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Ich klettere und kraxle

Ich klettre und kraxle,
ich steige und stöhne.
Stufe um Stufe
erklimme ich Höhe,
so denke ich froh.

Mühsam der Aufstieg,
sehr leicht ein Fall.
Ich habe meine Augen
nicht überall.

Rutschende Steine,
Geröll und Morast.
Über mir ein ächzender,
brechender Ast.

Ich lasse nicht locker,
ich mühe mich weiter.
Fast am Horizont
scheinen die Stufen
viel breiter!

Doch der Weg ist noch weit,
das Steigen beschwerlich.
Wieso ist das Ziel nur so
„schrecklich“ begehrlich?

Ich möchte zum Gipfel,
ich sehe schon Licht.
Vorsicht, ein falscher Schritt!
Morsches Holz
unter zu festem Tritt.

Es bricht unter deinen Füßen,
splittert und kracht.
In luftiger Höhe
eine Spottdrossel
blechern über dich lacht.

Doch du gehst weiter,
bist nicht verletzt,
fühlst dich nur
ein wenig gehetzt.

Geh Stufe für Stufe,
geh jetzt mit Bedacht,
du wirst den Weg packen,
das wär doch gelacht.

Steine und Holz,
die Stufen sind alt.
Sie zeigen sich dir
unentwegt in neuer Gestalt.

Eins musst du werden
mit dem steinigen Weg,
der dich langsam zum
hohen Gipfel hin trägt.

Ergib dich dem Weg,
sieh ihn entlang,
du gehst ihn doch schon
dein Leben lang.

13. November 2007




Kommentare

von Wolfgang am 23.7.10

Liebe Bruni.
Wenn wir schon beim Klettern und Treppensteigen sind:

Ich stieg die Stufen hoch, war plötzlich wieder jung,
vergessen manches lange Lebensjahr.
Beim Abstieg jedoch spürte ich die Alterung,
so bleibt doch schließlich alles, wie es war.

LG - Wolfgang

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