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Riss in der Zeit

Ein klaffender Spalt,
ein Riss in der Welt,
zu dem sich Entsetzen
und Neugierde gesellt.

Was gibt es dort
hinter dem Tor,
in dem sich die Gegenwart
schnell und hastig verlor?

Dort werden andere
Gedanken gedacht,
dort wird die Nacht
zum Tage gemacht.

Unbekannt ist die Welt,
von vergangenen Wesen
eigentümlich entstellt.
Faltenreich ist der Vorhang,
hinter dem sich
Vergangenes verbirgt.

Trittst du hier ein,
gibst du deine Gegenwart ab,
und landest dort,
wo ein Teil von dir
immer noch Spielraum hat.

Wolltest du bleiben?
Mit dem Federkiel schreiben?
Als Hexe würdest du brennen,
deinen Namen würde man
zugleich mit dem Teufel nennen.

Was aber wäre,
wenn in dem Riss die Zukunft läge?
Du würdest das Freuen
der Gegenwart verpassen,
Trauer sofort in dein Leben lassen.

Zeitsprung nach vorne
und auch zurück, wäre für dich
kein wirkliches Glück.
Klaftertief in Vergangenes fallen,
oder sich an künstlicher Sonne
die Glieder verbrennen.

Das wäre zu viel,
wahrhaftig kein Spiel.

Langsam schließt sich der Spalt
und du wirst in der Gegenwart alt.
.


Dienstagnacht, 26. Mai 2009




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