wieder nicht recherchiert ...
Hexen mit blutroten Haaren, huuu
Ich denke bei Hexen eher an kupferfarbene Mähnen, wildgelockt. ☺
LG an den Baumexperten, der gelegentlich auch mal “Hexen” sieht!

Liebe Bruni,

das Tässchen Birkentee gönne ich Dir, ebenso wie den Weidentee, aber ich bleibe lieber bei meinen gewohnten Heißgetränken.
Dachte ich mir doch, dass Du intensiv recherchiert hast. Und deshalb wusstest, dass die Erlen in der Natur eher mit Eschen als mit Weiden oder Birken vergesellschaftet sind. Oder ganz ohne Gesellschaft auskommen und alleine an den Bachläufen stehen.
Mit den überaus praktischen Hexen (die die Welt ebenso dringend braucht wie Blitzableiter und schwarze Schafe) wurden die Erlen aber auch gern in Verbindung gebracht. Von unseren Vorfahren wurden sie schwer gefürchtet, vielleicht weil sie gerne in feuchten und nebligen Auwäldern stehen. So wurde ihnen nachgesagt, unheilvolle Moor- und Nebelgeister zu beherbergen. Und Hexen, die ahnungslose Wanderer vom weg abbringen und immer tiefer in den Sumpf locken. In Erlenwäldern soll es Hexen gegeben haben, deren Haare so blutrot waren wie das Holz der frisch gefällten Bäume.
So, genug der Schauermärchen, ich wünsch Dir einen schaurig-schönen Herbsttag…

von bruni am 5.9.10

Michael, bis über die Ohren in Arbeit steckender Freund, Du hast Dir ein wenig Zeit genommen und die Birken und Weiden gefunden! Nein, die Erlen waren nicht in meinem Kopf. Die schlanken biegsamen Birken und die altbewährten Weiden waren es ... Natürlich recherchiere ich immer ein wenig bei solchen Gedanken ☺ Die Birke hat bei mir immer den Hauch von Jugend und Jugend ist heilsam,lenkt ab von Alter und Trübsalblasen. Möchtest Du mit mir gemeinsam ein Tässchen Birkentee trinken? Ich könnte es bestimmt gut gebrauchen ☺
Nein, Weidentee brauchst DU keinen zu trinken, hm, hm, da stimme ich Dir zu.
Ich wußte, daß man Weiden den Hexen zuordnet. Alles wundersam Heilende, alles, was nicht jedermann erklären konnte, war Hexenwerk. Lange Zeit war das so und ich glaube, auch heute müssen manchmal noch die “Hexen” herhalten ... Ach, wie sind sie doch praktisch, diese “Hexen”.

Birken und Weiden…das ist gut. Im ersten Moment hätte ich mir zu den Weiden ja lieber Erlen gewünscht, so wie sie in der Natur an Bachläufen häufig vergesellschaftet sind. Das sind Birken und Weiden aber auch gelegentlich, als Pionierbaumarten auf Sand und Moorböden. Ja liebe Bruni, Jorge hat schon Recht, Du bist wirklich gut.
Vermutlich hast Du Dir sogar die Bedeutung der beiden Baumarten in der Mythologie angeschaut. Oder? Die Birken gelten nämlich mit ihrer weißen Rinde und dem schlanken Wuchs tatsächlich als Sinnbild für Anmut und Schönheit.
In der Heilkunde wird ihnen Beweglichkeit, Fröhlichkeit und jugendlicher Schwung zugeordnet, und in der Signaturenlehre, in der von äußeren Kennzeichen der Pflanzen Schlüsse auf ihre Heilwirkung für Körper und Seele gezogen werden, stehen Birken als Sinnbild für Flexibilität. Deshalb werden sie auch als homöopathisches Arzneimittel empfohlen, wenn der jugendliche Schwung in den Gedanken und Gefühlen nachlässt und Alterserstarrung droht. Dann soll die Birke ein reich fließender Quell neuer Kräfte sein. Ich sollte ungehend mal ein Tässchen Birkentee trinken…
Die knorrigen Weiden gelten dagegen eher als Hexenbäume. In der Heilkunde sollen Weiden allerdings auch helfen, wenn einem die innere Ruhe fehlt oder angestaute Wut in sich trägt. Dazu sollen sie die Gicht lindern, bei rheumatischen Beschwerden und bei Menstruationsschmerzen helfen. Das Tässchen Weidentee kann ich mir also ersparen.

von bruni am 8.8.10

Das kenne ich mit dem Birken-Heuschnupfen. Wir hatten eine wunderschöne Birke direkt bei der Terrasse. Es war nicht zum Aushalten. Irgendwann war sie zu groß und mußte gefällt werden. Mein Heuschnupfen meldet sich heute kaum noch ...
LG an Dich, liebe skryptoria

von skryptoria am 8.8.10 - http://skryptoria.wordpress.com

Wenn Jung und Alt erst begriffen haben, dass sie jeweils ohne einander nicht weiter kommen, geht es meist sehr schnell. Das bedingt jedoch eine gewisse Weit- und Einsicht. Und das ist leider nicht jedem gegeben. Aber der Mensch lernt ja sein Leben lang ... ;o)

Birken gehören zu meinen absoluten Lieblingsbäumen. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Ihnen, das ich allein das schon sehr interessant finde. Und dann noch die meist weißen Stämme ... Birken sind etwas Wunderbares.

