Startseite | Kontakt | Impressum

Rosenbusch

Im alten Garten,
verwildert, verwunschen
und fast vergessen,
steht ein knorriger,
uralter Rosenstrauch.

Kaum beachtet
und unscheinbar
trotzt er in klirrender Kälte
mit zwei bis drei dürren Blättern
und einer einsam erfrorenen,
sehr blassen Rosenblüte
dem überaus dominanten
und bedeckenden Winter.

Grimmig schaut und
fast listig scheint er,
der Hüter der alten Sorten.
Pralle Hagebutten
hat er aufgehoben
und lässt sie leuchten
an sehr dunklen Tagen.

Versteckt sind sie
und prall gefüllt
mit purer Natur.
Sie künden von Ernte
in Ruhe und Frost.

Stark gebeugt
unter des Winters enormer Last,
doch sehr gelassen
und ohne menschenähnliche Hast
steht der fast vergessene Strauch.

Abwartend sind seine Blicke
unter schlafschweren Lidern.
Er schöpft aus der Ruhe
und atmet die Stille.

Beim ersten kärglichen Strahlen
der herzhaft gähnenden Sonne
öffnen sich rötliche Augen.

Lebensgeister erwachen,
es treibt ihn urwüchsige Kraft.
Zartgrünes Blattwerk entsteht
während der Winter endlich vergeht.

Sieh mit offenen Sinnen
in den fast vergessenen Garten.

Du wirst im Vorübergehen
schneeweiße, märchenhafte
Schneewittchen
an sommerlich geschmücktem
Rosenbusch sehen.

07. November 2007




Kommentare

Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!



image image image image