Die Stadt
Die Stadt, die täglich im Meer versinkt
Was ist das
für eine Stadt,
die am Abend im Meer versinkt
und am nächsten Morgen
aus den Fluten springt?
Es ist die Stadt unter dem Meer
und ich liebe sie sehr.
Am frühen Morgen,
wenn die Sonne erwacht,
ein neuer Tag leise lacht,
da teilt sich das Meer.
Brausend brechen sich
die Wellen am Strand
und suchen nach Land.
Schäumend und bebend
erhebt sich das Meer.
Fast könnte man denken,
gleich ist es leer.
Spitze Türme mit hellen Glocken
bleiben auf angestammten
Plätzen hocken.
Ein Giebel taucht auf,
die Gauben daneben,
in windschiefen Wasserhäusern
regt sich das Leben.
Es brodelt und zischt,
gewaltig die Gischt,
fast hätte die Welle
ein Bäumchen erwischt..
Ein Haus nach dem andern
taucht auf aus dem Meer.
Diese Stadt nicht zu sehen
fällt dem Menschen sehr schwer.
Goldene Dächer,
geschliffene Schindeln,
kleine Geschöpfe
in zartesten Windeln.
Eine quirlige Stadt
taucht auf
aus dem Meer.
Ich liebe sie sehr.
Sie versinkt erst am Abend
wenn die Dämmerung winkt
und den Menschen der Schlaf
in den Augen blinkt.
Sie begibt sich zur Ruhe,
entzieht sich der Schwere,
so, als ob der Mensch
ein Fischlein wäre.
Es ist die Stadt,
die mit dem Tag vergeht,
wenn das Dunkel der Nacht
auf seinem Recht besteht.
Freitagabend, 19. September 2008
Kommentare
Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!