Wenn ich doch bloß keinen Heuschnupfen hätte. Aber lieber Schnöf und Birken, als beides nicht.

von Jorge D.R. am 6.8.10

habe ich von ‘arbeiten’ gesprochen?
es war vergnügen.

von bruni am 6.8.10

Jorge, Du machst mich ganz verlegen.
Eine ganze Stunde hast Du Dich durchgearbeitet? Du bist ein Mann mit Durchhaltevermögen, na ja, eben ein perfekter Mann ☺
Danke Dir. Du weißt,wie bitter nötig manchmal solche Worte sind ...

von Jorge D.R. am 6.8.10

So Bruni,

jetzt kommst Du dran wink
Fast eine Stunde habe ich jetzt
auf dieser Seite gelesen.

Hier kommt mein Urteil
(und ich beziehe mich
auf alle deine Gedichte):

Du bist -  gut.

Einfühlsam,
wie du die Menschen schilderst.
Phantasievoll,
was das Geschehen betrifft.
Präzise
in der Sprache.

Du bist eigentlich - ziemlich gut.

Ich grüße Dich ...

... der perfekte Mann.

von bruni am 6.8.10

Liebe Barbara, ich verstehe Deine Worte sehr gut und ich freue mich mit Dir.

Liebe Grüße zu Dir

Liebe Bruni, nur nicht aufgeben.
ich weiß wovon ich rede.

Heute stehen Birke und Weide
mit großer Lust am Bach -
alle beide
im silbrigen Wasser
schaun sie sich an
und staunen
dass man sich -
gemeinsam -
so freuen kann.
*ggg*

von bruni am 6.8.10

Guten Morgen Wolfgang! Du kannst es nicht lassen, ich wußte es doch! Die Birken sind wie Augenweiden. Daran habe ich gar nicht gedacht beim Schreiben. Ein neuer Aspekt. Hier treffen sie sich ja schon, die Birken und die Weiden. Lieber Gruß an Dich

von bruni am 6.8.10

Liebe Anette, jahrelang war ich die einzige Frau in unserem Zentrallager. Ca. 40 - 50 Männer und ich. Dann kam eine langbeinige, blonde junge Kollegin ( genau so alt wie meine jüngere Tochter ☺) und es war für mich sehr schwierig. Ich dachte zuerst, ich wäre unsichtbar geworden ... Dann hatte ich ein langes Gespräch mit einem Kollegen und dieser war total verblüfft. Ihm war nichts aufgefallen. ☺ Nachdem ich aber darüber gesprochen hatte, war es auch schon nicht mehr so schlimm. Die Junge und die Alte verbünden sich heute manchmal gegen das Männervolk, wenn es sein muß ... Es klappt wurderbar, aber es war eben anfänglich nicht so einfach.
Ich freue mich darüber, wie gut Du mich verstanden hast. LG an Dich

von Wolfgang am 6.8.10

Liebe Bruni.
Am Ufer stehen die alten Weiden,
sie können die schlanken Birken gut leiden,
betrachten still den Bach meandern,
und wie die jungen Birken wandern.
Erfreut sind auch die jungen Birken,
sie lassen die Blicke auf sich wirken,
erhoffen, dass ein jeder sie beneide.
Sind ja auch wirklich eine Augenweide.
LG - Wolfgang

von aNette am 6.8.10 - http://www.magic-colors.eu

Sicherlich klappt es nicht immer reibungslos, aber es gibt auch positive Beispiele. Ich habe eine Kollegin, die ist jünger, als meine Tochter. Sie begrüßt mich mit den Worten: “guten morgen Mama” und ich sage: “guten morgen mein Kind”. Sie schickt mir sogar ne SMS zum Muttertag, süß nicht? Aber genug der Kurzgeschichten, dein Gedicht ist wieder mal sehr gelungen. lg aNette

von bruni am 5.8.10

Lieber Karl, da kommen die Jungen unbekümmert ihres Weges und treffen auf die Alten, die die Ufer verwalten ...

In der Realität ist es auch oft so, daß die Älteren sehen müssen, wie sie mit dem nachrückenden jungen Gemüse klarkommen. Es klappt nicht immer reibungslos.
LG von Bruni

von Karl am 5.8.10 - http://www.myblog.de/wortbilder

interessante Betrachtung grin sehr gelungen,
LG
Karl

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