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In eines Riesen Hand

Wie in eines Riesen Hand
sind wir auf die Erde gebannt.

Leicht geöffnet sind seine Finger
und behutsam gespreizt.
Eine Höhle, ein Nest,
warm und weich.

Doch herrscht Gedrängel
im Menschenreich.

Wir wachsen heran,
schubsen den Nächsten
dann und wann
und wundern uns sehr,

dass dieses Leben
scheinbar so schwer.
Wahrscheinlich
trägt unser Nachbar
versteckt ein Gewehr.

Gefangen sind wir
in des Riesen Reich.
Wir stochern, wir pieken,
beißen in riesige Finger hinein.

DA, er hat es gemerkt!
Ein Weltenschrei.
Die Erde bebt.

Dem Riesen
wird das Nest einerlei.
Er öffnet die Finger,
haltlose Dinger

und wir fallen, wir fallen
heraus aus der Höhle.
Wir kullern, wir suchen
und finden dann Halt.

Landung erfolgt,
ja, aber wo?
Ist dies in der Ecke
ein Halm aus Stroh?
Wir halten uns fest,
flechten Träume hinein.

Wir denken an Freiheit.

Sie fehlte uns sehr.
Kein Platz zum Entfalten,
Flügel immer dicht
am Körper gehalten.

Nun sehen wir Weite,
Wiesen und Felder,
vergessen Enge und Strenge
und fühlen uns frei.

Sonntagvormittag, 9. August 2009


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Kommentare

von bruni kantz am 30.8.09

Hallo, lieber Wolfgang, Du bist wieder da!
Entspannende Worte von Dir.
Na ja, wenn man über weichem Moos losgelassen wird, dann fällt man nicht so hart…
LG von mir

von Wolfgang am 29.8.09 - http://waushh.wordpress.com

Ach, Riese, lass uns doch nicht los,
und wenn, dann über weichem Moos.
Wir beissen nicht in Deine Finger,
diese großen, starken Dinger,
wir kauen Deine Nägel bloß.

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