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Klassentreffen

Klassentreffen, ach wie schön.
Endlich die von früher sehen.
Sie erkennen fällt oft schwer.

Heiner ist doch sehr gewachsen.
Seine Haare sind so licht,
doch sein Bart ist grau und dicht.

Bei Inge fiel der lange Zopf.
Sie trägt nun einen Bubikopf.

Fraukes Flechten waren echt,
golden schien darauf die Sonne.
Nun trägt sie Hüte, spitze Schuhe
und ihr Schnabel gibt nie Ruhe.

Anna mit den wirren Locken
trägt noch heute Ringelsocken…
Ihre Röcke sind jetzt prächtig,
dafür ist der Busen mächtig.

In der Ecke sitzt ein Fremder.
Er wirkt schüchtern, kennt hier keinen,
sollt man meinen.
Du blickst ihn an, den fremden Mann,
siehst die schönen braunen Augen.

Wie ein Blitz schießt dir Erkenntnis
ins Gehirn, dies war unser Klassenbester,
er hatte auch ne Zwillingsschwester.
Sie hieß Käthe und sie nähte

ihm die Knöpfe an, die er drehte
und dabei die Nägel kaute,
bis die ganze Klasse schaute.

Es ist Klaus!
Professor hier im Krankenhaus.

Eingebildet ist nur Lotte,
sie ist Model und sehr schön,
man kann sie schon von Ferne sehn,

Doch bleibt sie stumm,
wer weiß warum…

Quasseln, Schnattern, lautes Lachen,
Fragen, was die andern machen,
weggezogen, hingeschieden,
oder nur für heut verhindert.

Lustig ist`s, nicht immer ehrlich.
Ach, was solls, es ist vergangen.

Ich muß nachhause, Essen machen
und die vielen andern Sachen…

Sonntagmorgen, 20. September 2009




Kommentare

von bruni kantz am 25.9.09

Lieber Carlheinz,liebe Anna-Lena, ,mich hat das einzige Klassentreffen meines Lebens so bedrückt, daß ich nie mehr zu einem gegangen bin. Die Menschen um mich herum waren so alt! Sie waren spießig, sie waren mir fremd, obwohl ich jeden erkannte. Ich war die einzige mit kleinen Kindern, alle anderen hatten schon große. Die interessanten Leute, auf die ich gespannt gewesen wäre, die waren nicht da.
Es war ein Klassentreffen aus der Volksschule.
Ach ja: Alle trugen hochhackige Schuhe und sehr kurze Röcke (ich meine die Frauen ☺)Ich hatte meine alternative Phase und passte zu nichts und niemandem. Nun erzählte mir ein sehr lieber Freund, daß er zu einem Klassentreffen geht und ich setzte mich neu mit diesem Thema auseinander. Das Ergebnis habt Ihr gelesen…
LG von Bruni

Ein schönes Gedicht, liebe Bruni, das Gedanken an alte Zeiten weckt.
Nach meiner Erfahrung gibt es bei solch einem Treffen Momente, da denkt man,die zeit ist stehen geblieben. Bei anderen Menschen hat man das Gefühl, ihnen nie begegnet zu sein.
Ging dir das auch so?

Liebe Grüße in den Abend,
Anna-Lena

von schanzenbach am 24.9.09 - http://schanzenbach.wordpress.com/

Klassentreffen - ein Treffen, um erinnernd zu vergleichen, um Entwicklungen zu beobachten - eigentlich wie in einem Film, bei dem man Zuschauer ist. Lustig ists - aber nicht das wahre Leben.
Deine Worte liebe Bruni > sehr scharfsinnig und entlarvend und trotzdem kommt das Gedicht leicht beschwingt rüber und lässt schmunzeln. Man erinnert sich selbst an ähnliche Treffs.

von bruni kantz am 23.9.09

Ach, da bist Du ja wieder! Das ist schön. Ja, ein Klassentreffen ging mir durch den Kopf und hier hast du das Ergebnis nach meiner Art
LG von Bruni

von ahora-giocanda am 23.9.09 - http://ahora-giocanda.blogspot.com

wie hübsch, Dein Gedicht wieder ist.
Wie Du mir abgehst.
Liebe Grüße
Barbara

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