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Ich mag mich

Ich mag mich - oft -
wenn ich mich sehe.

Ich mag mich nicht,
wenn ich sehe, wie ich vergehe.

Ich habe Falten, wie die ganz Alten.

Krähenfüße sitzen in meinem Gesicht.
Siehst du sie nicht?

Strahlenkränze verzieren die Augen,
die ohne Brille kaum taugen.

Was ist mit dem Rücken?
Ich möchte mich bücken.

Was ist mit dem Bauch?
Da ist eine Wölbung, siehst du sie auch?

Beim Aufrichten bemerke ich
leichtes Ziehen in beiden Knien.

Rank und schlank scheinen die Beine,
beim Hochlegen atmen sie auf, wie ich meine.

Doch wohlgeformt ist der Busen
auch heute noch unter den Blusen.

Apart ist der Nacken,
ich lasse ihn von Kälte nicht packen
und stelle die Kragen der Jacken.

Es vergingen die Jahre.
Dünnhäutig und rissig wurde die Haut.

Bräunlich die vorlauten Flecken,
die Angst vor Krankheit wecken.

Darunter stecken müde die Knochen.
Brich sie dir nicht, sie sind mürbe und trocken.

Ich mag mich - oft -
wenn ich mich sehe.

Ich mag mich nicht,
wenn ich sehe, wie ich vergehe.


Freitag auf Samstag in der Nacht, 28. März 2009




Kommentare

von Karina am 20.8.09

Liebe Bruni,
tröste dich, geht mir auch ähnlich, lächel. Hast du toll beschrieben, aber unser Geist, die Seele und das Herz sind noch hellwach. Liebs Grüßle v. kaRo

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