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Dornröschen

Dornröschen trägt ein lila Kleid.
Das helle Rosa war es leid.

Endlich aus dem Schlaf erwacht,
sofort an Sonnenschein gedacht.

Glieder strecken, Arme heben,
behutsam dann den Kopf bewegen.

Gähnen, dehnen, blinzeln, staunen,
es ist gemütlich in den Daunen.

Doch reicht es jetzt, der Tag erwacht
und Sonne durch die Ritzen lacht.

Mit einem Ruck setzt es sich auf,
blickt zu der großen Uhr hinauf,
entdeckt mit einem hellen Schrei:

Es ist schon Mittag!

E i n e r l e i,
weil es nicht zu ändern ist.

Es sucht die Dusche, findet sie
und wäscht voll Inbrunst seine Knie.

Doch wo sind jetzt - verdammt - die Socken?
Die zarten, hellen, rosa Socken,
passend zu den Engelslocken?

Dornröschens Denken
kommt ins Stocken.

Stille steht es, überlegt,
ob wohl auch dunkles Lila geht?

Lila wird im Shop geordert
und per Express ins Schloss gefordert.

Ein hübscher Bursche trägt die Schachtel.
Bei Röschens Anblick wird er still
und hofft, dass diese Frau ihn will.

Sie wartet auf ihr lila Kleid,
ist zum Probieren schon bereit.

Nun sieht sie ihn, errötet sehr,
das Lila steht ihr um so mehr.

Sie reichen sich sehr schnell die Hände
und ihre Augen sprechen Bände.

Dornröschen seinen Prinzen fand.
Das wird ein Fest im Märchenland.

Sonntagmittag, 12. Oktober 2008




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