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in memoriam

Als seine Zeit gekommen war,
warf er sein zerschlissenes
Erdengewand ab.

Nutzlos und lästig
wurde es in die Tiefe
verbannt.

Die Erde schrie
und er hörte sie.

Leicht wie ein Vogel
im Federkleid
stieg er empor,

flog aus der Menge,
zerteilte die Enge
und erhob seine Stimme
über die Welt.

Nun war er frei.
Vergessen
waren die Schmerzen.
Es war vorbei.

Samstagmorgen, 12. Sept. 2009




Kommentare

von bruni kantz am 21.9.09

manche Menschen brauchen lange für den letzten Weg und die Menschen, die zusehen müssen, leiden mit.
Danke liebe Karina u.Rony für Eure Worte.

von Kätzchen am 20.9.09

Liebe Bruni,

hab dein Gedicht gelesen, für die Hinterbliebenen ist es schmerzlich, traurig, ein Verlust, doch für die Seele,
die nun frei aufgestiegen ist, eine Erlösung nach so viel Qual. Drück dich mal lieb und ganz besonders liebe Grüße von Karina und Rony

von bruni kantz am 16.9.09

Liebe Esther, an der Endstation müssen zwar alle aussteigen, aber auch hier geht es wieder weiter. Wir müssen nur umsteigen. LG von mir an Dich

von Seelenblume am 16.9.09 - http://estherjohann.de

KURZ ,WAHR, SCHLICHT und sooooo GUT verfasst…. Ein Schicksal welches für uns Menschen alle wohl die Endstation heißt irgendwann….der Eine früher der Andere später… umarm dich liebe Bruni

von bruni kantz am 14.9.09

Lieber Helmut,ich danke Dir für Deinen Kommentar. Es ist gar nicht so einfach, in einem solchen Fall die Worte zu finden, die zu dem nun gegangenen Menschen passen.

von bruni kantz am 14.9.09

Lieber Michael,
danke für die Zeilen dieser wunderbaren Dichterinnen. Mascha Kaleko sagt es punktgenau. Der eigene Tod, den stirbt man nur…doch mit dem Tode der anderen, da lebt man weiter
Liebe Grüße sende ich Dir

von Helmut Maier am 14.9.09 - http://www.maier-lyrik.de/blog

Schöner kann ich mir ein Er-Innern des im Innern Gebliebenen kaum vorstellen als Deine Zeilen.

Ganz liebe Grüße
Helmut

von Michael am 14.9.09 - http://weilwirunslieben.wordpress.com

Liebe Bruni,

ein schönes Gedicht zu keinem schönen Anlass.
Schlicht und ergreifend.
Ich lass Dir dazu noch zwei Gedichte hier:

Nicht vorüber

Was vorüber ist
ist nicht vorüber
Es wächst weiter
in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder
vergangenem Glück

(Rose Ausländer)

Memento

Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

(Mascha Kaléko)

Lieber Gruß
Michael

von bruni kantz am 14.9.09

Liebe Anna-Lena,
ich glaube auch, daß das Wort Mitleid in ester Linie bedeutet, daß wir mit uns selbst leiden. Der Mensch, bei dem wir uns z.B. ausweinen konnten, der ist nicht mehr da…wir fühlen uns alleine und zurückgelassen.
Sehr liebe morgendliche Grüße von Bruni

Menschen verlassen uns nicht, selbst wenn es erst mal so aussieht. Sie gehen den Weg voraus, in ein anderes, vielleicht sogar besseres Leben.
Und wenn jemand krank war, sollten wir uns für ihn freuen, dass seine Erdenqual ein Ende hat.
Menschen sind nur dann tot, wenn wir sie aus unserer Erinnerung verbannen.
Liebe und mitfühlende Grüße
Anna-Lena

von bruni kantz am 13.9.09

Liebe Esther, Du bist eine überraschende Frau. Oft heißt es: Wir haben einen lieben Menschen verloren. Jedes Mal bin ich erstaunt und denke, wieso verloren? Man kann einen Menschen doch nicht verlieren…, vielleicht so, wie einem ein Taschentuch aus der Hosentasche rutscht. Nein, liebe Menschen gehen nur voraus an den Ort, an den wir selbst auch gelangen werden.Bis dahin haben wir sie doch bei uns, in unseren Gedanken und Herzen.
Liebe Grüße sende ich Dir

von Seelenblume am 13.9.09 - http://estherjohann.de

Liebste Bruni….....VORBEI sind NUR die Menschen die sich nicht in den Herzen der Menschen verankert haben….allein durch diese Worte, wird dieses Memoriam seinen Empfänger erreichen… so wie jedes Nachwort…  liebst dein Seelenblümchen, welches dir immer schreibt wie es denkt—-

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



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